Til Schweiger wollte sich eigentlich nur gegen Fremdenhass stark machen - doch schon seit Wochen fliegt ihm sein Engagement um die Ohren. Der Schauspieler wurde sogar wegen Volksverhetzung angezeigt und sein Vorhaben, ein Vorzeige-Flüchtlingsheim zu bauen, droht zu scheitern. Nun macht sich ein Kollege stark für Schweiger.

Hannes Jaenicke, der in der Sat.1-Satire "Die Udo Honig Story" (8. September, 20:15 Uhr) Franz Kaiser alias Franz Beckenbauer verkörpert, engagiert sich selbst in verschiedensten Bereichen. Vor allem der Tier- und Umweltschutz liegt dem Schauspieler am Herzen. Auch Jaenicke wurde immer wieder für sein Engagement kritisiert. Oft wird ihm vorgeworfen, seine Wohltätigkeit sei nichts als eine Propagandamaßnahme. Ein Vorwurf, der Jaenicke nahe geht, wie man ihm im Interview schnell anmerkt. "Das ist ein typisch deutsches Phänomen. In den USA käme keine Zeitung auf die Idee einen Prominenten - sei es Leonardo DiCaprio, George Clooney, Robert Redford, Dustin Hofmann, ... Ich könnte da 500 Leute runterrattern, die sich lauthals engagieren – zu kritisieren. Im Gegenteil, die Amerikaner finden das gut.

Bei uns hingegen wird man dafür geschlachtet und das immer von Leuten, die sich für überhaupt nichts engagieren. Ich kenne so Typen wie Matthias Matussek, die ganze schreibende Mischpoke, von denen sich absolut niemand für nichts engagiert. Das Einzige, was die können, ist Häme. Draufhauen, anpinkeln, niederschreiben. Und dann wundert sich diese Branche, dass sie untergeht", erklärt Jaenicke und macht sich dann für seinen Kollegen Til Schweiger stark: "Ich habe jedenfalls große Sympathien für Til, ich finde es großartig, dass einer aus meiner Branche endlich laut den Mund aufmacht. Ich finde es super, wenn sich die Kollegen, sei es aus der Musik, aus der Schauspielerei, engagieren, wenn sie den Mund aufmachen und eine Position beziehen."