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Gaby Köster: Ihr Kampf zurück ins Leben

2008 ereilte Gaby Köster ein schwerer Schicksalsschlag: Ein Schlaganfall setzte der quirligen Komikerin zu. Doch sie gab nicht auf und wurde zur gefeierten Buchautorin. © spot on news

Aufgewachsen in Köln-Nippes, möchte Gaby Köster zunächst Erzieherin werden. Doch sie brach die Ausbildung ab und widmete sich der Malerei und der Musik. Ein Job in einer Kneipe besiegelte ihr Schicksal: Sie lernte Jürgen Becker kennen, in dessen Auftrag sie einen Sketch für eine WDR-Radiosendung schrieb. Der Sender setzte stark auf ihr Talent.
Es folgten eigene Radiosendungen für die Kölnerin und 1991 ihr erster Fernsehauftritt beim WDR. Ihre ersten Gehversuche bei RTL machte sie anschließend mit Gastauftritten bei "RTL Samstag Nacht". Ihr Talent fiel sofort auf und sie ergatterte einen Platz auf einem besonderen Stuhl...
"7 Tage, 7 Köpfe" sollte ihr Durchbruch sein. Die schrille Kölnerin gewann viele Fans und wurde einem breiten Publikum bekannt. Ab 1996 bis zur Einstellung der Sendung 2005 gehörte sie zum festen Ensemble der von Rudi Carrell produzierten Show, bei der Comedians in einer Talkrunde einen Rückblick auf die vergangene Woche gaben.
Eine Serie brachte ihr zudem eine Kultrolle ein: Sie spielte ab 1999 in der Comedy-Serie "Ritas Welt" die Titelrolle der Kassiererin Rita Kruse, die gemeinsam mit ihrer Freundin Gisi einen Supermarkt in Köln-Nippes aufmischt und Filialleiter Achim Schuhmann (Foto) das Leben schwer macht.
In den folgenden Jahren gehörte die Komikern zum festen Bestandteil der deutschen Fernsehlandschaft. Ihre Fans liebten Köster für ihre sympathisch derben Aufritte, wie hier im Dezember 2005 bei "Wetten, dass...?", wo sie ungeniert mit Popstar Robbie Williams plauderte.
Auch auf der Bühne will Gaby Köster ihre Fans zum Lachen bringen. Auf die Stand-Up-Programme "Die dümmste Praline der Welt" (1999) und "Gaby Köster Live!" (2004) folgte "Wer Sahne will, muss Kühe schütteln!" (2007). Doch letzteres brach Köster nach nur wenigen Wochen ab. Die Fans mussten sich gedulden, bis sie den Grund für die Absage erfuhren.
Erst 2011 ging Gaby Köster mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit: Sie erlitt im Januar 2008 einen Schlaganfall. Am 7. September 2011 machte sie ihren Fans ein besonderes Geschenk und zeigte sich zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit. Mit einem Besuch in der RTL-Sendung "Stern TV" meldete sie sich zurück - sichtlich gezeichnet von ihrem Schicksalsschlag.
In mehreren Talkshows erzählte Köster daraufhin ihre Geschichte. Seit dem Schlaganfall, einer Operation und wochenlangem Koma ist sie bis heute immer noch eingeschränkt. Ihr linker Arm ist gelähmt, das Gehen fällt ihr schwer. Ein Rollator und ein Stock helfen ihr im Alltag, in dem sie auch von ihrer Mutter unterstützt wird.
Gaby Köster möchte ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Ihre Erlebnisse beschreibt sie in der Autobiografie "Ein Schnupfen hätte auch gereicht - meine zweite Chance", die sie gemeinsam mit Till Hoheneder verfasste und 2011 veröffentlichte. Das Buch wurde zu einem großen Erfolg.
Nach ihren ersten Auftritten war für Gaby Köster das Eis gebrochen und sie zeigte sich neben den Lesungen zu ihrem Buch auch wieder mehr im TV, wie hier bei der RTl-Sendung "30 Jahre RTL - Die grosse Jubiläumsshow" mit Thomas Gottschalk im Dezember 2013.
Nach dem Erfolg des Buches wurde schnell klar, dass diese bewegende Geschichte auch Stoff für einen Film bietet: Am 14. April 2017 zeigte RTL die Biografie-Verfilmung "Ein Schnupfen hätte auch gereicht". Die Wahl für die Hauptrolle fiel auf Anna Schudt, die vielen Zuschauern als Dortmunder "Tatort"-Kommissarin Martina Bönisch bekannt sein dürfte.