Dragqueen Conchita Wurst hat sich einmal mehr für die Rechte von Homosexuellen stark gemacht. Bei ihrem Besuch im Europaparlament machte sie klar, dass im Kampf für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben noch viel getan werden müsse - und nimmt die Politik in die Pflicht.

Conchita Wurst war am Mittwoch im Brüsseler Europaparlament zu Gast. Dabei hatte die Songcontest-Gewinnerin eine klare Botschaft: Sie verlangte mehr Toleranz und machte sich für die Akzeptanz von Minderheiten und Homosexuellen stark.

Vor allem die Politik will sie dafür in die Pflicht nehmen und fordert mehr Engagement für die Rechte von Schwulen und Lesben. "Ich verstehe einfach nicht, warum es ein Problem mit gleichgeschlechtlichen Ehen gibt", sagte die 25 Jahre alte Dragqueen. Fragen von Sexualität oder Hautfarbe seien für einzelne Menschen wichtig, aber nicht für die Gesellschaft. "Ich weiß nicht, warum es immer noch Politiker gibt, die davor so viel Angst haben." Die Politik sei sicher ein hartes Geschäft, aber: "Es ist ihr Job, sich für eine funktionierende Demokratie und gleiche Rechte einzusetzen."

Conchita Wurst alias Tom Neuwirth hat HIV: Der österreichische Travestiekünstler hat auf Instagram öffentlich gemacht, seit vielen Jahren mit dem HI-Virus infiziert zu sein. Er sagte jedoch auch, dass die Viren seit langem "unter der Nachweisgrenze" seien. Was bedeutet das eigentlich?

Die bärtige Frau räumte aber auch ein, dass sich die Akzeptanz seit dem Songcontest verbessert habe: "Kleine Dinge haben sich geändert, aber der Weg ist noch lang. (...) Man muss mich ja nicht lieben, man muss sich nur gegenseitig respektieren. Denn jeder vertritt eine andere Meinung."

Wurst war auf Einladung vor allem der europäischen Grünen in Brüssel. Am Nachmittag gab die Sängerin ein Konzert vor dem Europäischen Parlament. Trotz Regens war der Platz vor dem Parlament gut gefüllt. Conchita gab unter anderem eine Coverversion von "Unbreak my Heart" und den ESC-Siegersong "Rise Like a Phoenix" zum Besten. (rs/dpa)