Nick Carter wird 40: Die Backstreet Boys im Wandel der Zeit

Sie sangen schnulzig-naive Lieder über Liebe und Treue und hopsten dazu synchron. Mitte der 90er-Jahre schrieben die Backstreet Boys mit Hits wie "As Long As You Love Me" und "Quit Playin' Games" Musikgeschichte. Am 28. Januar wird das ehemalige Front-Herzblatt Nick Carter 40 Jahre alt. Wie ist es ihm und seinen Boys in der Zwischenzeit ergangen? © 1&1 Mail & Media/spot on news

Superschnuckel, Topfschnitt-Pionier, Sehnsuchts-Junge – die Rolle des herzensguten, immer strahlenden und nach außen sehr anständigen “Boygroup-Nesthäkchens“ dürfte für den damals gerade mal 15-Jährigen auch eine Bürde gewesen sein. Während er gezwungen war, in Interviews ständig zu betonen, dass er noch “auf die Richtige warte“, konsumierte er derart viele Drogen, dass er Herzprobleme bekam.
Erst nachdem Nick sich auch öffentlich verlieben durfte, war es ihm möglich, einen erfolgreichen Entzug zu machen. Nach einem kurzen Ausflug in die Arme Paris Hiltons, trat er 2014 mit seiner großen Liebe Lauren vor den Altar und ist heute glücklicher Vater zweier Kinder. Seine Solo-Versuche als Sänger verliefen allerdings eher schlecht als recht.
Brian Littrell mimte nicht nur den nachdenklichen sauberen Sängerknaben - er war es gezwungenermaßen auch. Denn sein angeborener Herzfehler machte es ihm unmöglich, sich Alkohol- und Drogeneskapaden hinzugeben. Dass er überhaupt das Erwachsenen-Alter erreichte, war für seine Ärzte ein kleines Wunder.
Littrell ist allerdings überzeugt, dass sein Erdendasein allein der Gnade Gottes verschuldet sein müsse. Und so schickte er sich an, ihn mit christlichen Songs zu lobpreisen. So hat er als “Bibel-Barde“ eine kleine, aber unerschütterliche Fangemeinde um sich scharen können. Seine Frau Leighanne lernte er bei den Dreharbeiten zum Musikvideo zu “As Long As You Love Me“ kennen. Seit 23 skandalfreien Jahren sind sie ein Paar.
Howie Dorough mimte den “Jungen im Hintergrund“. Eine angenehme, freundliche und zurückhaltende Erscheinung mit puerto-ricanischen Wurzeln. Und wahrlich ein guter Kerl: So gründete er 1998 die “Dorough Lupus Foundation“, um andere erkrankte Menschen aktiv helfen zu können, nachdem seine Schwester daran gestorben war.
2017 heiratete Douroug seine langjährige Freundin Leigh Boiniello, das Paar hat zwei Kinder. Auch wenn noch weitere Schicksalsschläge hinzukommen sollten, wie der tragische Krebstod seines Vaters, hat der Backstreet Boy seine liebenswerte und vor allem gesunde Ausstrahlung behalten.
Einer musste ja den “Bad Boy“ mimen, aber natürlich nur einen ganz lieben. Und so war es Alexander James “AJ“ McLean, dem die Rolle zugetragen wurde. Doch ging es hinter den Kulissen alles andere als harmlos zu, denn Kokain und Alkohol blieben bis ins neue Jahrtausend hinein seine ständigen Begleiter.
Nach einigen Rückfällen schaffte McLean den Absprung. Doch hatte sich seine neue Nüchternheit in eine Art Helfersyndrom verwandelt. Er bat einigen taumelnden Stars großzügig seine Hilfe als “Anti-Drogen-Mentor“ an. Nicht nur Justin Bieber winkte bei diesem Angebot dankend ab.
Kevin Richardson übernahm den Part des “reifen markanten Mannes“. Ein richtiger Erwachsener eben, allerdings im positivsten Sinne. Eine starke wie sanfte Schulter zum Anlehnen, für seine Boys in der Gruppe und all die Fangirls da draußen.
Lange schien es, als wollte Richardson seine väterliche Figur von einst mit Botox irgendwie einfrieren. Doch rebellierte seine Seele offenbar gegen das Erstarren. 2015 schockte er seine Fans mit einem erschreckend mageren Auftritt. Doch hat der verheiratete, zweifache Familienvater sich zum Glück wieder fangen können.
Bis auf hier und da mal einen Ausstieg, samt reuevoller Wiederkehr einzelner Mitglieder, haben sich die Backstreet Boys nie wirklich getrennt. Immer wieder kam es zu Comebacks, Welttourneen und sonstigen Projekten. Im März 2017 starteten die Backstreet Boys eine permanente Las-Vegas-Show (Bild). 2019 erschien mit “DNA“ ihr 9. Studioalbum, dass es in Deutschland auf Platz 2 der Charts schaffte. Die weitere Bilanz: 130 Millionen verkaufte Tonträger, viermal “Billboard Music Award“, dreimal “World Music Award“, fünfmal “MTV Europe Music Award“ sowie fünfache Grammy-Nominierung.
Und dann wäre da noch Nick Carters keiner Bruder Aaron, der 1997 als eine Art Sidekick gerade mal neunjährig, stupsnasig und mit Engelsstimmchen ins Geschehen geschubst wurde. Als blondes Topfschnitt-Kind sang er naive Liebeslieder und zierte zahlreiche "Bravo"-Poster.
Aaron wuchs zum Sorgenkind heran, der mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt kam und diverse Entzugskliniken zu seiner Wahlheimat erklärte. Heute präsentiert er sich auf Instagram sichtlich körperlich gezeichnet mit ästhetisch zweifelhaften Gesichtstattoos. Jüngst kam es zu einem Streit mit einem Berliner Künstler, dessen Artwork er ohne Absprache für seine musikalischen Promo-Zwecke einsetzte. Aaron zeigte sich trotz Zurechtweisung uneinsichtig und beharrt bis heute darauf, dass seine Verwendung doch eine “tolle, kostenlose Werbung“ für den Künstler sei.