Er kannte sie alle: Als Konzertveranstalter und Mitgründer von "Lippmann + Rau" holte er Superstars wie die Rolling Stones, Led Zeppelin, The Doors oder Queen nach Deutschland. Jetzt ist Fritz Rau im Alter von 83 Jahren gestorben.

Bereits als Student arbeitete Rau im Jazz-Club "Cave 54" in Heidelberg und veranstaltete dort erstmals Konzerte von internationalen Künstlern. Gemeinsam mit seinem Geschäftsfreund Horst Lippmann organisierte er dann das "American Folk Blues Festival", für das er Szene-Größen wie Willie Dixon und Howlin' Wolf erstmals einem deutschen Publikum vorstellte.

So wurde auch die neue Blues-Generation auf die Veranstalter aufmerksam und Gruppen wie die Rolling Stones, Cream oder die Yardbirds ließen ihre Touren von "Lippmann + Rau" veranstalten. In den letzten 40 Jahren arbeitete Rau mit fast allen großen internationalen Stars zusammen, darunter Michael Jackson, Ella Fitzgerald, Miles Davis, ABBA oder Bob Dylan.

Aber auch deutsche Künstler konnten sich auf Rau verlassen: Peter Maffay, Ton Steine Scherben oder Udo Lindenberg verdanken ihre Karrieren zu einem guten Teil der Arbeit Raus. Den Böhsen Onkelz verweigerte Rau dagegen aufgrund ihrer politischen Ausrichtung die Zusammenarbeit.

Legendär wurde eine Aktion zu Madonnas Europatournee 1987: Weil sie nur ein Deutschlandkonzert im Frankfurter Waldstadion gab, organisierte Rau gemeinsam mit der Deutschen Bahn 20 Sonderzüge, die die Fans aus allen Teilen Deutschlands nach Frankfurt brachten - unter dem passenden Namen "Rock'n'Rail".

Jetzt starb mit Fritz Rau einer der beliebtesten Konzertveranstalter der Welt, den Mick Jagger ehrfurchtsvoll den "Godfather" nannte in Kronberg.