Zum 90. Geburtstag von "Winnetou" Pierre Brice: Sein bewegtes Leben in Bildern

Am heutigen Mittwoch wäre Schauspieler Pierre Brice 90 Jahre alt geworden - ein willkommener Anlass, das außergewöhnliche Leben des Franzosen noch einmal Revue passieren zu lassen. © spot on news

Kult-Schauspieler Pierre Brice wurde am 6. Februar 1929 in der Hafenstadt Brest im Nordwesten Frankreichs geboren. Dort verbrachte er seine Kindheit und Jugend und erlebte auch den Zweiten Weltkrieg.
Am 6. Juni 2015 verstarb Pierre Louise Baron Le Bris, so sein wirklicher Name, im Alter von 86 Jahren in einem Pariser Krankenhaus. Nach einer Trauerfeier in München wurde er am 19. Juni auf dem Gemeindefriedhof von Gräfelfing beerdigt.
Seine größte Rolle ist zweifellos die des berühmten Apachen-Häuptlings Winnetou, die er zwischen 1962 und 1968 in insgesamt elf Karl-May-Filmen verkörperte. Zum ersten Mal spielte Brice seine Paraderolle im Film "Der Schatz am Silbersee".
Sieben Mal schlüpfte der US-Amerikaner Lex Barker in die Rolle seines Blutsbruders Old Shatterhand.
Zunächst hatte Brice Probleme beim Reiten. Der westernerfahrene Lex Barker war es, der seinem Kollegen den Umgang mit den Pferden vor der Kamera beibrachte.
Bereits vor seiner größten Rolle stand Pierre Brice vor der Kamera. 1960 spielte er in dem französischen Horror-Streifen "Die Mühle der versteinerten Frauen" die Hauptrolle.
Nach den Winnetou-Filmen wurde es zunächst etwas ruhiger um Pierre Brice. 1975 hatte er eine Nebenrolle in der Komödie "Die Puppe des Gangsters" mit Marcello Mastroianni und Sophia Loren. Der große Erfolg blieb aus.
Auch deswegen kehrte er von 1976 bis 1986 - mit einer kurzen Unterbrechung - als Winnetou zurück und spielte den Indianer bei den Karl-May-Festspielen in Elspe. Er lockte in den rund acht Jahren seines Engagements rund 3,5 Millionen Zuschauer in die dortige Freilichtbühne.
In den 1990er Jahren spielte Brice in einigen TV-Serien mit, unter anderem in 17 Folgen von "Ein Schloß am Wörthersee" an der Seite von Roy Black.
Eine seiner letzten Rollen hatte Brice 2008 in zwei Folgen der ARD-Telenovela "Rote Rosen" als Special Guest. In "Kreuzfahrt ins Glück" war er 2009 noch in einer Gastrolle zu sehen.
Bis zuletzt war der Franzose in unzähligen TV-Shows als Sänger zu Gast. Das war seit vielen Jahren sein zweites Standbein. Hier ist er in der Samstagabend-Show "Willkommen bei Carmen Nebel“ im Jahr 2010 zu sehen.
Sein Privatleben hielt Pierre Brice - der in seiner Heimat komplett unbekannt war - so gut es ging aus der Öffentlichkeit heraus. Er war seit 1976 mit seiner aus Amberg stammenden Frau Hella liiert. Sie heirateten 1981 und lebten für 30 Jahre auf einem Schloss nördlich von Paris.