Hannelore Elsner ist tot: Ihr Leben, ihre Liebe, ihre Karriere

Völlig überraschend ist der Tod der bayerischen Schauspielerin Hannelore Elsner "nach kurzer schwerer Krankheit" von der "Bild"-Zeitung vermeldet worden. Ihren kometenhaften Karriereweg und ihre wichtigsten Werke, durch die sie ewig weiterleben wird, gibt es hier. © spot on news

Ihr Filmdebüt feiert die in Burghausen geborene und in München aufgewachsene Hannelore Elsner mit 17 Jahren in "Freddy unter fremden Sternen" an der Seite von Freddy Quinn.
Es folgen weitere (zunächst seichtere) Filme wie "Zum Teufel mit der Penne" mit Peter Alexander oder "Die Lümmel von der ersten Bank" (Bild) neben Hansi Kraus.
An den Münchner Kammerspielen zeigt sie ab den 60er-Jahren aber auch ihre Theaterqualitäten – und wird in der Inszenierung zu "Tango" die erste Nackte, die es dort je zu sehen gab. 1996 wirkt sie in "Eine tot-normale Frau" (Bild) erstmals seit 15 Jahren wieder in einem Theaterstück mit.
Ab den 60ern zieht es Elsner vermehrt ins TV. Sie war in Serien wie "Das Kriminalmuseum" zu sehen, eine besonders denkwürdige TV-Rolle hat sie aber vor allem 1983 als Titelrolle in "Tatort: Peggy hat Angst" und im "Tatort: Schicki-Micki" (Bild) inne.
Es folgen zahlreiche weitere Rollen in der beliebten Krimi-Reihe, von 1994 bis 2006 wird sie sogar selbst zu "Die Kommissarin". 66 Folgen bestreitet Elsner in der TV-Serie als Kriminalhauptkommissarin Lea Sommer - auch an der Seite des blutjungen Til Schweiger.
Mehr noch als in ihrer Jugend wird die Schauspielerin in ihren späteren Jahren zur gefragten Charaktermimin. Im Jahr 2000 gewinnt sie erstmals den Deutschen Fernsehpreis für ihren Part in "Die Unberührbare".
Nur ein Jahr später folgt der nächste erfolgreiche Streifen unter der Regie von Oskar Roehlers: In "Fahr zur Hölle, Schwester!" wirkt Iris Berben als ihre jüngere Schwester mit. Für "Mein letzter Film" von 2003 gibt es dann sogleich den nächsten Deutschen Filmpreis.
Eine erstaunliche Rolle wird ihr im Jahr 2010 zuteil. Im Film "Zeiten ändern dich", der Autobiografie des Gangster-Rappers Bushido, mimt sie dessen Mutter.
Kindgerechter geht es dagegen von 2010 bis 2013 zu, als sie in der Filmreihe "Hanni & Nanni" den Part der Direktorin Theobald spielt.
Bis zuletzt dreht Elsner für große Kinoproduktionen. So ist sie im Jahr 2018 ein Teil von "100 Dinge", der Komödie mit Florian David Fitz (l.) und Matthias Schweighöfer.
Und auch 2019 ist sie noch auf der Leinwand zu sehen, in der Fortsetzung "Kirschblüten & Dämonen" von Doris Dörrie.
Neben dieser beispiellosen Karriere ist aber auch stets Zeit für die Liebe gewesen. Von 1964 bis 1966 ist Gerd Vespermann der Mann an ihrer Seite, von 1973 bis zu seinem Ableben acht Jahre später der Regisseur Alf Brustellin (r.).
Ihre dritte Ehe ab 1993 mit Uwe B. Carstensen wird schließlich im Jahr 2000 geschieden. Ein Sohn (Dominik) geht derweil aus der Beziehung mit dem Regisseur Dieter Wedel hervor.