Jackie Kennedy: Ein Leben voller Tragik

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In den Sechzigerjahren war Jackie Kennedy die Frau an der Seite des US-Präsidenten – mit stets korrektem Verhalten und stilvoller Klamotte. Sie wurde geliebt. Doch ihr Leben kannte auch Schattenseiten. Heute wäre Sie 90 Jahre alt geworden. © spot on news

Jackie Kennedy – diesen Namen trug die Frau des späteren US-Präsidenten John F. Kennedy natürlich nicht von Anbeginn ihrer Tage. Sie wurde am 28. Juli 1929 als Jacqueline Lee Bouvier in Southampton auf Long Island geboren. Zur Schule ging sie dort allerdings nicht. Sie wurde in New York und East Hampton unterrichtet.
Jackie war wissbegierig. Zu Schulzeiten lernte sie Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Nach ihrem Abschluss im Jahr 1947 – ihre Eltern hatten sich schon Jahre vorher scheiden lassen – begann sie ein Studium bzw. gleich mehrere: Geschichte, Literatur, Kunst und Französisch waren ihre Fächer. Einen Abschluss machte sie in Französischer Literatur und Amerikanischer Geschichte.
Ehe Jackie auf John F. Kennedy traf, lebte sie ein ganz normales Leben. Sie arbeitete als Fotografin und Journalistin bei der Tageszeitung "Washington Times-Herald" und war sogar verlobt. Anfang der Fünfzigerjahre wollte sie mit dem Börsenmakler John Husted vor den Traualtar treten. Die Verlobung wurde jedoch nach vier Monaten wieder gelöst.
Von Januar 1961 bis November 1963 agierte Jackie an der Seite des 35. US-Präsidenten als First Lady der Vereinigten Staaten. Mit ihren 31 Jahren war sie die drittjüngste Präsidentengattin, die bis dato ins Weiße Haus gezogen war.
Apropos Weißes Haus: Jackie machte sich nicht viel aus Politik. Sie interessierte sich viel eher für Geschichte. So ließ sie auch ihr Heim auf Zeit ganz nach ihren Wünschen und Vorstellungen einrichten. Zu ihrem Inventar soll unter anderem auch das Tafelgeschirr des 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln gehört haben.
Übrigens: Jackie Kennedy wurde 1962 mit dem Emmy-Award ausgezeichnet. Im Februar desselben Jahres hatte sie das US-Fernsehen ins Weiße Haus geladen, um den Menschen zu zeigen, wie sie und Ehemann John dort leben. Stolze 50 Millionen Zuschauer verfolgten die private Tour vor dem TV-Bildschirm.
Ob Jackie in der Ehe mit John F. Kennedy glücklich war? Es heißt, sie solle sich von der Familie ihres Mannes nicht akzeptiert gefühlt haben. Sie passte nicht hinein, wie sie den irischen Priester Joseph Leonard einst in einem Brief wissen ließ. Mit ihm pflegte die First Lady, die väterlicherseits irische Wurzeln besaß, eine Brieffreundschaft.
Nach außen repräsentierte Jackie jedoch immer eine starke Frau – auch mit Hilfe ihrer Klamotte. Sie prägte den US-amerikanischen Modestil der Fünfziger- und Sechzigerjahre wie kaum eine andere. In ihren stets geometrischen, schlicht geschnittenen Kostümen und den Pillbox-Hüten auf dem Kopf wurde sie zur bestgekleideten Frau der Welt gekürt.
Ein solches Kostüm trug Jackie auch, als ihr Mann am 22. November 1963 bei einem Attentat ums Leben kam. Er wurde auf dem Rücksitz eines Cabrios erschossen. Sie saß neben ihm. Zwei Wochen nach der Beerdigung John F. Kennedys zog die einstige First Lady aus dem Weißen Haus in ein Appartment auf der Fifth Avenue. Öffentliche Auftritte absolvierte sie kaum noch.
Vor dem Verlust ihres Mannes hatte Jackie schon zwei ihrer vier Kinder begraben müssen. Ihr erstes Kind, Tochter Arabella, war eine Totgeburt (1956). Sohn Patrick kam zu früh zur Welt. Er starb zwei Tage später (1963).
Für Jackie ging das Leben weiter. Sie heiratete im Jahr 1968 ein zweites Mal. Für den neuen Mann an ihrer Seite, den griechischen Reeder Aristoteles Onassis, verließ sie mit den beiden anderen Kindern Caroline und John F. Kennedy Jr. die USA und gab damit jeglichen Schutz durch den Secret Service auf. Sie wurde zu Jackie Onassis, auch bekannt als Jackie O.
Berichten zufolge ging die Ehe mit Onassis schnell in die Brüche. Er soll sich mit anderen Frauen vergnügt haben, sie verbrachte ihre Zeit mit Reisen und Shoppen. 1975 starb Onassis. Jackie erhielt 27 Millionen US-Dollar und verzichtete auf alle weiteren Besitzansprüche. Sie zog zurück nach New York und baute sich dort ein neues Leben auf.
Ab 1976 arbeitete Jackie als Lektorin in einem Verlag. Dort war sie an mehreren bekannten Büchern beteiligt – unter anderem auch an Michael Jacksons Autobiographie "Moonwalk". Im Januar 1994 erhielt sie die Diagnose: Non-Hodgkin-Lymphom - ein bösartiger Tumor, der das Lymphgewebe befällt. Lange sollte sie nicht mehr zu leben haben. Jacqueline "Jackie" Lee Bouvier Kennedy Onassis starb am 19. Mai 1994 in New York City. Beigesetzt wurde sie neben John F. Kennedy in Arlington.