"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das schönste Kamel im ganzen Land?": In Saudi-Arabien stellt sich diese Frage beim alljährlichen "King Abdulaziz Festival". Doch dieses Jahr wurden zwölf Paarhufer disqualifiziert, weil ihre Besitzer mit Botox nachgeholfen hatten.

Bei schönheitswettbewerben geht es manchmal tierisch zur Sache. Nirgendwo trifft das besser zu als in Saudi-Arabien. Hier schenken sich die Teilnehmer nichts – beziehungsweise deren Besitzer. Denn bei diesem Contest wird nicht etwa "Miss Internet" oder "Miss Germany" gesucht, sondern "Miss Camel".

Schön, schöner, Miss Camel

Wer jetzt denkt, gemachte Nasen oder aufgespritzte Lippen gäbe es nur bei Menschen, der irrt! Auch im Tierreich wird nicht an Schönheitshelferchen gespart. 30 Millionen US-Dollar Preisgeld sind es offenbar wert, sein Kamel mit Botox "faltenfrei" zu zaubern – und das nicht nur im Gesicht.

Bewertet werden bei der Kamel-Kür Lippen, Backen, Knie und andere Körperbereiche. Doch Doping ist – bei welchem Körperteil auch immer – absolut tabu!

Botox als Doping? Nein, danke!

"Kamele, die Drogen in den Lippen haben, rasiert sind oder in ihrer natürlichen Form sonst irgendwie verändert wurden", dürfen laut Regelwerk nicht an dem Wettbewerb teilnehmen. Prompt wurden zwölf Paarhufer ausgeschlossen. Denn das Kamel ist das Symbol Saudi-Arabiens schlechthin und mit diesem Symbol soll kein Schabernack getrieben werden.

Sollte das Kamel allerdings nicht zum Schönsten gekürt werden, muss der Besitzer nicht verzagen, denn es gibt auch noch andere Wettbewerbe. Gesucht werden außerdem: Das schnellste Kamel, das Kamel, das am besten gehorcht und das Kamel mit dem schönsten Foto. Ja, wirklich.

Bleibt dann nur zu hoffen, dass es am Ende nicht heißt: "Ich habe heute leider kein Foto für dich!" (kms)  © spot on news