Rapper Capital Bra war lange abhängig von Tilidin und rappte in mehreren seiner Songs über das Schmerzmedikament. Nun spricht er in einem Interview offen über seine Sucht, ihre Folgen und was er seinen Fans mit auf den Weg geben will.

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In den letzten Jahren hat Rapper Capital Bra das Schmerzmittel Tilidin in über 15 seiner Songs thematisiert. In einem Interview mit dem NDR-Rechercheformat "STRG_F" spricht er nun offen darüber, wie süchtig er nach dem Medikament war. Und thematisiert, wie seine Sucht anfing, was die Gründe für den Konsum waren und was er seinen Fans zu sagen hat.

Capital Bra: Das erste Mal war der schlimmste Absturz

Warum Capital Bra über Tilidin rappe, wird der Musiker zu Beginn des Interview-Clips gefragt. Die unmissverständliche Antwort des 25-Jährigen: "Weil es ein Teil von meinem Leben war." Er erinnere sich noch genau an den Beginn seiner Sucht: "Das erste Mal war der schlimmste Absturz!" Zwei Tage habe er im Bett gelegen und sich ständig übergeben.

Der Musiker begann damit, das Schmerzmedikament regelmäßig zu nehmen. Der Beginn eines Teufelskreises, der Capital lange im Griff behalten sollte. Dazu beigetragen habe vor allem die Öde des Alltags, dem sich die Jugendlichen damals ausgesetzt sahen. "Stell dir mal vor, du hast kein Geld, du bist in Hohenschönhausen", erklärt Capital Bra. "Ihr hängt alle zusammen rum. Jeder hat ein bisschen Kleingeld in der Tasche und du musst den Tag irgendwie rumbekommen."

Ein düsteres Set-up, das er und seine Freunde auf eine gefährliche Art aufhellen wollten. "Du gehst nicht schaukeln mit 15", stellt der Rapper klar. "Einer holt Gras, einer holt Tilidin, dann chillst du halt den ganzen Tag. Und jeden Tag von vorne."

Du sitzt dann da wie ein vercrackter Junkie

Schließlich habe ihn die Sucht voll im Griff gehabt. "Du sitzt dann da wie ein vercrackter Junkie", formuliert Capital Bra unmissverständlich. Er habe das Medikament vor allem zur Stressbewältigung missbraucht: "Wir haben das genommen zum Klarkommen. Weil alles ist zu viel, jeder macht Fotos."

Doch die Sucht habe immer gravierendere Folgen gehabt. "Irgendwann geht es auch auf deinen Kopf", erinnert sich der Sänger. "Wenn du keine Kontrolle mehr über etwas hast, ist kacke." Ihm sei klar geworden, dass sich etwas ändern müsse: "Ich wollte meine Kinder auch vom Kindergarten abholen. Ich wollte nicht mehr benebelt sein oder was auch immer." Dann die ersten Schritte zur Entwöhnung – alles andere als leicht: "Die ersten zwei Tage denkst du, es ist schlimm, aber dann wird es schlimm." Einen Monat müsse man durchhalten, so der Rapper weiter.

Capital Bra habe den Konsum von Tilidin nie als cool verharmlosen wollen. Er warne sehr davor, das Medikament nur zum Spaß zu nehmen. Seine Message an die Fans: "Wer es ausprobieren will und cool sein will, soll es probieren. Aber er ist gefickt danach. Das musst du auf jeden Fall safe wissen."  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet

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