Roberto Blanco versteht die Welt nicht mehr. Am Sonntag wurde bekannt, dass gegen den Schlagersänger ein Haftbefehl vorliegt – wegen ausstehender Unterhaltszahlungen an seine Ex-Frau Mireille. Der 77-Jährige zeigt sich schockiert und sagt, er wisse von nichts.

Das Amtsgericht Kelheim hat Haftbefehl gegen Schlagersänger Roberto Blanco erlassen. In einer Mitteilung des Gerichts heißt es, dass "auf Antrag einer Gläubigerin gegen Roberto Zerquera-Blanco als Schuldner im Zwangsvollstreckungsverfahren Haftbefehl zur Erzwingung der Abgabe der Vermögensauskunft erlassen" wurde. Auch der Anwalt seiner Ex-Frau Mireille Blanco, Klaus Piegeler, hat den Vorgang unserem Portal gegenüber bestätigt. "Herr Blanco muss jederzeit mit einer Verhaftung rechnen", sagt Piegeler.

Für den 77 Jahre alten Schlagerstar ist das unfassbar. "Uns ist kein Haftbefehl zugestellt worden", sagen Roberto Blanco und Ehefrau Luzandra im Gespräch. "Es ist mehr als unglaublich. Wir waren total schockiert, als wir davon in den Medien gelesen haben." Nun müsse man prüfen, was es damit auf sich habe. Der Sänger habe nach eigenem Bekunden bis zum 4. Juli Zeit, dem Gericht in Kelheim eine Vermögensauskunft zu geben – oder dagegen Widerspruch einzulegen. "Deswegen ist es für uns so unvorstellbar, dass ein Haftbefehl ergangen sein soll. Wir sind total durcheinander", sagt Ehefrau Luzandra.

Forderung: 150.000 Euro für ein Jahr

Für Anwalt Piegeler ist das Vorgehen des Kelheimer Gerichtes dagegen nicht ungewöhnlich. "Ein Haftbefehl wird nicht zugestellt." Die Frist, die der Schlagersänger nennt, kenne er nicht. Denn: "Der Gerichtsvollzieher nennt einen Termin zur Vermögensauskunft, nicht das Gericht." Blanco sei seiner Pflicht nicht nachgekommen, habe beide Termine verstreichen lassen. "Einmal war er wegen Krankheit entschuldigt, zum zweiten Termin im Mai kam er einfach nicht", sagt Piegeler. Deshalb sei nun Haftbefehl erlassen worden.

Bei der ausstehenden Forderung geht es um 150.000 Euro. Ein Schweizer Gericht hatte der Ex-Frau diesen Betrag pro Jahr zugesprochen. Blanco ging gegen das Urteil aus Zürich in München vor Gericht und bekam teils Recht. "Das Gericht entschied, dass der Unterhalt in Höhe von 12.500 Euro monatlich viel zu hoch angesetzt war. Es legte ihn auf 2.750 Euro pro Monat fest. Allerdings nicht rückwirkend für 2009 bis 2010", sagt Blanco. Der Nachzahlungsforderung ist er bisher nicht nachgekommen. Der 77-Jährige sei anwaltlich gut beraten und lege bei jeder Entscheidung zum Unterhalt Widerspruch ein, so Piegeler.

Dem Amtsgericht Kelheim zufolge liegt Blancos Freiheit derzeit in den Händen seiner Ex-Frau. Eine Verhaftung ist nach Gerichtsangaben nur dann möglich, wenn Mireille Blanco diese auch tatsächlich beantragt. Das sei aber bislang nicht der Fall. "Roberto Zerquero-Blanco ist nicht zur Verhaftung ausgeschrieben", teilte das Gericht mit.

"Er hat jetzt zwei Möglichkeiten, einer Verhaftung zu entgehen: Entweder er bezahlt den ausstehenden Betrag oder er legt offen, was er an Vermögen hat", sagt Mireille Blancos Anwalt. (far)