"Woodstock - Chronik eines legendären Festivals" - Der neue Bildband

Mike Evans und Paul Kingsbury veröffentlichen einen Woodstock-Bildband, wie es ihn vorher noch nie gegeben hat. "Woodstock - Chronik eines legendären Festivals" setzt das Fest von Love, Peace und Happiness in den geschichtlichen Kontext, blickt hinter die Kulissen und lässt Musiker zu Wort kommen.

"Woodstock - Chronik eines legendären Festivals" - zum fünfzigsten Jubiläum präsentiert der riva Verlag die deutschsprachige Ausgabe des Bildbandes von Mike Evans und Paul Kingsbury.
Michael Lang und Artie Kornfeld organisierten im August 1969 das erste Woodstock-Festival. Die beiden wollten in der kleinen Stadt in der Nähe von New York ein Tonstudio einrichten. Die Einnahmen des Festivals sollte dieses finanzieren.
Ein Tagesticket kostete sechs US-Dollar. Kurz nach Festival-Beginn entschieden sich die Veranstalter, auf Profit zu verzichten, und ließen die Menschen auch ohne Eintrittskarte aufs Gelände.
Die Veranstalter hatten mit 150.000 Menschen gerechnet. Im Laufe der drei Tage machten sich eine halbe Million Hippies auf den Weg nach Woodstock.
Nicht nur für ihre musikalischen Helden strömten die Menschen in die kleine Stadt. Viele Zuschauer hatten Familienmitglieder, die zeitgleich in Vietnam kämpften, und wollten mit dem friedlichen Festival ein Zeichen gegen den Krieg und die Politik der USA setzen.
Wegen der Massen auf den Straßen Richtung Woodstock mussten Künstler mit dem Hubschrauber eingeflogen werden. Bereits am ersten Tag des dreitägigen Festivals gab es eine immense Zeitverzögerung.
Richie Havens eröffnete schließlich am 15. August 1969 um 17:00 Uhr das Festival. Der Soul- und Folk-Rock-Musiker erinnert sich an seinen Auftritt: "Ich dachte: 'Oh Gott, sie werden mich umbringen. Ich gehe da nicht als Erster raus.'". Am Ende musste er vier Zugaben spielen.
Arlo Guthrie, Sohn des weltbekannten Folkmusikers Woody Guthrie trat mit 18 Jahren auf der Bühne von Woodstock auf. Obwohl er ganz am Anfang seiner Karriere stand, war dem Sänger klar, dass er nie wieder vor so einem großen Publikum spielen würde.
Die schwangere Joan Baez konnte ihr Glück kaum fassen, als sie ein Teil Woodstocks werden durfte. Sie war eine der wenigen Musikerinnen und Musiker, die in der wilden Zeit der 60er Jahre ohne Drogen auskamen.
Joe Cocker & The Grease Band standen 1969 am Zenit ihres Drogenkonsums. Die Band legte eine berauschte Performance hin. Das Publikum liebte sie.
Ein Unwetter am zweiten Tag des Festivals verwandelte das Gelände in ein riesiges Schlammfeld. Das Verlassen des Geländes war kaum noch möglich. Trotz der widrigen Umstände blieben die Festivalgäste friedlich und feierten weiter.
Ohne die Hilfe und Gelassenheit von Farmer Max Yasgur wäre das Woodstock-Festival sicher nicht so friedlich verlaufen. Er stellte nicht nur seine Ländereien zur Verfügung, sondern verteilte auch Lebensmittel und machte sich für die Sache der jungen Leute stark.
Regisseur Martin Scorsese, der das Festival für den Film "Woodstock" miterlebte, sprach von allerlei bedrohlichen Momenten. "An allen Ecken und Enden lief die Sache aus dem Ruder (...) Die Lichttürme drohten einzustürzen und die Wiesen hatten sich in einen Schlammwüste verwandelt."
Warum das Festival trotz aller Widrigkeiten von Beginn bis Ende eine friedliche Zusammenkunft von Musik-Fans blieb, ist vielen bis heute ein Rätsel.
The-Who-Bandleader Pete Townshend erinnerte sich negativ an Woodstock: "Es war doch das totale Chaos oder? Was da abging, war unbegreiflich - Krankenbahren, Tote, kotzende Leute und Horrortrips. Ganz Amerika war durchgeknallt."
Janis Joplins Auftritt fand mit einer Verzögerung von eineinhalb Tagen statt. Die Stars warteten geduldig auf ihre Auftritte und vertrieben sich die Zeit mit Gesprächen und Alkohol.
Am dritten Tag spielten Jefferson Airplane bereits um sieben Uhr am morgen vor einem verschlafenen Publikum.
Crosby Stills, Nash and Young standen in Woodstock zum zweiten Mal in ihrem Band-Leben auf der Bühne.
In seiner Version der US-amerikanischen Nationalhymne "The Star Spangled Banner" regnete es Bomben. Mit beeindruckendem Können simulierte er mit den Klängen seiner Gitarre Granateneinschläge, Woodstock wurde einen Moment zum Kriegsschauplatz.
Nach dem Festival glich das Gelände einem Schlachtfeld. Wegen all des Schlamms wurden von den Zuschauern zwischen 30.000 und 80.000 Schlafsäcke zurück gelassen, die zusammen mit dem Müll eingesammelt werden mussten.