Kim Wilde wird 60: Das waren die Mode- und Frisurtrends der Achtziger

Kim Wilde feiert an diesem Mittwoch ihren 60. Geburtstag. Die britische Rocksängerin konnte vor allem in den Achtzigern mit Liedern wie "Kids in America" große Erfolge feiern. Es war ein Jahrzehnt, das bunt und laut war - besonders in Bezug auf Mode und Frisuren. Das waren die modischen Must-haves des Jahrzehnts.

Die 1980er waren ein schrilles Jahrzehnt, sowohl in Bezug auf den Modestil als auch auf die Musik. Bunte Farben, auffällige Muster, extravagante Schnitte - in den 1980er wollte man auffallen. Eine der Modeikonen dieses Jahrzehnts war Sängerin Madonna (Foto).
Ein angesagter Style bei Frauen der 1980er waren Hosenanzüge. Dieser Trend kam bereits Anfang des 20. Jahrhunderts auf und galt als vermeintlicher Schritt in Richtung Emanzipation: Frau wollte sich aus karrieretechnischen Gründen wie Mann kleiden. Häufig wurde der Hosenanzug - wie zum Beispiel von Kim Wilde (Foto) - mit einem auffällig gemusterten Bustier kombiniert.
Besonders populär war außerdem Jeansstoff. Egal ob als Jacke oder Hose, hell oder dunkel. Häufig wurde der Stoff mit Cowboy-Fransen oder Glitzersteinen versehen. In der Punk- und Rock-Szene galt zusätzlich die Lederjacke und ein breiter Gürtel als trendy.
Ein weiterer beliebter Jeans-Look war die sogenannte "Acid Wash Optik". Kennzeichnend dafür ist das ausgewaschene und abgenutzte Aussehen des Jeansstoffes, das durch das Einsetzen von Chlor- oder anderen Bleichmitteln zustande kommt. Auch dieser Look kam eher aus der Rock- und Punkszene.
Bei Männern musste die Jeanshose eng sitzen - sehr eng. Marken wie Levis oder Mustang waren ein Must-have in den Kleiderschränken der 1980er. Prominente Vorbilder waren hier vor allem Schauspieler wie Tom Cruise oder Patrick Swayze, aber auch Musiker wie Thomas Anders (Foto, l.).
Mehr ist mehr. Das galt in den 1980er auch in puncto Schmuck. Modern war das sogenannte "Schmuck-Layering". Das heißt, es werden mehrere Ketten, Ringe oder Armbänder miteinander kombiniert. Besonders beliebt waren dabei Statement-Ketten, XL-Creolen und die Farbe Gold.
Die Leggings - eine enganliegende Hose aus Viskose, Lycra oder anderen elastischen Stoffen - war in den 1980ern nicht mehr nur Sportkleidung, sondern auch zunehmend freizeittauglich. Getragen wurde sie am liebsten in grellen Farben oder mit bunten Prints - wie die deutsche Sängerin Nena bei einem Konzert 1984 in Düsseldorf.
Zuerst konnte Prinzessin Diana nicht viel mit (aktueller) Mode anfangen. Sie trug abgenutzte Schuhe, zu große Röcke und altmodische Pullunder. Doch nach und nach entwickelte sie sich zur Stilikone: So trug Lady Di zum Beispiel ein blaues Pailletten-Kleid bei der Filmpremiere von "Shirley Valentine" 1989.
Die Prinzessin zeigte sich zudem stilsicher in einem "Colour Blocking"-Outfit. Hierbei werden stark kontrastierende Uni-Farben miteinander kombiniert, meistens in schlichten Schnitten. Der Blazer hat außerdem - typisch für die Damen-Mode der 1980er - Schulterpolster.
Auch in puncto Schuhe war Prinzessin Diana trendsicher unterwegs. In den 1980er trug man gerne "Kitten Heels", die einen Absatz von bis zu fünf Zentimeter haben. Es gibt verschiedene Ausführungen dieses Schuhs: Manchmal war er hinten teilweise offen und gab durch einen verstellbaren Riemen um den Knöchel den nötigen Halt (Foto). Manchmal war er aber auch komplett geschlossen oder offen ohne Riemen.
Ansonsten trug Mann und Frau es am Fuß sehr bequem. Sneaker wie von "New Balance", "Nike" oder "Adidas" waren dabei besonders angesagt. Kaum in einem anderen Jahrzehnt wurden so viele Sneaker Kult wie in den 1980ern. Kombiniert wurden die bequemen Treter gerne mit weißen Tennissocken (2.v.l.).
Rüschen, Schleifen, Spitze und vor allem viel Volumen. Puffärmel an Oberteilen und Kleidern gehörten in den 1980ern einfach dazu. Das zeigt sich auch am prachtvollen Hochzeitskleid von Prinzessin Diana, das sie 1981 bei der Trauung mit Prinz Charles in der St. Paul's Cathedral in London trug (Foto).
Die US-Amerikanerinnen Jane Fonda und Sydne Rome machten diese Gymnastikform in den 1980er populär: Aerobic. Dazu gehörte auch die passende Kleidung wie etwa Stirnbänder, Stulpen, Leggins oder Einteiler - und das meistens in grellen Neonfarben.
Ebenso ein Blickfang war das sogenannte Netzhemd. Es gehörte sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu den beliebtesten Kleidungsstücken in den 1980er. Im Sommer wurde es meistens so auf der Haut getragen, im Winter über einem langärmeligen Shirt. Beliebt waren auch hier knallige Farben.
Ebenso trend waren überschnittene Oversize-Blazer. Oft wurden diese in Kombination mit einem breiten Gürtel getragen, um die Taille zu betonen und der Figur eine besondere Silhouette zu verleihen. Dieser Look konnte auf lässige Art getragen werden, aber auch elegant - so wie Prinzessin Diana 1987 an der Seite von Prinz Charles bei einem Besuch in Köln (Foto).
In den 1980ern ging es auch bei den Mustern wild zu. Sei es Leopard, Tiger oder Zebra - Animal-Print war trendy, oft in Kombination mit Lurex und Strass. Knapp 30 Jahre später feierte dieser Mode-Trend bei großen Designern wie Calvin Klein oder Michael Kors sein Revival.
Ein weiterer Trend, der knapp 30 Jahre später wiederkam, war die Radlerhose. Dabei handelt es sich um eine hautenge Leggings, die kurz über den Knien endet. Popsängerin Madonna trug sie hier vergleichsweise schlicht, denn oft konnte man sie - wir hatten es bereits davon - in grellen Neonfarben oder Tier-Prints kaufen.
In den 1980ern war nicht nur die Mode schrill, sondern auch das Make-Up. Beim Lidschatten wurde gerne mit knalligen Farben wie grün, blau oder pink experimentiert - zusätzlich gerne mit markanten Kajal-Linien. Auf die Lippen und Wangen wurde am liebsten ein kräftiges Rot oder Pink aufgetragen. In der Punk-Szene setzte man in dem Jahrzehnt ebenfalls auf Extravaganz: Auffällige Smokey-Eyes und ein roter Lippenstift.
Frisurentechnisch wurde sich in den 1980er kräftig ausgetobt. Eine populäre Frisur war der sogenannte Vokuhila. Kennzeichnend dafür sind die Pony-Fransen an der Stirn, das kürzer rasierte Haar an den Seiten und das etwa schulterlange Haar am Hinterkopf. Besonders beliebt war diese Frisur bei Sportlern, wie zum Beispiel bei dem Tennisspieler André Agassi bei den US Open 1988.
Ein weiterer Frisur-Trend war die Dauerwelle. Sie erfreute sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen bis in die 1990er großer Beliebtheit. Gerne sprach man hier auch vom "Pudel-Look", denn besonders kleine Locken brachten das gewünschte Volumen. Ein kleiner Fun Fact: Die erste elektrisch betriebene Apparatur für Dauerwellen wurde bereits 1906 erfunden - von einem deutschen Friseur und Erfinder.