Vier Wochen nach seiner Haftentlassung spricht TV-Komiker Karl Dall erstmals über seine Zeit im Gefängnis. Der 72-Jährige sagt: "Ich bin ein freiheitsliebender Mensch, traue mich jetzt aber kaum noch raus."

Der Entertainer, der sich gegen Vergewaltigungsvorwürfe wehrt, sagte der "Bild"-Zeitung: "Auch nach der Freilassung fühle ich mich gefangen. Ich bin ein freiheitsliebender Mensch, traue mich jetzt aber kaum noch raus. Dabei würde ich gerne über den Weihnachtsmarkt gehen und für meine Enkeltochter Geschenke kaufen. Ich wünsche mir, in Zukunft wieder unbekümmert durchs Leben gehen zu können. Aber es wird niemals mehr so sein wie es vorher war."

Karl Dall sei in Handschellen zur Vernehmung gebracht worden. "Das war ein beschissenes Gefühl. Zum Glück durfte ich sie vorne tragen. Bevor ich in die Zelle kam, musste ich meinen Gürtel abgeben. Wegen Selbstmordgefahr. Insgesamt bin ich von den Polizisten und den Gefängniswärtern sehr anständig und höflich behandelt worden." In seiner Zelle habe er ständig an seine Familie gedacht: "Die wussten ja anfangs gar nicht, wo ich mich aufhielt. Ich dachte nur: Hoffentlich hört der Spuk bald auf."

Karl Dall vertraut auf die "Rechtsstaatlichkeit"

Der Schauspieler hofft, dass das Verfahren schnell eingestellt wird: "Ich glaube an die Rechtsstaatlichkeit. Ich werde nicht als Gewalttäter in die ewigen Jagdgründe eingehen. Das möchte ich auch vor allem meiner Familie nicht antun. Dafür werde ich kämpfen. Schließlich bin ich unschuldig." (ncs)