"Gigant des deutschen Journalismus", "intellektuelles Energiezentrum des Landes", "wunderbarer Anarchist", "Maverick der Medienbranche": Politiker und Kollegen von Frank Schirrmacher sowie Prominente würdigen den am Donnerstag Verstorbenen. Ein Überblick.

Bundespräsident Joachim Gauck:

"Frank Schirrmacher war ein ebenso aufmerksamer wie wortgewaltiger Beobachter und Gestalter des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Er hat maßgebliche Debatten zu zentralen Zukunftsfragen unseres Landes angestoßen. Bei mancher Zuspitzung speiste sein Urteil sich stets aus umfassender Sachkenntnis, einem wachen historischen Bewusstsein und einer Grundhaltung der Humanität. Die Stimme der Vernunft, die Frank Schirrmacher in vielen Debatten verkörperte, wird uns fehlen."

US-Journalist Jeff Jarvis via Twitter:

Ich war oft uneins mit Schirrmacher. Aber er war ein Gigant des deutschen Journalismus im @FAZ-Feuilleton. Ein schrecklicher Verlust.

Laut Medien ist der Herausgeber der FAZ gestorben.

Edo Reents, stellvertretender Leiter des FAZ-Feuilletons:

Die Bedeutung seiner immensen Intellektualität wird man zu diesem Zeitpunkt nicht ermessen können. Zum Schluss noch dies: Er mochte es, wenn man aus Thomas Manns Dostojewski-Essay zitierte: "Denn unter anderem war dieser Gekreuzigte ein ganz großer Humorist." Frank Schirrmacher hatte für die Zerrissenen immer besonders viel übrig – vielleicht, weil er es selbst auch war.

Jakob Augstein, Herausgeber der Wochenzeitung "Freitag" via Twitter:

"Es gibt wirklich nicht viele Leute, von denen man sagen kann, sie seien unersetzlich. Er war einer."

Ines Radisch in ihrem Nachruf bei "Zeit online":

Wir haben sehr viel verloren an diesem Tag. Wir – die Kulturjournalisten in Deutschland, weil er das deutsche Feuilleton so erfindungsreich politisiert, verlebendigt und dramatisiert hat. Wir – die Printmedien, für die er bedingungslos gekämpft hat. Wir – die Leser, die den wunderbaren Anarchisten, das geniale Kind, das abenteuerliche Herz dieses großartigen Journalisten vermissen werden.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt ‏via Twitter:

Frage mich die ganze Zeit, wer wohl künftig mit so viel Scharfsinn Debatten anführt. #digital #Print Politik wie Feuilleton #Schirrmacher

SZ-Innenpolitik-Chef Heribert Prantl:

"Er war ein begeisterter, ja ein besessener Zeitungsmacher. Er hat vorausgedacht, er hat Themen gesetzt, er hat Debatten geprägt, er war ein Meinungsführer. Er gehörte zu denen, die dem Journalismus den Weg ins digitale Zeitalter gewiesen haben. Er wird der deutschen Publizistik an allen Ecken und Enden fehlen."

Regierungssprecher Steffen Seibert ‏via Twitter:

Die FAZ schreibt schön und richtig über Frank #Schirrmacher : "Ein sehr großer Geist". Ich bin traurig wie sicher viele seiner Leser.

Springer-Chef Mathias Döpfner:

"Er hat in den letzten drei Jahrzehnten den deutschen Journalismus geprägt wie kein anderer. Er war das intellektuelle Energiezentrum des Landes. Sein Weg war begleitet von Bewunderung und Neid. Er war ein wunderbarer Freund. Ihn zu verlieren, ist unfassbar."

Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments:

Mit Frank Schirrmacher verliert Deutschland einen herausragenden Publizisten und eine seiner wichtigsten intellektuellen Stimmen. Wie kaum ein anderer prägte der die Debatten in Deutschland und Europa in den vergangenen Jahren, zuletzt zu den Risiken und Gefahren von Big Data für unsere persönliche Freiheit und unsere Demokratie. [...] Frank Schirrmacher war ein großer Vertreter eines wertegeleiteten republikanischen Humanismus und ich empfinde tiefe Dankbarkeit mit ihm freundschaftlich verbunden gewesen zu sein.

"Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang Büchner:

"Das ist ein Schock. Frank Schirrmacher war ein publizistisches Universalgenie. Seine Begeisterungsfähigkeit, seine Energie waren einfach überwältigend. Und ich bin dankbar für jede einzelne Begegnung, jedes einzelne Gespräch mit Frank Schirrmacher. Es gibt niemanden in dieser Generation, der ihm gleichkommt. Ich trauere um einen großartigen, großzügigen Kollegen."

Georg Diez im "Spiegel"-Nachruf:

Der Verlust Frank Schirrmachers ist kaum zu ermessen: Er, der Ermöglicher, der Maverick der Medienbranche, schien einen Weg weisen zu können aus der Krise des Journalismus - denn er war furchtlos.

(cze)