Jay-Z hat in Brooklyn ein Konzert unterbrochen, um gegen Polizeigewalt zu protestieren. Erneut machte er auch seine Meinung zum Hymnen-Streit deutlich - und stellte sich damit gegen den US-Präsidenten Donald Trump.

Rapper Jay-Z sagt offen, was er denkt: Der 47-Jährige nutzt auch gerne seine Konzerte dazu, um wichtige Themen anzuschneiden – so auch am Sonntag, als der Musiker im Barclays Center in Brooklyn im Rahmen seiner "4:44"-Welttournee auftrat.

Der Rapper unterbrach seine Show, um über die Polizeigewalt in den USA zu sprechen und zu erklären, was er eigentlich von den Knieprotesten der NFL-Spieler hält. Seit der Saison 2016 setzen zahlreiche Football-Spieler ein Zeichen gegen Rassismus, indem sie während der Nationalhymne nicht stehen, sondern knien.

Ein Benehmen, das teilweise als respektlos gegenüber den Vereinigten Staaten aufgefasst wird – allen voran von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte am Freitag die Proteste via Twitter erneut kritisiert.

Doch Jay-Z sieht das anders. Wie "The Huffington Post" berichtete, erklärte er beim Konzert in Brooklyn: "Protestieren, die Fäuste in die Luft strecken – das hat einen Sch*** mit der Flagge zu tun. Es geht um Ungerechtigkeit. Wir setzen uns gegen Ungerechtigkeit ein."

Warum Polizeigewalt jeden betreffen sollte

An dieser Stelle hörte Jay-Z allerdings nicht auf. In einem Video, das ein Nutzer nach seinem Konzert auf Twitter teilte, erklärt er darüber hinaus: "Junge Männer – junge, schwarze Männer – sterben, und es ist kein Schwarz-Weiß-Thema. Es ist ein menschliches Thema. Wenn ein 16-Jähriger das Haus verlässt und nie wieder zurückkommt, sollte jeder hier betroffen sein – ob schwarz, weiß, klein, groß oder wer auch immer."

Es gehe schließlich um ein junges Leben, das zu kurz komme und nicht sein volles Potenzial ausschöpfen könne. "Diese Person hätte der nächste Barack Obama sein können. Diese Person hätte der nächste Muhammad Ali sein können. Es ist ein menschliches Thema", fasste Jay-Z die Problematik zusammen.

Es ist nicht das erste Mal, dass er seine Meinung zur Polizeigewalt und den NFL-Protesten öffentlich kundtut. Bei seinem Auftritt in "Saturday Night Live" im Oktober trug der Rapper ein Shirt zu Ehren von Colin Kaepernick, Quarterback der San Francisco 49ers. Er war es, der die Proteste in der NFL 2016 ins Rollen brachte." (cf)  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet