• US-Sängerin Julia Michaels hat "alle Arten von Sexismus und Altersdiskriminierung erlebt".
  • Im Interview spricht die "Issues"-Interpretin über Feminismus, ihre Depression und warum Frauen in der Musikbranche benachteiligt werden.

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US-Sängerin Julia Michaels schrieb jahrelang Songs für Stars wie Demi Lovato, Selena Gomez, Gwen Stefani und Justin Bieber, bis sie mit ihrem Hit "Issues" 2017 selbst zu einer international bekannten Sängerin wurde. Vier Jahre später veröffentlichte Michaels nun ihr Debütalbum "Not In Chronological Order" - nach einer Zeit, in der sie unter anderem "eine neue, wunderbare, gesunde Liebe" gefunden hat, wie sie der Agentur spot on news erzählt.

Mit ihrem Freund, Sänger JP Saxe, wurde sie 2020 für den Song "If the World Was Ending" in der Kategorie "Song des Jahres" für einen Grammy nominiert. Im Interview spricht sie neben ihrer Liebe zu ihrem Partner über Sexismus, Altersdiskriminierung und die Benachteiligung von Frauen in der Musikbranche.

Frau Michaels, Sie haben Ihre Karriere damit begonnen, Songs für andere Stars zu schreiben. Wann kam der Wunsch auf, Ihre Songs selbst singen zu wollen?

Julia Michaels: Nach "Issues". Da hat sich für mich alles geändert. Der Song war einfach zu persönlich, um ihn wegzugeben, und ich glaube, ich hatte mir etwas verweigert, was ich lange Zeit wollte, weil ich zu viel Angst davor hatte.

Mit Ihrer ersten Solo-Single "Issues" feierten Sie gleich einen sehr großen Erfolg. Wie blicken Sie darauf zurück? Sind Sie noch immer stolz auf den Song?

Ich bin unheimlich stolz auf den Song. Der Erfolg war definitiv überwältigend und ich glaube, ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht, wie sehr sich mein Leben verändern würde. Aber ich bin so dankbar, dass es so war. Ich habe jetzt dieses Ventil, um meine Stimme so einzusetzen, wie ich es möchte, und ich bin dankbar, dass die Leute meinen Weg verfolgt haben und mir in den letzten Jahren treu geblieben sind.

"Eine neue, wunderbare, gesunde Liebe"

Für ein eigenes Album haben Sie sich nun vier Jahre Zeit gelassen. Was ist während dieser Zeit passiert?

Sehr viel. Eine Pandemie. Selbstreflexion. Perspektive. Und eine neue, wunderbare, gesunde Liebe. Ich habe mich endlich inspiriert gefühlt, ein Album zu schreiben, weil ich so viel Inspiration in meinem persönlichen Leben hatte.

Ihr Partner JP Saxe und Sie wurden für Ihren gemeinsamen Song "If The World Was Ending" sogar für einen Grammy nominiert. Wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Es war unglaublich! Es war meine dritte Nominierung und JPs erste. Für mich war es also doppelt so aufregend, weil ich sehen konnte, wie die Person, die ich liebe, das alles aufsaugt. Hoffentlich wird es nicht meine letzte sein. Zweimal für den Song des Jahres nominiert zu sein, ist definitiv etwas, das ich nicht auf die leichte Schulter nehme.

Mentale Gesundheit ist für Sie ein großes Thema, Sie leiden selbst unter Depressionen. Was hilft Ihnen, wenn Sie eine schlechte Phase haben?

Mir helfen viele Dinge, aber ich denke, Tage für Selbstfürsorge sind super wichtig. Kleine Dinge zu tun, die mich glücklich machen. Meine Lieblingsspeise essen. Eine Autofahrt machen. Meine Füße ins Meer strecken oder ins Gras.

Sie zeigen gern Ihre natürliche Schönheit, etwa als Sie auf dem roten Teppich der Grammys Ihre unrasierten Achseln präsentierten. Warum, glauben Sie, ist Körperbehaarung bei Frauen immer noch so tabuisiert?

Weil Menschen manchmal verdammt ätzend sind.

"Auf zehn Stühle für Männer kommt nur einer für Frauen"

Feminismus ist für Sie ein wichtiges Thema. Inwiefern sind Frauen in der Musikbranche noch immer benachteiligt?

Ich glaube, das ändert sich Gott sei Dank langsam. Aber auf zehn Stühle für Männer kommt nur einer für Frauen. Wir sollten in der Lage sein, Stühle dazuzustellen. Es ist genug Platz für alle da. Es gibt auch diese komische Sensation in den Medien, die Darstellung, dass sich alle Frauen in der Musikindustrie hassen, was völlig falsch ist. Die Leute versuchen immer, die Frauen gegeneinander auszuspielen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass sie Angst davor haben, was passiert, wenn wir Frauen alle zusammen auf die Bühne gehen.

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Haben Sie schon einmal Nachteile erlebt, weil Sie eine Frau sind? Wie sind Sie damit umgegangen?

Ich habe alle Arten von Sexismus und Altersdiskriminierung erlebt, als ich angefangen habe. Ich gehe damit um, indem ich den Leuten das Gegenteil beweise und ihnen mit meinem ganzen Team von knallharten Frauen in den Hintern trete.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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