Der ZDF-Moderator Claus Kleber hält die "Tagesschau" für nicht mehr zeitgemäß. Das Konzept habe sich "überlebt", so Kleber im Interview mit der "Zeit".

Der NDR gab den Grund für den Ausfall der Tagesschau bekannt. Eine für den Sendeablauf unverzichtbare Mitarbeiterin war kollabiert.

Über Nachrichten informierten sich Nutzer heute "durch den schnellen Blick ins Internet", so der Journalist. "Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen. Studenten etwa sind, während sie ihre Essays schreiben, auf Facebook aktiv und lesen 'Spiegel Online'. Die brauchen abends die 'Tagesschau' wirklich nicht", sagt der Journalist.

Knackpunkt sei vor allem die Aktualität: "Wir reißen uns ja die Beine aus, um selbst während der laufenden Sendung noch die aktuellsten Bilder reinzukriegen. Aber die jungen Leute schauen sich die Sendung erst spätabends oder am nächsten Morgen in der Mediathek an und finden sie aktuell genug. Da raufe ich mir die Haare."

Lob hatte der ZDF-Mann ausgerechnet für die private Konkurrenz übrig: "RTL aktuell" macht laut Kleber "vier bis sechs Minuten täglich oft gute Nachrichten". Die "heute journal"-Redaktion beobachte auch aufmerksam die Kollegen vom "RTL Nachtjournal". "Da sehen wir häufig gute Zugänge, die uns auch gern eingefallen wären. Bei RTL arbeiten ohnehin gute Leute, aber eben mit anderen Vorgaben als wir." (cgs)