Rund eine Woche, nachdem Boris Becker von einem Londoner Gericht für pleite erklärt wurde, hat sich die Tennis-Legende ausführlich zu dem Fall geäußert - und Reaktionen in der Öffentlichkeit deutlich kritisiert.

"Ich bin weder zahlungsunfähig noch pleite", sagt Boris Becker im exklusiven Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" und fügt hinzu: "Ich komme allen meinen Verpflichtungen gegenüber meinen Mitarbeitern und sonstigen monatlichen Ausgaben nach."

Nach den Pleite-Berichten gibt es neue Gerüchte über Lilly und Boris Becker.

Ein Gericht in London hatte Becker laut der britischen Nachrichtenagentur PA in der vergangenen Woche für zahlungsunfähig erklärt.

"Einzelne Forderung eines einzelnen Gläubigers"

"Getroffen hat mich besonders die fehlende Verhältnismäßigkeit", sagt Becker in Bezug auf die Berichte und Reaktionen in der Öffentlichkeit. Der Fall sei einerseits sehr viel komplexer als dargestellt, und andererseits nicht ungewöhnlich im Wirtschaftsleben.

Nach Darstellung des dreifachen Wimbledon-Gewinners bezieht sich das Verfahren in England auf "eine einzelne Forderung eines einzelnen Gläubigers".

Konkrete Zahlen nennt Becker nicht, versichert aber: "Sie können mir glauben, dass mein Vermögen ausreicht, um Forderungen in dieser Größenordnung zu erfüllen."

Becker dementiert Gerücht über Ehekrise

Nach den ersten Berichten über seine angebliche Zahlungsunfähigkeit habe er zunächst seine Familie beruhigt und lange mit seinen Kindern und seiner Frau Lilly gesprochen. "Das geht dann schon ans Eingemachte."


Auch das Gerücht über eine angebliche Ehekrise und bevorstehende Scheidung dementiert die Tennis-Legende in diesem Zug: "Im Übrigen bin ich sämtlichen Spekulationen zum Trotz auch mit meiner Ehefrau weiterhin glücklich verheiratet."

"Problem werde ich lösen"

Bereits am Tag des Bekanntwerdens der Gerichtsentscheidung in London hatte Becker über seinen Anwalt erklären lassen, dass er die Verfügung anfechten werde.

"Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte", hieß es damals in der Mitteilung.

Becker sagt, er nehme den Beschluss des Gerichts "sehr ernst": "Das Problem werde ich aber lösen."

(dpa / jwo)  © dpa