Von wegen gespielt: In diesen Filmszenen ist der Schmerz echt

Schauspielern wird teils viel abverlangt. Tom Cruise und Sylvester Stallone rühmen sich sogar damit, ihre Stunts selbst zu machen. Verletzungen am Set gehören in Hollywood zum Alltag und landen manchmal sogar in der Endfassung eines Films. Diese Stars täuschten ihren Schmerz nicht nur vor. © spot on news

In "Marine gegen Liebeskummer" aus dem Jahr 1936 bekam es Fred Astaire mit dem Kleid seiner Filmpartnerin Ginger Rogers zu tun. Während einer Drehung trafen die schweren Ärmel der Glitzerrobe den Tanz-Virtuosen an Wange und Augen. Die Aufnahmen des Songs "Let's Face the Music and Dance" waren allerdings so gut, dass der Regisseur sie im Film ließ.
Als Schauspieler James Caan seinen Kollegen Gianni Russo in "Der Pate" (1972) während eines Faustkampfs in eine Mülltonne schleuderte, verletzte er den Amerikaner dabei auch in Wirklichkeit ziemlich schwer. Russo soll sich bei der Szene zwei Rippen gebrochen und den Ellbogen angebrochen haben.
Bei den Dreharbeiten einer der einprägsamsten Szenen in "Uhrwerk Orange" hätte Schauspieler Malcolm McDowell fast sein Augenlicht verloren. In dem Film-Klassiker von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1972 wurde die Hornhaut des Briten verletzt. In der entsprechenden Szene ist zudem ein echter Arzt zu sehen, der McDowell Augentropfen einträufelt.
1982 war Sylvester Stallone zum ersten Mal in seiner Paraderolle des Vietnam-Veteranen John Rambo zu sehen. Gegen Ende des Blockbusters hängt Stallone, der seine Stunts häufig selbst macht, am Rand einer Klippe und fürchtet, von Polizisten in einem Hubschrauber erschossen zu werden. Kurzum lässt sich der Star fallen und landet in den Bäumen - mit einer angebrochenen Rippe. Der Schrei, den "Sly" im Film schmerzerfüllt von sich gibt, ist also echt.
In "Blade Runner" aus dem Jahr 1982 spiel Daryl Hannah einen Retortenmensch - der scheinbar dennoch ausrutschen und mit seinem Arm ein Autofenster zerbrechen kann. Die Szene, die es in die Endfassung des Films schaffte, stand so nicht im Drehbuch. Hannah erlitt Schnittverletzungen an acht Stellen ihres Arms.
In Rob Reiners "Die Braut des Prinzen" (1988) wird Cary Elwes Figur Westley von Christopher Guests Rugen in Gewahrsam genommen - und mit dem Griff eines Schwertes K.o. geschlagen. Da gerade kein Plastikschwert zur Verfügung stand, benutzte Guest einfach ein echtes Exemplar. Sein Schauspielkollege wachte später verdutzt im Krankenhaus auf.
Als Marty McFly im dritten Teil von "Zurück in die Zukunft" zufällig im Wilden Westen landet, wird er von seinem Freund Doc Brown gerade noch rechtzeitig vor dem Tod am Galgen gerettet. Was kaum einer weiß: Marty-Darsteller Michael J. Fox wurde bei den Dreharbeiten 1990 kurzzeitig wirklich ohnmächtig.
Sean Bean hat eine Narbe über einem Auge, die ihn in seinen Rollen als Bösewicht überzeugender macht. Das Markenzeichen hatte der Star allerdings nicht immer. Die Verletzung zog sich Bean während der Dreharbeiten an der Tom-Clancy-Verfilmung "Die Stunde der Patrioten" (1992) zu - als Hauptdarsteller Harrison Ford ihn in einer Schlüsselszene auf einem Speedboat mit einem Fischerhaken im Gesicht trifft.
Im Drehbuch von "Sieben" (1995) stand der Verlauf, dass Brad Pitt von einer Leiter fällt und sich dabei den Arm bricht, ursprünglich nicht. Sie musste nachträglich eingebaut werden, um den Umstand zu rechtfertigen, dass der Hollywood-Star ab einem bestimmten Zeitpunkt im Film einen Gips um den Arm trägt. Pitt war zuvor während einer Jagdszene auf einem nassen Autodach ausgerutscht, wobei er mit seinem Arm ein Fenster zerschmetterte.
Die australische Schauspielerin Nicole Kidman verletzte sich ebenfalls einmal ziemlich schwer am Filmset: Während der Tanzaufnahmen für "Moulin Rouge" (2001) zog sie sich einen Rippenbruch und einen Knorpelriss zu. In der Folge musste Kidman einige der übrigen Szenen im Sitzen fertigstellen, damit die Zuschauer ihre Kniebandage nicht sehen konnten.
Die Anfangsszene von "Apocalypse Now" (2001) ist legendär: Martin Sheen torkelt betrunken durch ein Hotelzimmer, starrt unendlich lang an die Decke und schneidet sich in die eigene Hand. Das Blut, das sich der Vater von Charlie Sheen im Gesicht verreibt, ist keinesfalls unecht. Angeblich war der "Grace & Frankie"-Darsteller während der Dreharbeiten wahrhaftig betrunken - formvollendetes "Method Acting" also.
Viggo Mortensen ist als Charakterdarsteller mit Leib und Seele bekannt. Auch in seiner Rolle des Aragorn in "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" (2002) gab der dänisch-US-amerikanische Schauspieler alles. Der Schrei, den Mortensen ausstößt, als er mit seinem Stiefel einen schweren Helm davonstößt, ist keineswegs gute Schauspielkunst - der Star brach sich dabei zwei Zehen. Für Regisseur Peter Jackson war die Aufnahme allerdings zu gut, um sie zu entfernen.
2003 musste Robert Downey Jr. Hand an seine Kollegin Halle Berry legen - und meinte es wohl ein wenig zu gut. In einer Szene des Psycho-Streifens "Gothika" hörte er plötzlich ein Knacken, der Arm des ehemaligen Bond-Girls war gebrochen. Der Dreh musste daraufhin acht Wochen lang pausieren, Berry und Downey Jr. sind aber immer noch Freunde.
Frauenliebling Brad Pitt scheint ein Wiederholungstäter in Sachen Verletzungen am Set zu sein: In "Troja" (2004) ist die Achilles-Sehne die einzige Schwachstelle seiner Figur. Ironischerweise verletzte er sich genau diese während der großen Kampfszene gegen Ende des Filmepos von Wolfgang Petersen. Der Ex-Mann von Angelina Jolie kam ungünstig mit dem Fuß auf, der schmerzverzerrte Gesichtsausdruck im Film ist nicht gespielt.
In "Foxcatcher" aus dem Jahr 2014 spielt US-Star Channing Tatum einen Ringer. Das Blut in der Szene, in der Tatum als Mark Schultz seinen Kopf in einem Hotelzimmer gegen den Spiegel rammt, stammt nicht aus einer Kunstbluttüte - es ist sein eigenes.
Leonardo DiCaprio schlug 2012 in Quentin Tarantinos Meisterwerk "Django Unchained" in einer denkwürdigen Szene mit seiner Hand auf den Tisch und zerbrach dabei ein Glas. Das Blut, das dem Oscar-Gewinner daraufhin an Hand und Arm herunterrann, war sein eigenes. Vollprofi DiCaprio verzog dabei natürlich keine Miene und spielte einfach weiter.
Einen Oscar hat er noch nicht, viele Filmkenner fragen sich allerdings, warum: Jake Gyllenhaal begeistert bereits seit Jahren mit seiner ungewöhnlichen Rollenauswahl und seinem schauspielerischen Einsatz. In "Nightcrawler" zerschmetterte er 2014 einen Spiegel. Die Szene war so eigentlich gar nicht geplant, aber Gyllenhaals Improvisation machte den Film nur noch besser. Seine Hand musste der Star allerdings im Krankenhaus behandeln lassen.