Mel Gibson: Das turbulente Leben des einstigen Actionstars

Mel Gibson stieg mit Filmen wie "Braveheart" (1995) und "Mad Max" (1979) in den Hollywood-Olymp auf. In den letzten Jahren machte er vor allem mit Alkoholeskapaden und rassistischen Äußerungen Schlagzeilen. Am 3. Januar feiert der Schauspieler seinen 64. Geburtstag. Hier ein Rückblick auf seine erfolgreiche Karriere und sein turbulentes Leben. © spot on news

Mel Gibson wird am 3. Januar 1956 als sechstes von zehn Kindern in Peekskill im US-Bundestaat New York geboren. Als der Vater bei der Quizshow "Jeopardy!" gewinnt, zieht die Familie nach Sydney (Australien).
In Australien entdeckt Mel Gibson seine Liebe zum Schauspiel. Eine seiner Schwestern ermutigt ihn, sich an der Schauspielschule "National Institute of Dramatic Art" in Sydney zu bewerben. Dort sammelt er schließlich in einigen Theaterstücken erste Erfahrungen.
Auch in der Liebe findet er sein Glück: 1977 lernt er die Zahnarzthelferin Robyn Moore über eine Partnervermittlung kennen. Drei Jahre später heiraten sie und bekommen insgesamt sieben Kinder – eine Tochter und sechs Söhne.
Nach einigen kleineren Rollen bekommt Gibson im Kinofilm "Mad Max" (1979, Foto) die Chance seines Lebens. Darin spielt er einen Polizisten, der den Mord an seiner Frau rächt. Der günstig produzierte Film wird ein weltweiter Kino-Erfolg – was die Hauptdarsteller international bekannt macht. 1981 und 1985 folgen Teil zwei und drei.
1982 reitet er weiter auf der Erfolgswelle: Im mehrfach ausgezeichneten Thriller "Ein Jahr in der Hölle" übernimmt Mel Gibson neben Sigourney Weaver die Hauptrolle (Foto) und mimt einen Auslandsreporter, der in dunkle Machenschaften gerät.
1987 ergattert Gibson die Rolle, die ihn endgültig zum Superstar macht. In Richard Donners Film "Lethal Weapon" verkörpert er den zu Gewaltausbrüchen und Selbstzerstörung neigenden Polizisten Martin Riggs (Foto). Der Actionthriller ist der erfolgreichste Film des Jahres und spielt allein in den USA 65 Millionen Dollar ein.
Der Film ist so erfolgreich, dass noch drei weitere Teile folgen: "Brennpunkt L.A." (1989), "Brennpunkt L.A. – Die Profis sind zurück" (1992) sowie "Lethal Weapon 4" (1998). Der fünfte Teil ist 2008 geplant, scheitert aber angeblich an Gibsons Absage, der ohne Richard Donner als Regisseur nicht drehen will.
Auch mit den nächsten Filmen festigt Gibson seine Position als einer der bestbezahlten Darsteller des US-Kinos. Filme wie "Kopfgeld – Einer wird bezahlen" (1996), "Payback – Zahltag" (1999) und "Der Patriot" (Foto, 2000) werden internationale Kassenschlager.
Doch Gibson glänzt nicht nur als Schauspieler: 1989 gründet er zusammen mit Bruce Davey die Produktionsfirma "Icon Productions". Sein Debüt als Regisseur gibt er 1993 mit dem Film "Der Mann ohne Gesicht" (Foto), in dem er auch die Hauptrolle eines entstellten Lehrers übernimmt.
1995 ist er als Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller im Historiendrama "Braveheart" (Foto) tätig. Der Film wird von den Kritikern in höchsten Tönen gelobt und zählt heute zu den Klassikern. Der Film erntet zehn Oscar-Nominierungen. Am Ende gewinnt er in fünf Kategorien – unter anderem in den Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie".
Auch "Die Passion Christi" (Foto, 2004) produziert er mit seiner Filmfirma "Icon Productions" selbst und investiert Millionen in das umstrittene Projekt. Der Film erreicht 2004 einen Platz unter den zehn kommerziell erfolgreichsten Kinofilmen. Allerdings stößt er wegen der heftigen Gewaltdarstellungen auch auf Kritik.
Während seine Karriere nach oben geht, fällt Gibson im Privatleben tief. 2006 nehmen ihn Polizisten fest, weil er mit 1,2 Promille am Steuer sitzt. Doch nicht nur das: Er beschimpft die Polizisten mit antisemitischen Parolen. Dafür bekommt er drei Jahre auf Bewährung und eine Geldstrafe von 930 Euro. Der gute Ruf ist dahin.
Gibson sucht danach die Anonymen Alkoholiker auf und entschuldigt sich öffentlich im US-Fernsehen. Erstmals spricht er offen über seine Depressionen: "Ich habe erst jetzt herausgefunden, dass ich manisch-depressiv bin", gesteht der Schauspieler.
2009 ein weiterer Tiefpunkt: Nach fast 30 Jahren Ehe verlässt der Schauspieler seine Frau Robyn Moore - angeblich wegen seiner Beziehung zu der russischen Sängerin Oksana Grigorieva (Foto), die 2009 Tochter Lucia zur Welt bringt. Allerdings sollen sich die beiden 2010 bereits wieder getrennt haben.
2015 wird seine Rolle im vierten Teil von "Mad Max" an Tom Hardy (r.) übergeben. Regisseur George Miller (m.) sagt im Interview mit der "Welt" über Gibson: "Er hat zu viele Probleme zu regeln und hätte die Drehs wahrscheinlich auch körperlich nicht mehr geschafft."
Allerdings scheint es für den 64-Jährigen wieder bergauf zu gehen: 2017 meldet sich Gibson als Regisseur mit dem Film "Hacksaw Ridge – Die Entscheidung" (Foto) zurück. Der amerikanisch-britische Kriegsfilm wird sogar für sechs Oscars nominiert und heimst schlussendlich zwei Academy Awards ein. 2019 folgte eine Hauptrolle im Film "The Professor and the Madman".