Gina Lollobrigida
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Luigina "Gina" Lollobrigida wurde am 4. Juli 1927 als zweites von vier Kindern in der italienischen Gemeinde Subiaco geboren. Ihr Vater war der Möbelhersteller Giovanni Mercuri Lollobrigida, ihre Mutter Giuseppina war Hausfrau. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik ihres Vaters zerstört, die Familie lebte fortan in einfachen Verhältnissen in Rom.
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1945 ergatterte Lollobrigida ihre erste kleine Rolle am Theater. Mithilfe eines Stipendiums begann sie 1946 ein Studium der Bildhauerei und Malerei am Liceo Artistico in Rom. Zudem wurde sie zur Opernsängerin ausgebildet und übte sich im Modeln. Auch erste Statistenrollen beim Film folgten.
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Die 1950er-Jahre begannen für Lollobrigida mit einem Karriereaufschwung. Mit Hauptrollen in "Fanfan, der Husar" (1952, Bild) und "Die Schönen der Nacht" (1952) wurde sie weltweit bekannt. Auch in "Liebe, Brot und Phantasie (1953) und "Liebe, Brot und Eifersucht" (1954) sorgte sie für Aufsehen.
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1955 zeigte sie dem Publikum von "Die schönste Frau der Welt", dass sie auch Gesangstalent besitzt. Ein Jahr später mimte sie die Esmeralda in "Der Glöckner von Notre Dame" (Bild). In den darauffolgenden Jahren feierte sie zwar weitere Erfolge, die Konkurrenz machte ihrer Popularität jedoch zu schaffen: Sophia Loren war der neue Star der Stunde.
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In den 1970er-Jahren schien "La Lollo", wie sie von Fans gerne genannt wurde, genug vom Filmgeschäft zu haben. Sie trat fortan als Fotografin in Erscheinung, lichtete prominente Persönlichkeiten wie Paul Newman, Henry Kissinger (Bild) und Fidel Castro ab.
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Auch Wohltätigkeitsorganisationen wie UNICEF und Ärzte ohne Grenzen bekamen Lollobrigidas Aufmerksamkeit. 1981 war sie Jurypräsidentin beim kanadischen World Film Festival.
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1986 kam es bei den Filmfestspielen von Berlin zu einem Skandal. Lollobrigida, die als Jurorin fungierte, stimmte gegen den Goldenen-Bären-Gewinner "Stammheim". Den Film, der sich um die RAF-Terroristen und den Stammheim-Prozess dreht, empfand sie als "widerlich".
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Später tauchte Lollobrigida nur noch selten in Filmen auf. Für ihre Darbietung in der US-Serie "Falcon Crest" (Bild) wurde sie für einen Golden Globe nominiert. Ab 1990 nahm sie Unterricht beim italienischen Bildhauer Giacomo Manzú.
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Zudem war Lollobrigida stets politisch engagiert. 1999 wollte sie ins Europäische Parlament einziehen, scheiterte jedoch. 2022 trat sie bei den italienischen Parlamentswahlen für das linkspopulistische Bündnis Italia Sovrana e Popolare an.
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Zu Lebzeiten wurde Lollobrigida vielfach geehrt. Unter anderem erhielt sie mehrmals den Bambi (Lollobrigida links im Bild) und Preise für ihr Lebenswerk. 2018 wurde sie zudem mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt.
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Von 1949 bis 1971 war sie mit dem slowenischen Arzt Milko Škofič verheiratet. Aus dieser Ehe ging der Sohn Andrea Milco Škofič (1957) hervor, zu welchem sie bis zu ihrem Tod keine gute Beziehung gepflegt haben soll.
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2007 sagte sie spontan ihre Hochzeit mit dem 34 Jahre jüngeren Spanier Javier Rigau Rifols ab. Gegen ihn wurde wegen Betrugs ermittelt. Rifols gab in einem Interview bekannt, bereits als 15-Jähriger eine sexuelle Beziehung mit Lollobrigida gehabt zu haben. Gegen sie wurde kein Strafverfahren eingeleitet, da solche Beziehungen im Spanien der 1970er-Jahre noch legal waren.
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Nun ist Gina Lollobrigida, eine der größten Filmikonen Italiens, im Alter von 95 Jahren in einem Krankenhaus in Rom gestorben.