(sist/cai) - Extremsportler Felix Baumgartner sprang aus 39 Kilometern Höhe in die Geschichtsbücher - doch Spaß hat ihm das nicht gemacht. Zudem glaubt er nicht, dass seine Rekorde bald gebrochen werden können. Nachahmer und Multimilliardär Richard Branson, der sich sogar einen Sprung aus einem Raumschiff vorstellen kann, hält er für "größenwahnsinnig".

Mit mehr als 1.340 km/h raste der Österreicher am 14. Oktober aus der Stratosphäre Richtung Erde. Dabei durchbrach er als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer und knackte zwei weitere Weltrekorde: Den höchsten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung.

In der Today Show des US-Senders NBC am Montag antwortet er auf die Frage, ob ihm der Sprung – der den Höhepunkt einer fünfjährigen Vorbereitung darstellt - Spaß gemacht habe: "Um ehrlich zu sein: Nein! Es war harte Arbeit. Erst später, als sich mein Schirm öffnete, freute ich mich, weil ich wusste: Es ist vorbei und ich lebe noch."

Warum konnte der 43-Jährige seinen Sprung nicht genießen?

Baumgartner sagte weiter, dass er die Befürchtung hatte, das Bewusstsein zu verlieren. Eine reale Gefahr, denn der Österreicher erlebte den sogenannten Flat Spin, bei dem der Körper unkontrolliert ins Trudeln gerät. Hätte er die Rotation nicht in den Griff bekommen, wäre er durch die immense Blutzufuhr in den Kopf bewusstlos geworden. In einem solchen Notfall hätte sich zwar automatisch der Fallschirm geöffnet, jedoch hätte sich Baumgartners regungsloser Körper in den Leinen verfangen und ungebremst zur Erde stürzen können.

Der Österreicher erzählt, dass er all sein Know-how als Fallschirmspringer aufbieten musste, um den Flat Spin zu beenden. Der Sprung glückte mit einer Landung wie aus dem Bilderbuch. Trotzdem war das Extremsport-Projekt das letzte in Baumgartners Leben: "Ich bin offiziell pensioniert vom Draufgänger-Business. Ich habe alles erreicht, ich habe genug."

Nachahmer Branson "größenwahnsinnig"

Im Interview mit "n-tv" sprach Baumgartner über seine Zukunftspläne. Der 43-Jährige will jetzt Helikopter-Pilot werden. Angst, dass ihm seine Weltrekorde bald streitig gemacht werden, hat der Österreicher nicht. Milliardär Richard Branson hatte in seinem Blog bereits spekuliert, ob er Baumgartner bald überflügeln könnte - mit Hilfe seines Raumschiffes SpaceShipTwo.

Branson schreibt weiter, dass sein Unternehmen Virgin bereits 2005 eine Anfrage erhalten habe, der das Raumschiff für einen Sprung aus bis zu 110 Kilometern Höhe mieten wollte. Virgin habe aber ablehnen müssen, weil das SpaceShipOne damals in einem Museum stand.

Nun scheint Branson wieder Blut geleckt zu haben: "Ich hatte selbst lange keine Herausforderung mehr. Könnte lustig sein für Virgin, Red Bull und ihr Geld herauszufordern", schreibt Branson in seinem Blog weiter. Baumgartner hält das Vorhaben, aus noch größerer Entfernung Richtung Erde zu springen, schlicht für "unmöglich" und "größenwahnsinnig", wie er im Interview mit "n-tv" sagte.