Vier Jahre lang hat Günther Jauch für die ARD gearbeitet. In einem Interview hat er nun die öffentlich-rechtlichen TV-Sender kritisiert. So bemängelt der Moderator die mangelnde Unabhängigkeit bei der Arbeit für ARD und ZDF.

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Günther Jauch ist aus der deutschen Medienbranche nicht wegzudenken. Seit 1999 ist er das Gesicht von "Wer wird Millionär?" und über die Jahre moderierte der 62-jährige zahlreiche weitere Shows im Fernsehen.

So zum Beispiel die wöchentliche ARD-Talkshow "Günther Jauch". Für diese stand der Moderator ab 2011 vier Jahre lang vor der Kamera. 2015 gab er allerdings bekannt, die Zusammenarbeit mit dem TV-Sender zu beenden.

Als Begründung für seine Entscheidung nannte Jauch nur "berufliche und private Gründe". Im Rahmen eines Interviews gab er nun weitere Details bekannt, warum er damals bei der ARD ausstieg und äußerte dabei Kritik an den Öffentlich-rechtlichen.

Eigentlich "traumhafte Voraussetzungen"

Zu dem Gespräch war Jauch von der Reporterfabrik eingeladen worden, um über den Beginn seiner journalistischen Karriere zu reden. Dabei kam Moderatorin Maja Weber auf die Unterschiede zwischen der Arbeit für Öffentlich-rechtliche und private TV-Sender zu sprechen.

Wie Jauch daraufhin erklärte, schätze er an den Öffentlich-rechtlichen, "dass sie es sich eigentlich leisten können sehr unabhängig zu sein". Durch den Rundfunkbeitrag "fließt das Geld (….) fast automatisch". Die Medien stünden deshalb "nicht unter dem Druck unbedingt Geld verdienen zu müssen" und seien prinzipiell in der Lage sich auf "Experimente" einlassen zu können.

Günther Jauch kritisiert Öffentlich-rechtliche TV-Sender.

In einem Interview mit der Reporterfabrik hat Günther Jauch Kritik an den Öffentlich-rechtlichen TV-Sendern geäußert. © YouTube

Während bei den Öffentlich-rechtlichen also in der Theorie "traumhafte Voraussetzungen" herrschen würden, sehe die Realität laut Jauch anders aus. “Ganz direkt gesagt: Es haben am Ende zu viele da rein geredet und das wurde dann schwierig", so Jauch.

Jauch kritisiert Öffentlich-rechtliche Sender

So seien die staatlich geförderten Medien "oft in sich selbst gefangen". "Sie schauen zuweilen ängstlich nach links und rechts, sie haben Rundfunkräte, sie haben Verwaltungsräte, sie haben politische Parteien, sie haben manchmal eine Schere, die sie sich selbst im Kopf zusammengebastelt haben."

Außerdem gebe es dort, "wie überall sonst auch, Karrieristen, die zusehen, wie muss ich mich verhalten, damit ich in zwei Jahren womöglich diesen oder jenen Job bekomme".

Diese Umstände führen dem Moderator zufolge dazu, dass ARD und ZDF nicht so "frei und unabhängig" seien, "wie man sie sich von der Konstruktion her vorstellen könnte".

In letzter Konsequenz habe das auch dazu beigetragen, dass Jauch damals beschloss, nicht mehr für die ARD zu arbeiten.

"In meinem speziellen Fall war es einfach so, gerade wenn ich journalistisch tätig bin, bin ich sehr gerne unabhängig und mit der Unabhängigkeit war es irgendwann schwierig".

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Verwendete Quellen:

  • Reporterfabrik.org: Workshop 106 - Kapitel 03: Wer wird Journalist. Video-Interview mit Günther Jauch
  • Der Tagesspiegel: Günther Jauch gibt seine Talkshow auf