Audrey Hepburn: Von schillerndem Ruhm und Schattenseiten

Am 4. Mai wäre sie 90 Jahre alt geworden: Audrey Hepburn war nicht nur eine begnadete Schauspielerin. Sie galt auch als modische Stilikone der 1950er- und 1960er-Jahre. Doch ein Leben im Rampenlicht bringt auch die eine oder andere Schattenseite mit sich. Ihr Leben in Bildern. © spot on news

Als Tochter des Briten Joseph Victor Anthony Ruston und der niederländischen Baronin Ella van Heemstra (links) kommt Audrey Hepburn (rechts) am 4. Mai 1929 in Belgien zur Welt. Der Familienname ändert sich später zu Hepburn-Ruston, nachdem ihr Vater diesen auf den Urkunden seiner Vorfahren ausfindig machen kann.
Im Alter von sechs Wochen der erste Schicksalsschlag für die kleine Audrey: Sie erkrankt an einem schweren Keuchhusten, sodass sie nicht mehr atmen kann und wiederbelebt werden muss. Der nächste Schlag folgt, als Hepburn sechs ist: Ihr Vater verlässt die Familie.
Den Zweiten Weltkrieg erlebt die später so erfolgreiche Schauspielerin hautnah mit. Ihre Familie flieht zu ihrem Großvater nach Arnheim in den Niederlanden. Aufgrund der Lebensmittelknappheit sei sie zu dieser Zeit stark unterernährt gewesen, wie aus ihren Erzählungen hervorgeht.
Das Tanzen spielt für Hepburn in dieser Zeit eine wichtige Rolle: Sie nimmt Ballettunterricht am Arnheimer Konservatorium. Nach dem Ende des Kriegs zieht es sie zurück nach England. Dort beginnt sie eine Ballettausbildung bei der Tänzerin Marie Rambert. Ihr großes Ziel ist es, eine professionelle Solotänzerin zu werden. Doch alles kommt anders.
Aufgrund der massiven Mangelernährung während des Krieges ist das Muskelwachstum Hepburns stark beeinträchtigt. Sie schafft es nicht, mit den anderen Tänzerinnen mitzuhalten, ihr Traum zerplatzt.
Dennoch öffnet sich für sie eine neue Tür: die Schauspielerei. Zunächst wirkt sie in einigen Musicals im Londoner West End mit. Im Jahr 1951 folgen weitere kleine Filmrollen in "One Wild Oat" und "Das Glück kam über Nacht".
Durch eine zufällige Begegnung mit der Schriftstellerin Colette darf Hepburn die Hauptrolle in der Broadway-Inszenierung "Gigi" spielen. Für ihre Leistung erhält sie den Theatre World Award. Darüber hinaus wird auch Hollywood auf sie aufmerksam.
1953 ergattert die damals 24-Jährige die beliebte Rolle der gelangweilten Prinzessin Ann in der romantischen Komödie "Ein Herz und eine Krone". Der Streifen erweist sich als voller Erfolg und dient als Startschuss ihrer langjährigen Schauspielkarriere. Im März 1956 gewinnt Hepburn für ihre Darbietung sogar den Oscar als beste Hauptdarstellerin.
Als Regina "Reggie" Lampert tritt sie 1963 an der Seite von Cary Grant und Walter Matthau in "Charade" auf. In dem lustigen Krimi wird ihr Gatte Brian ermordet, kurz bevor sie sich von ihm scheiden lassen will. Unglücklicherweise hat dieser vor seinem Tod ihren gesamten Besitz in Bargeld verwandelt. Das Geld ist jedoch spurlos verschwunden.
Doch nicht nur mit der Schauspielerei macht sich Hepburn einen Namen. Sie gilt auch als zeitlose Mode-Ikone. Von weit schwingenden Röcken über das kleine Schwarze und großen Sonnenbrillen bis hin zu 7/8-Hosen – was sie trägt, wird hip. Darüber hinaus gelten auch das Nickituch und die flachen Ballerinas als ihr Markenzeichen.
Vor allem zu dem Modedesigner Hubert de Givenchy pflegt Hepburn eine innige Freundschaft. Der Franzose macht sie zu seiner Muse und entwirft ihre Garderobe. Die teuren Designer-Stücke trägt die Schauspielerin sowohl privat als auch in zahlreichen Filmen.
1954 lernt Hepburn ihren späteren Ehemann kennen. Während der Theaterproben für das Stück "Ondine" verliebt sie sich in den Schauspieler, Autor und Regisseur Mel Ferrer. Die beiden heiraten bereits nach wenigen Monaten. Später steht das Paar ebenfalls gemeinsam vor der Kamera, unter anderem für den Monumentalfilm "Krieg und Frieden" (1956).
In Sachen Familienplanung hat Hepburn weniger Glück. 1959 spielt sie während ihrer ersten Schwangerschaft im Western-Film "Denen man nicht vergibt". Sie stürzt vom Pferd und erleidet ihre erste von insgesamt drei Fehlgeburten.
Am 17. Juli 1960 bekommt sie schließlich ihr erstes Kind. Sohn Sean kommt in Luzern zur Welt, da die Familie wegen der Dreharbeiten von "Frühstück bei Tiffany" für längere Zeit in der Schweiz lebt. Das Familienglück soll jedoch nicht für immer währen.
Nach 14 gemeinsamen Ehejahren lassen sich Hepburn und Ferrer im Jahr 1968 scheiden. Schon im Jahr darauf heiratet die Schauspielerin ihren zweiten Ehemann Andrea Dotti, mit dem sie 1970 einen weiteren Sohn bekommt, sie nennen ihn Luca. 1980 wird jedoch auch diese Ehe wieder geschieden.
Ende der 1960er-Jahre zieht sich Hepburn aus dem Filmgeschäft zurück. Stattdessen widmet sie sich vor allem ihrer Familie und humanitären Projekten. So wird sie 1988 von UNICEF zur Sonderbotschafterin ernannt.
Für Projekte des Kinderhilfswerks reist Hepburn bis zu ihrem Tod in viele Länder, darunter auch Äthiopien, Somalia, Mexiko, Bangladesch, Vietnam und Thailand. Immer mit dabei: ihr neuer Lebensgefährte Robert Wolders sowie der Fotograf John Isaac.
1992 diagnostizieren Ärzte bei Hepburn Darmkrebs. Sie wird operiert und macht eine Chemotherapie – ohne Erfolg. Am 20. Januar 1993 stirbt sie im Alter von 63 Jahren in ihrem Haus am Genfersee. Die Academy verleiht der Schauspielerin im selben Jahr posthum den Ehrenoscar für besondere humanitäre Verdienste.