Mehr als nur der Romantiker: Die erfolgreichsten Filmprojekte von Colin Firth

Colin Firth ist weit mehr als nur der Romantiker. Das hat der Schauspieler, der am 10. September seinen 60. Geburtstag feiert, mehr als einmal bewiesen. Nicht grundlos kann sich Firth heute als Oscarpreisträger betiteln. Das waren seine erfolgreichsten Filmprojekte. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Im vielfach ausgezeichneten Romantikdrama "Der englische Patient" (1996) muss sich Colin Firth mit der allseits bekannten Rolle des fünften Wagenrads begnügen. Er spielt den Engländer Geoffrey Clifton, der von seiner Frau Katherine (Kristin Scott Thomas) hintergangen wird. Die beginnt während einer Expedition in Ägypten eine leidenschaftliche Liebesaffäre mit dem ungarischen Graf László Almásy (Ralph Fiennes). Der Film erhält 1997 stolze neun Oscars.
Eine ähnliche Rolle wird Colin Firth 1998 im Kunstdrama "Shakespeare in Love" zuteil. Es handelt von der Zeit, in der der junge William Shakespeare (Joseph Fiennes) sein berühmtes Stück "Romeo und Julia" zu Papier bringt. Währenddessen verliebt er sich in die junge Adelige Viola (Gwyneth Paltrow), die eigentlich Lord Wessex (Colin Firth) versprochen ist. "Shakespeare in Love" wird 1999 mit insgesamt sieben Oscars bedacht.
Als intellektueller Anwalt Mark Darcy buhlt Colin Firth in der romantischen Komödie "Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück" (2001) um die Liebe von Bridget Jones (Renée Zellweger). Konkurrenz erhält er allerdings von Bridgets windigem Chef Daniel (Hugh Grant). Auch in den beiden Fortsetzungen "Bridget Jones – am Rande des Wahnsinns" (2004) und…
… "Bridget Jones' Baby" (2016) wird Colin Firth die Rolle des Mark Darcy zuteil. In letzterem Teil gerät das Leben von Bridget erneut außer Kontrolle. Sie lässt sich nicht nur auf eine Liebesnacht mit dem Datingplattformgründer Jack (Patrick Dempsey) ein. Sie schläft auch erneut mit ihrer Ex-Liebe Mark. Die Folge? Bridget wird schwanger und weiß zunächst nicht, wer der Vater ist.
2003 folgt für Colin Firth ein Filmprojekt nach dem anderen: Mehr als ein dutzend Protagonisten treffen im Weihnachtsklassiker "Tatsächlich… Liebe" (2003) aufeinander. Einer von ihnen ist Firth, der sich in Frankreich von einer schmerzhaften Trennung erholt und Gefallen an dem Hausmädchen Aurelia (Lucia Moniz) findet.
Auch in der Komödie "Was Mädchen wollen" (2003) kann Colin Firth punkten. Darin mimt er den Politiker Henry Dashwood, der seine Tochter Daphne (Amanda Bynes, li.) erst kennenlernt, als sie 17 Jahre alt ist. Da er sich mitten im Wahlkampf befindet, sorgt die Begegnung fast für einen Skandal.
In "Das Mädchen mit dem Perlenohrring", ebenfalls aus dem Jahr 2003, steht Colin Firth als schüchterner Maler Jan Vermeer vor der Kamera. Seine Familie drängt ihn dazu, schneller zu malen, doch Vermeer fehlt die Inspiration – bis die junge Haushaltshilfe Griet (Scarlett Johansson, li.) bei ihm im Atelier zu arbeiten anfängt.
Die Erziehung sieben ungestümer Kinder und der anfallende Haushalt würde vermutlich jedem alleinstehenden Mann zu viel werden, so auch dem verwitweten Mr. Brown, gespielt von Colin Firth, in "Eine zauberhafte Nanny" (2005). Das chaotische Leben der Familie wird umgekrempelt, als plötzlich Nanny McPhee (Emma Thompson) vor der Tür steht - inklusive einer Extra-Portion Magie.
Begehren, Leidenschaft, Mord und Lügen – all diese Themen kommen im Filmdrama "Wahre Lügen" (2005) zum Tragen. Handlungsträger sind die beiden Schauspieler Kevin Bacon und Colin Firth, die zwei in den 50er Jahren gefeierte TV-Stars spielen. Das Privileg, alles machen und tun zu können, wird ihnen plötzlich zum Verhängnis, als man in ihrer Suite die Leiche der jungen Maureen (Rachel Blanchard, li.) findet.
Eine Rolle, die Colin Firth nicht fremd ist, wird ihm in der Musikkomödie "Mamma Mia!" (2008) zuteil. Ehe die junge Sophie (Amanda Seyfried) unter die Haube kommt, möchte sie erfahren, wer ihr Vater ist. Allerdings kommt dabei mehr als nur ein Mann in Frage: Abenteurer Bill Anderson (Stellan Skarsgard, li.), Geschäftsmann Sam Carmichael (Pierce Brosnan, mi.) und Banker Harry Bright (Colin Firth). "Mamma Mia!" erhält Nominierungen bei den Golden Globes, People’s Choice Awards und bei den Grammys.
Da sich die drei Männer darauf einigen, die Vaterschaftsfrage unbeantwortet zu lassen, kommen sie auch in der Fortsetzung "Mamma Mia 2: Here We Go Again" (2018) noch einmal zum Einsatz. Dieses Mal geht es um die Erinnerungen von Sophies Mutter, die an ihre Zeit in Griechenland zurückdenkt, in der sie Sam, Bill und Harry kennenlernt.
Für seine Rolle in "A Single Man" wird Colin Firth 2009 mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Der Film beschert ihm sogar seine erste Oscarnominierung. Worum geht es? Der Uni-Professor George (Colin Firth) leidet so sehr unter dem Verlust seines Freundes Jim (Matthew Goode), dass er sich erschießen möchte. Zuvor kümmert er sich aber um letzte Angelegenheiten und trifft ein letztes Mal seine engsten Freunde, darunter seine beste Freundin Charley (Julianne Moore, li.).
In "Das Bildnis des Dorian Gray" (2009) schlüpft Colin Firth in die Rolle des Lord Henry Wotton. Er ist der Mentor des unverdorbenen Jünglings Dorian Gray (Ben Barnes), der sich ewige Jugend und ein makelloses Aussehen wünscht. Tatsächlich verändert er sich von da an nicht mehr. Doch sein Wunsch soll ihm schon bald zum Verhängnis werden.
Eine preiswürdige Darbietung legt Colin Firth 2010 als König Georg VI. in der britischen Filmbiografie "The King's Speech – Die Rede des Königs" hin. Und tatsächlich: Firth erhält 2011 den langersehnten Oscar in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller". Der Streifen erhält außerdem drei weitere Goldjungen als bester Film, für die beste Regie, sowie für das beste Drehbuch.
Romantisch und gleichzeitig dramatisch wird es für Colin Firth in "Die Liebe seines Lebens – The Railway Man" (2013). Darin spielt er den schüchternen Schotten Eric, der die liebenswürdige Krankenschwester Patti (Nicole Kidman, re.) kennen und lieben lernt. Dank ihr blüht Eric endlich auf. Doch eine traumatische Vergangenheit scheint ihn weiterhin zu belasten.
In "Magic in the Moonlight" (2014) wird der Illusionist Stanley alias Colin Firth an die Côte d’Azur bestellt, um einen Schwindel aufzudecken. Dort trifft er auf die angebliche Wahrsagerin Sophie (Emma Stone, li.), die ihr Unwesen an der französischen Mittelmehrküste treibt.
2014 geht Colin Firth unter die (komödiantischen) Geheimagenten. In "Kingsman: The Secret Service", eine Art Parodie der James-Bond-Streifen, spielt er Harry "Galahad" Hart, einen Gentleman-Spion, der den jungen Gary "Eggsy" (Taron Egerton) rekrutiert und im Kampf gegen einen Bösewicht ausbildet und an seine Seite holt. Zugleich gibt er dem jungen Mann damit eine neue Perspektive und wird zur Vaterfigur.
Drei Jahre später schlüpft Firth in der Fortsetzung "Kingsman: The Golden Circle" erneut in die Rolle des Altmeisters "Galahad" (mi.) - obwohl er im ersten Teil verstarb. Die Handlung spielt ein Jahr nach dem Plot des ersten Teils und basiert anders als der Vorgänger nicht auf einem Comic. Mittlerweile ist "Eggsy" (Taron Egerton, li.) als neuer "Galahad" herangereift und muss die Machenschaften der Organisation "The Golden Circle" aufdecken.
2016 steht Colin Firth gemeinsam mit Hollywoodgröße Jude Law (re.) vor der Kamera. In "Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft" treffen der Autor Thomas Wolfe (Law) und der Lektor Max Perkins (Firth) aufeinander und kreieren zusammen einen Erfolgsroman. Doch immer wiederkehrende Uneinigkeiten stellen ihre beginnende Freundschaft auf die Probe.
"Kursk – Niemand hat eine Ewigkeit" (2018) zeigt den Untergang des russischen Atom-U-Boots K-141 Kursk im Jahr 2000. Die Besatzung, darunter Colin Firth als Commodore David Russell, kämpft ums Überleben, während ihre Angehörigen versuchen, entsprechende Rettungsmaßnahmen einzuleiten.