Plácido Domingo wird 80: Die berühmtesten Tenöre im Überblick

Dirigent, Intendant und vor allem Tenor! José Plácido Domingo Embil hat viele Talente und gehört als einer der "Drei Tenöre" zu den bekanntesten Opernsängern der Welt. Am 21. Januar feiert der Spanier seinen 80. Geburtstag. Ein guter Grund, die berühmtesten Tenöre und ihre Gesangskünste unter die Lupe zu nehmen. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Der Madrilene José Plácido Domingo (r.) hat in seiner Karriere mehr als 21 Millionen Tonträger verkauft. Zusammen mit Luciano Pavarotti (M.) und Josep Carreras bildete er die "Drei Tenöre". Den Grundstein für seinen Erfolg legte er 1966 in der New York City Opera, wo er in "Don Rodrigo" Zuhörer wie Kritiker begeisterte.
Ebenfalls eine seiner Paraderollen: Otello aus der gleichnamigen Verdi-Oper. Ob diese Herren da mithalten können?
Der große Luciano Pavarotti (1935-2007) auf jeden Fall! Der Italiener bleibt auch nach seinem Tod 2007 weit über die Klassik-Grenzen hinaus bekannt. Das Album "The Three Tenors in Concert" verkaufte sich mehr als 7,2 Millionen Mal. 1998 erhielt Pavarotti den "Grammy Legend Award".
Der Dritte im Bunde der wohl größten Tenöre ist Josep "José" Maria Carreras i Coll. Für die Musik schmiss er sei Chemiestudium und wurde in New York, London, Buenos Aires, Wien und London zum Publikumsmagnet.
Nach einer überstandenen Leukämie-Erkrankung gründete der Katalane (hier mit David Garrett), der übrigens begeisterter FC-Barcelona-Fan ist, die "José Carreras Leukämie-Stiftung".
Dirigent Sir Antonio Pappano bezeichnete ihn als "Jahrhundert-Tenor" mit Star-Appeal: Jonas Kaufmann will sich nicht auf bestimmte Rollen festlegen, er deckt alles ab – von Mozart bis Wagner.
Trotz Stimmproblemen vor einigen Jahre, ist für den 51-Jährigen noch lange nicht Schluss, wie er der "Welt am Sonntag" sagte: "Irgendwann kommt sicher der Tag." Dieser Tag sei jedoch "nicht heute und nicht morgen", dafür sei Kaufmann schlicht "noch zu gern dabei".
Sein Debüt am Londoner Covent Garden 2010 mit Anna Netrebko wurde stürmisch gefeiert. Zuvor gab Vittorio Grigolo bereits den Ottavio in Mozarts "Don Giovanni" und legte mit seinem Debüt an der Mailänder Scala im Verdi-Jahr den Grundstein für seinen musikalischen Aufstieg. Zuletzt präsentierte er dort mit Plácido Domingo einen bunten Arien-Strauß.
Er ist DER Wagner-Tenor: Allein in dieser Saison schlüpfte Klaus Florian Vogt 20 Mal in die Rolle des Lohengrin (Bild), dabei machte er als Schwanenritter stets eine gute Figur. Ebenso wie in seinem restlichen Wagner-Repertoire: Tannhäuser, Parsifal und Siegmund (Die Walküre).
Der peruanisch-österreichische Sänger Juan Diego Flórez (hier bei einer Aufführung von "Die Hugenotten") gilt als der vielleicht beste Rossini-Tenor unserer Zeit und wurde wegen seiner ausdrucksvollen Stimme lange als inoffizieller Nachfolger des legendären Luciano Pavarotti gehandelt. Er ist mit der deutschen Schauspielerin Julia Trappe verheiratet.
Seine klare, zwei Oktaven umfassende Stimme sollte Fritz Wunderlich (1930-1966) berühmt machen. In der Pfalz aufgewachsen, führte ihn sein Weg an die Wiener Staatsoper. Tragisch: Wunderlich sollt 1966 sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York geben. Doch kurz vor seinem 36. Geburtstag stürzte er von einer Treppe, erlitt einen Schädelbruch und starb.
Das Markenzeichen des US-Amerikaners Richard Tucker (1913-1975, hier mit Anna Moffo) ist die Rolle des Alvaro in "La forza del destino" (dt.: "Die Macht des Schicksals"). Diese Rolle verkörperte er 1954 auch an der Seite von Maria Callas. 1975 starb er an einem Herzinfarkt. Er ist die einzige Person, deren Trauerfeier jemals auf der Bühne der Met stattgefunden hat.
Einer, der in der Reihe der berühmten Tenöre nicht fehlen darf, ist Lauritz Melchior (1890-1973). Ursprünglich als Bariton ausgebildet, mauserte der Däne sich zum gefeierten Wagner-Tenor. Trotz diverser Erfolge als Tannhäuser in Wien und New York, beendete er seine Karriere 1950 ganz abrupt – keiner weiß, warum.
Noch ein Wagnerianer: René Kollo (r.) war ein gern gesehener Sänger bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen. Im Jahr 2000 zog er sich als Heldentenor zurück. Er gilt als Freund der leichten Muse: 1986 nahm er ein Album mit Liedern von Udo Jürgens (l.) auf.
Jussi Bjoerling (1911-1960) hatte es oft mit den Nerven und griff in zunehmendem Maße zum Alkohol. Seiner Stimme tat das lange Zeit keinen Abbruch. Der Schwede wurde für seine vollendete Technik gefeiert, mit der er auch höchste Töne scheinbar mühelos singen konnte. Fun Fact: Hennig Mankells Kommissar Kurt Wallander hat seinen Hund nach ihm benannt.
Auch an diesem Mann kommen Opernfreunde nicht vorbei: Enrico Caruso (1873-1921). Der Italiener entwickelte sich im Zuge seiner Karriere zu einer der bekanntesten Figuren der Szene. Seine Steckenpferde: Der Part des Canio in "Pagliacci" (Bild) und der Radamès in "Aida".
Beniamino Gigli (1890-1957) fühlte sich als Rodolfo in "La Bohème" pudelwohl und galt als legitimer Nachfolger des großen Enrico Caruso. Benito Mussolini schätzte seine Künste besonders, dem Erfolg tat das aber keinen Abbruch. Trotzdem, 1955 verabschiedete er sich von der Bühne und starb zwei Jahre später an den Folgen einer Lungenentzündung.
Sein Talent brachte ihn aus Kanada direkt in die europäischen Opernhäuser: Nach seinem Debüt in London trat Jon Vickers (1926-2015, hier mit Josephine Veasey) 1958 im Rahmen der Bayreuther Festspiele als Siegmund auf – eine Rolle, für die er in den Folgejahren berühmt werden sollte. Sein Wissen gab er aber auch als Lehrer weiter und nahm etwa den berühmten Tenor Ben Heppner unter seine Fittiche.
Eine seltene Gabe bei Opernsängern: Der schwedische Opernsänger Nicolai Gedda (1925-2017) beherrschte neben seiner Muttersprache auch Deutsch, Russisch, Französisch, Englisch und Italienisch. Das kam ihm bei seiner Rollenauswahl durchaus entgegen. Seine jugendliche Stimme empfahl ihn besonders für Rollen wie Tamino in "Die Zauberflöte" (Bild).
Carlo Bergonzi ließ sich in den 1950ern vom Bariton zum Tenor umschulen. Ein Glück, denn der Italiener sollte über 25 Jahre zu den führenden Tenören an der Metropolitan Opera in New York gehören. Zeit seines Lebens sollte er aber immer etwas im Schatten eines Kollegen stehen …