Mit einem Konzert in ihrer Heimatstadt Mannheim hat die Popgruppe Söhne Mannheims ("Geh’ davon aus") ihre Tournee durch Deutschland, Österreich, Luxemburg und die Schweiz gestartet.

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Vor etwa 1.100 Zuschauern im ausverkauften Club Capitol bot die Gruppe um Sänger Xavier Naidoo einen Querschnitt durch ihre mehr als 20-jährige Bandgeschichte.

In dem ehemaligen Kino am Neckar sang die Band auch bekanntere Songs wie "Das hat die Welt noch nicht gesehen".

Filmemacher verteidigt Doku und wird von Til Schweiger unterstützt.

Nach mehr als zweistündiger Spielzeit wurde das Künstlerkollektiv aus rund 20 Musikern am Montagabend mit viel Applaus verabschiedet. Bis zum 20. Mai stehen 15 Auftritte auf dem Programm. Den Mittelpunkt bildet die neue CD "MannHeim".

Song "Marionetten" in der Kritik

Darauf ist auch das Lied "Marionetten" zu hören, in dem Politiker massiv beschimpft werden. Die Stadt Mannheim kritisiert den Text und wirft der Band "antistaatliche Aussagen" vor. Zum Tourauftakt spielte die Gruppe den Song nicht.

  • "Mannheimer Morgen" zu Xavier Naidoos Rechtspopulismus: "Wer nach Ovationen vom NPD-Vorstand 2014 und einem krachenden Rausschmiss als deutscher ESC-Kandidat 2015 in der jetzigen politischen Situation einen solchen Text veröffentlicht, kann sich nicht wieder als zu Unrecht verfolgte Unschuld in die Wagenburg zurückziehen. Dass Naidoo mit der unveränderten "Judenstern"-Zeile in "Nie wieder Krieg" weiter die Gefühle von Holocaust-Opfern und ihren Angehörigen mit Füßen tritt, ist ein weiteres Beispiel für Ignoranz. Als die Söhne Mannheims 1999 Fahrt aufnahmen, war allein ihre Multikulti-Optik mit Musikern von fünf Kontinenten ein Statement für Toleranz, Offenheit und Liebe. Das enorme Potenzial dieses Sängers und seiner Projekte für positive gesellschaftliche Veränderung ist jenseits der eigenen Fan-Basis hinaus wohl endgültig verloren."


"Ich verstehe das Lied als Appell zum Nachdenken darüber, dass Politik oft missbraucht wird. Und da wollen wir - mit zugegeben überzeichneten Worten - aufrufen, etwas dagegen zu tun", sagte Sänger Henning Wehland am Rande des Tourstarts der Deutschen Presse-Agentur.

Interner Brief soll zum ESC-Rückzieher des NDR geführt haben.

Bandmitglieder verstehen Kritik nicht

Der Song sei sicherlich provokativ und zugespitzt, meinte Band-Mitglied Rolf Stahlhofen. "Ich kann verstehen, dass da manche aufschreien. Aber das Lied ist kein Aufruf zur Gewalt, es ist ein Aufruf zum Dialog", sagte der Sänger.

In der Vergangenheit hatte es wiederholt Diskussionen um Texte und Interviews von Naidoo gegeben.

Kritiker werfen ihm Rechtspopulismus vor. Der für den Eurovision Song Contest (ESC) verantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte 2015 Naidoo nach öffentlicher Kritik nicht für den Wettbewerb nominiert © dpa