Trauer um Karl Moik: Der langjährige "Musikantenstadl"-Moderator ist mit 76 Jahren gestorben. Das sagte ein Sprecher des Österreichischen Rundfunks (ORF) der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Nach Angaben der Stadt starb Karl Moik im Landeskrankenhaus Salzburg. Dort soll er laut Informationen der "Bild"-Zeitung seit einigen Wochen wegen Nierenbeschwerden behandelt worden sein.

Bekannt wurde Moik Anfang der 1980er-Jahre durch die Moderation des von ihm erfundenen "Musikantenstadls". Am 31. Dezember 2005 moderierte er die Volksmusiksendung zum letzten Mal, da sein Vertrag von den Sendern nicht verlängert wurde. Sein Nachfolger wurde Andy Borg, der die Moderation der Show allerdings im Sommer dieses Jahres ebenfalls abgeben muss.

Geboren wurde Moik 1938 im österreichischen Linz. Er wuchs als Kind einer alleinerziehenden Mutter in Hallein bei Salzburg auf. Seinen Vater lernte er erst im Alter von fünf Jahren kennen. Sein Showtalent habe sich schon früh bemerkbar gemacht, sagte er. Dennoch orientierte er sich beruflich zunächst in eine denkbar andere Richtung: Moik machte eine Ausbildung zum Werkzeugmacher und reiste als Vertreter für Öfen, Kopiergeräte und Fernsehantennen herum. Später tingelte er mit dem Jazz-Trio "Jolly Austrians" durch Europa. Als gewitzter Kommentator eines Fußballspiels fiel er schließlich dem Österreichischen Rundfunk (ORF) auf, der ihn zunächst als Rundfunkmoderator verpflichtete.

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Karl Moik: Ein Leben für die Volksmusik

Der beliebte Moderator Karl Moik ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

1980 entwarf er schließlich den "Musikantenstadl", 1983 lief die Sendung erstmals im deutschen Fernsehen. Der Erfolg war überwältigend: In der Moik-Ära bis 2005 sahen nach ARD-Angaben weltweit rund 2,3 Milliarden Menschen die Show. Fast 150 Ausgaben wurden ausgestrahlt - und das obwohl alle Sänger mit Playback auftraten. Neben der Volksmusik gab Moik auch Operetten und Schlagern eine Bühne.

Karl Moiks unfreiwilliger Abgang beim "Musikantenstadl"

Mit seiner Live-Show reiste Moik um die Welt: 1998 gastierte der "Musikantenstadl" in Disney World im US-Bundesstaat Florida, 1999 verfolgten mehrere hundert Millionen Zuschauer des chinesischen Staatsfernsehens das Blasmusikspektakel in Peking. 1989 war Moiks "Stadl" die erste große TV-Show, die nach dem Mauerfall live aus Ostdeutschland übertragen wurde.

2005 dann der unfreiwillige Abgang von "seiner" Sendung. Nachdem er beim "Silvesterstadl" 2005/2006 in Kärnten seinem Millionenpublikum zum letzten Mal sichtlich gerührt "Servus, Pfüat Gott und auf Wiedersehen" gesagt hatte, erlitt er einen Schlaganfall und kam ins Krankenhaus. Sein Ausscheiden aus der Sendung war gegen seinen Willen von ORF und ARD beschlossen worden.

In den letzten Jahren zog sich Moik mit seiner Familie in Oberalm bei Salzburg deutlich zurück. Seine Frau Edith, mit der Moik seit 1964 verheiratet war, managte nicht nur das Familienleben, sondern auch die Karriere ihres "Karli-Buam". Aufträge nahm er nur noch an, wenn "eine nette Runde beisammen ist".

Moik hatte seit vielen Jahren mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im letzten Jahr erlitt er nach 2004 erneut einen Herzinfarkt, von dem er sich nur langsam erholte. (cze/dpa)