In der Debatte um den Echo für ein als judenfeindlich kritisiertes Rap-Album hat sich die Plattenfirma BMG hinter das Werk der Musiker Kollegah und Farid Bang gestellt.

"Wir nehmen Künstler und künstlerische Freiheit ernst, und wir sagen unseren Künstlern nicht, was ihre Texte enthalten sollten und was nicht", teilte die Tochter des Medienunternehmens Bertelsmann auf Anfrage am Mittwoch in Berlin mit.

Ohne Zweifel hätten manche Zeilen des Rap-Albums viele Menschen tief verletzt. Auf der anderen Seite seien viele Menschen nicht so sehr verletzt worden, so dass das Album vergangenes Jahr eines der meistverkauften in Deutschland gewesen sei.

Die Rapper hätten betont, dass sie weder rassistisch noch antisemitisch seien und ihr Bedauern über verletzte Gefühle ausgedrückt.

Das Album sei auch nicht indiziert worden. Der Ethikbeirat des Musikpreises habe es zur Verleihung zugelassen. "Wir bekräftigen unsere Verpflichtung zur künstlerischen Freiheit, so lange sich die Künstler an das Gesetz halten", so BMG.

Das Rap-Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" enthält Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow". Dass diese Musik beim Echo preiswürdig war, hatte heftige Kritik und eine Debatte um Antisemitismus ausgelöst.

Ob das Album wie vorige aus Jugendschutzgründen auf den Index kommt, ist nach Angaben der Bundesprüfstelle in Bonn noch offen.  © dpa