Die Meister der Komik: Was wurde aus Monty Python?

Monty Python gilt als Inbegriff des schwarzen, britischen Humors. Die Komikergruppe wurde 1969 gegründet und erlebte ihr Hoch in den Siebzigerjahren. So schufen die sechs Männer etwa die Fernsehserie "Monty Python's Flying Circus" sowie mehrere Kinofilme, die bis heute unvergessen sind, darunter auch "Das Leben des Brian" (1980). Aber was wurde im Laufe der Jahre aus John Cleese, der am 27. Oktober seinen 80 Geburtstag feiert, und seinen einstigen Kollegen? Ein Überblick. © spot on news

Die Comedy-Truppe Monty Python zeichnete sich besonders durch ihren schwarzen Humor aus und prägte eine ganze Generation. Der Verzicht auf eine Pointe war das Markenzeichen der sechs Männer. Ob es ihnen wohl auch nach der Monty-Python-Zeit gelang, mit ihrem Talent in der Welt der Komik zu bestehen?
John Cleese wollte eigentlich Jurist werden, doch daraus wurde Gott sei Dank nichts. Stattdessen spielte der gebürtige Brite in "Monty Python's Flying Circus" über 100 verschiedene Rollen und parodierte meist den verklemmten, Emotionen fürchtenden Engländer der höheren Gesellschaft (Foto, re.).
Nach der Auflösung der Gruppe im Jahr 1983 konnte Cleese noch einige Erfolge verzeichnen. Einer davon war der von ihm geschriebene Spielfilm "Ein Fisch namens Wanda" (1988). Die Komödie kam bei Kritikern gut an und brachte ihm eine Oscar-Nominierung als bester Drehbuchautor ein. Heute lebt Cleese in Kalifornien zusammen mit seiner vierten Ehefrau Jennifer Wade. Aus vorherigen Ehen hat er zwei Töchter.
Terry Gilliam war anfangs eher als Autor und Regisseur tätig. Später trat er bei Monty Python aber auch als Schauspieler in Erscheinung. Sein Regiedebüt gab er 1975 mit dem Film "Die Ritter der Kokosnuß" (Foto), bei dem er von Terry Jones unterstützt wurde.
Später konnte sich Gilliam als Regisseur fest in Hollywood etablieren. So drehte er unter anderem die Filme "König der Fischer" (1991) mit Robin Williams und "Das Kabinett des Doktor Parnassus" (2009) mit Heath Ledger und Johnny Depp. Auch privat läuft es für den Regisseur gut: Seit 1973 ist er mit Maskenbildnerin Maggie Weston verheiratet – zusammen haben sie drei Kinder.
Terry Jones war das Multitalent des Comedy-Gespanns. Er war nicht nur als Autor und Darsteller aktiv, sondern übernahm auch die Regie. Zusammen mit Terry Gilliam bei den Filmen "Die Ritter der Kokosnuß", "Das Leben des Brian" und "Der Sinn des Lebens". In Letzterem trat er unter anderem als fettleibiger Mann vor die Kamera (Foto).
In den späteren Jahren war Jones vor allem als Autor tätig: So schrieb er mehrere Romane, Kinder- und Sachbücher. Im Oktober 2006 wurde bei Jones Darmkrebs diagnostiziert, weshalb er sich einer OP unterziehen musste. Zehn Jahre später der nächste Schock: Der einstige Comedy-Star leidet an einer Demenzerkrankung, seine Kommunikationsfähigkeit ist eingeschränkt.
Eric Idle unterschied sich ein wenig vom Rest der Komiker: Er bevorzugte es, allein Sketche zu schreiben. Außerdem verfasste er zahlreiche Lieder, die in den Fernsehserien und Filmen der Gruppe zu hören sind. Das vermutlich bekannteste: "Always Look On The Bright Side Of Life" am Ende von “Das Leben des Brian“ (Foto).
Idle verfasste im weiteren Verlauf seines Lebens mehrere Bücher, darunter die Romane "Hallo Sailor!" und "Die Reise zum Mars". Außerdem war er Autor für das Musical "Monty Python's Spamalot", das auf dem Film "Die Ritter der Kokosnuß" basiert. Heute lebt er in Los Angeles zusammen mit seiner zweiten Frau und hat zwei Kinder.
Michael Palin übernahm zahlreiche Rollen in Monty-Python-Kinofilmen: So ist er etwa in "Das Leben des Brian" als Pontius Pilatus mit Sprachfehler (Foto) zu sehen. In "Die Ritter der Kokosnuß" übernahm er hingegen die Rolle von Sir Galahad, einem Ritter der Tafelrunde.
Später spielte er zusammen mit Cleese in der erfolgreichen Komödie "Ein Fisch namens Wanda". Seine Darstellung als stotternden Ken brachte ihm einen BAFTA Award als bester Nebendarsteller ein. 2018 folgte eine weitere Ehrung: Er wurde zum Knight Commander des "Order of St. Michael and St. George" ernannt (Foto).
Graham Chapman studierte Medizin, ehe er Cleese kennenlernte und 1969 zusammen mit den anderen Komikern Monty Python gründete. 1979 übernahm er in dem Film "Das Leben des Brian" die Hauptrolle (Foto). Dafür überwand der Komiker sogar seine Alkoholsucht.
1988 wurde bei dem starken Raucher ein bösartiger Tumor an den Mandeln festgestellt. Wenig später wurden Metastasen an der Wirbelsäule diagnostiziert, wodurch Chapman fortan auf einen Rollstuhl angewiesen war. Am 4. Oktober 1989 starb er schließlich an der Krankheit – einen Tag vor dem 20-jährigen Jubiläum der Monty Pythons.