"Österreich muss sterben": Ein Nachwuchspolitiker aus Österreich nimmt ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat von Jan Delay für bare Münze - und fordert per Petition ein Auftrittsverbot für den Rapper.

Ein Mitglied des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ), der Jugendorganisation der FPÖ, fordert per Petition ein Auftrittsverbot für Jan Delay in Österreich. Am 22. Juli war auf YouTube ein Video aufgetaucht, in dem Delay angeblich fordert: "Österreich muss sterben". Der Clip trägt den Titel "Jan Delay, was sagst du zur Verurteilung von Josef?". Kurz zuvor war der Deutsche Josef S. in Wien im Zusammenhang mit den Akademikerball-Krawallen vom Januar wegen Landfriedensbruchs, schwerer Sachbeschädigung und versuchter schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig.

Im Original stammt Delays Spruch aus einem Interview im Jahr 2011, wie ein Video aus Jan Delays offiziellem YouTube-Kanal beweist. Es trägt den Titel "Jan Delay auf dem roten Teppich - Dumme Fragen, Dumme Antworten". Der Name ist Programm: Auf die Frage, wie sein neues Album heißen wird, antwortet der Rapper zunächst "Österreich muss sterben" und schiebt kurz darauf "Deutschland muss sterben" hinterher.

FPÖ-Nachwuchspolitiker Markus Ripfl nahm das aus dem Zusammenhang gerissene Zitat für bare Münze und sah sich veranlasst, eine Petition zu starten. Mit dieser will er ein Auftrittsverbot für Jan Delay am Frequency Festival in Österreich erreichen. "Nach dieser massiven Äußerung gegenüber unserem geliebten Land, darf dieser Mann nicht in Österreich auftreten!", heißt es im Text zur Petition. Auch ein Link zum vermeintlichen Josef-S.-Clip ist dabei. Am 23. Juli gestartet, dümpelt die Petition bei derzeit 322 von 10.000 benötigten Unterstützern dahin (Stand 2.08., 17:20 Uhr).

Ripfl ist nicht der einzige FPÖ-Politiker, der sich dieser Tage im Netz blamiert hat: Parteichef Heinz-Christian Strache war kürzlich der Satire-Website "Der Postillon" auf den Leim gegangen.