Frankreich sieht durch Netflix seine Kinokultur bedroht. Jetzt machten die Zuschauer ihrem Ärger während der Premiere von "Okja" – einer Eigenproduktion des US-Streamingdienstes – Luft.

Kaum blitzte bei der Premiere des Actionstreifens "Okja" am Freitagmorgen das Netflixlogo auf der Leinwand auf, begannen die Festivalbesucher in Cannes mit lauten Buhrufen und Schimpftriaden den Filmablauf zu stören.

Das ging sogar so weit, dass die Aufführung bereits nach fünf Minuten abgebrochen werden musste, wie "Spiegel Online" berichtet.

Die Wut der Zuschauer richtete sich weder gegen Darstellerin Tilda Swinton noch den südkoreanischen Regisseur Bong Joon-ho, sondern gegen die Politik von Netflix.

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Netflix missachtet französische Regeln

So ist es in Frankreich vorgeschrieben, dass zwischen Kinostart und Ausstrahlung auf einer Streaming-Plattform mindestens 36 Monate liegen müssen.

Diese Regel, welche die Kinokultur des Landes schützen soll, hat Netflix mit "Okja" übergangen, indem das Unternehmen einfach komplett auf den Kinostart in Frankreich verzichtet hat.

Glücklicherweise hat die Festivalleitung schnell auf den Eklat reagiert und zukünftig alle Filme von der Preisverleihung für die Goldene Palme und andere Ehrungen ausgeschlossen, die nicht in den französischen Kinos laufen.

Vorführung konnte fortgesetzt werden

Nach einigem Hin und Her konnte "Okja" von Neuem gestartet werden. Bis auf einige Buhrufe zu Beginn kam es beim zweiten Anlauf zu keinen weiteren Zwischenfällen. (zym)

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