Am Sonntagabend gingen in Glasgow die diesjährigen MTV Europe Music Awards, kurz EMAs, über die Bühne. Und wie fast zu erwarten, blieb es – mal wieder - eine Show ohne echte Highlights. Für einen kleinen Hingucker ob seines Outfits musste da folgerichtig ein fast schon abgeschriebenes Urgestein des Showgeschäfts sorgen.

David Hasselhoff erschien an der Seite seiner 27 Jahre jüngeren Freundin. Im Schottenrock. Gut – ein wirklicher Aufreger war auch das nicht, und von einer "Verwirrung" der Fans, wie sie der "Kölner Express" witterte, kann schon keine Rede sein.

Was uns jedoch wirklich stutzen ließ: David Hasselhoff? In Glasgow? War da nicht noch ein anderes system- und lebensveränderndes Ereignis, das just am Sonntagabend sein Jubiläum feierte und das ohne das Zutun des bekanntesten Bademeisters der Welt wohl gar nicht stattgefunden hätte?

Richtig: In Berlin wurden die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls begangen, und es gilt ja als allgemein anerkannt, dass es Hasselhoff mit seinem Smash-Hit "Looking for Freedom" war, der dem Ereignis nicht nur den Soundtrack verpasst hatte, sondern es gar erst in Gang gesetzt hatte. Und jetzt wurde ohne ihn gefeiert?

Für Hasselhoff selbst war das keineswegs verwunderlich. Schon längst sieht er sich nicht mehr als Held der deutschen Einheit oder gar ihren Impulsgeber. In einem Interview mit dem Online-Starmagazin "Promiflash" stellte er nun ein für alle Mal klar, dass er in keiner Weise verantwortlich sei: "Ich habe niemals gesagt, dass ich etwas mit dem Mauerfall zu tun habe."

Schlimmer noch: Die ganze Geschichte ist aus Hasselhoffs Sicht eine Legende, die auf dem Mist der sensationsgeilen Pressemeute gewachsen sei: "Das war ein blöder Artikel in einem sehr reißerischen Magazin namens National Enquirer; und dann hat es BBC aufgegriffen, und dann alle Comedy-Stars."

Schön, dass das mal geklärt wurde. Und ein bisschen schade auch, denn genau diese Geschichten sind es ja, die großen Ereignissen der Weltpolitik eine menschelnde Note verpassen. (dh)