Schlagerstar Christian Anders wird 75: Seine extremen Höhen und Tiefen

Christian Anders feiert am 15. Januar seinen 75. Geburtstag. Er kann auf ein Leben mit extremen Ups und Downs zurückblicken - vom Rolls-Royce-Fahrer zum Obdachlosen. Mittlerweile steht der Schlagersänger, der auch als Verschwörungstheoretiker von sich reden macht, wieder auf der Bühne. © spot on news

Am 15. Januar 1945 wurde Christian Anders unter dem Namen Antonio Augusto Schinzel-Tenicolo in der österreichischen Steiermark geboren. Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte er auf der italienischen Insel Sardinien, später zog er mit seinen Eltern nach Deutschland und machte eine Ausbildung zum Elektroinstallateur.
Mit seiner Band Christian Anders and the Tonics trat er vor allem in amerikanischen Kneipen auf und verdiente so sein erstes Geld als Musiker. 1966 schickte er ein Tonband an eine Plattenfirma und kam zu seinem ersten Vertrag.
Anders (r.) arbeitete außerdem als Kampfsportlehrer. In München besaß der Schlagersänger, der den schwarzen Gürtel im Karate hat, eine eigene Karateschule. Allerdings dauerte es nicht lange, bis er mit seiner Musik erste Erfolge feierte…
1969 wurde er mit dem Schlager "Geh’ nicht vorbei" bekannt. Zu seinem Künstlernamen kam Anders über ein Telefonbuch. Auch als Songwriter für andere Künstler konnte Anders - hier zu sehen mit Uschi Glas - sich einen Namen machen.
1971 gründete Anders seinen eigenen Musikverlag "Chranders Records". Aus den deutschen Charts war der Sänger nicht mehr wegzudenken. Anders trat häufig im deutschen Fernsehen auf, unter anderem bei Dieter Thomas Heck in dessen ZDF-"Hitparade" (Bild). Besonders berühmt wurde sein Hit "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo".
Der Erfolg stieg ihm zu Kopf: Anders feierte wilde Partys und hatte nach eigenen Angaben angeblich mit rund 2.000 Frauen Sex. Nicht nur mit Sexorgien machte er von sich reden, sondern auch mit seinem Alkoholkonsum.
Von ganz oben nach ganz unten: Sein Vermögen gab Anders für seinen extravaganten Lebensstil aus – und verschuldete sich zudem noch. 1987 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er ein neues Leben als Esoteriker unter dem Namen Lanoo startete. Er veröffentlichte das Album "Lanoo – Alive in America". In den USA hauste er zwischenzeitlich obdachlos unter einer Brücke, wie er 2005 in einem "Spiegel"-Interview erzählte.
1993 kehrte Anders nach Deutschland zurück – allerdings nicht als Schlagersänger, sondern als Esoterikguru. Von da an machte er eher mit verrückten Aktionen von sich reden als mit seiner Musik: Er kettete sich unter anderem nackt vor die Justizvollzugsanstalt Aschaffenburg, um für die Freilassung seines inhaftierten Bruders zu demonstrieren.
Gegen Ende der 1990er Jahre war Anders mit der Sängerin Jennah Karthes verlobt, zur Hochzeit kam es allerdings nicht. 2006 heiratete er seine jetzige Ehefrau Birgit Diehn (Bild). Mit ihrer Hilfe kam er langsam wieder auf die Beine. Der einstige Star gab Konzerte in SB-Warenhäusern und Seniorenresidenzen.
Heutzutage ist er auch als Verschwörungstheoretiker bekannt. Auf der Videoplattform YouTube teilt er unter seinem Pseudonym Lanoo seine Weltanschauung in stundenlangen Videos. Außerdem veröffentlichte der Impfgegner einige esoterische Bücher. Eine Theorie: Er glaubt, es gebe sieben Familien, die die Welt regieren.
Anders hat sich inzwischen wieder aufgerafft und gibt hin und wieder Konzerte oder Autogrammstunden. 2019 gab er sein erstes Solokonzert nach 20 Jahren. Im selben Jahr brachte er das Album "Zeitlos" heraus.