Im aktuellen Werbeprospekt von Lidl gibt es viele Angebote zum Muttertag. Sie haben alle etwas mit dem Thema Hausarbeit zu tun. Das kommt bei einigen Nutzern im Netz gar nicht gut an.

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Die Frauen sind für die Hausarbeit zuständig und der Mann muss Reparaturarbeiten durchführen. Das sind Rollenbilder, die in der heutigen Gesellschaft nicht mehr zutreffend sein sollten. Mit den Muttertagsangeboten "Zeit, Danke zu sagen" bedient der Discounter Lidl allerdings genau dieses Klischee und sorgt damit bei einigen Twitter-Nutzern für Entrüstung.

Veraltete Rollenbilder

Entdeckt hat die Lidl-Muttertags-Aktion die Organisation "Pinkstinks", die den Prospekt unter dem Hashtag #dankefürnichts verbreitet.

Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf Produkte, Werbung und Medienberichte aufmerksam zu machen, die sexistisch sind oder Geschlechterklischees bedienen.


Männer dürfen Bohren

In den sozialen Netzwerken diskutieren die Nutzer kontrovers über die Muttertags-Angebote: Die einen finden die Werbekampagne peinlich, rückständig oder sogar sexistisch, andere wiederum nehmen es mit Humor und wünschen sich die Nähmaschine im Männerdesign, denn der Vatertag steht ja auch vor der Tür.

Für die Männer wurde übrigens im gleichen Prospekt unter dem Motto "Kraftvoll ans Werk“ für Bohrmaschinen und Hämmer geworben. Und sucht man auf der Webseite von Lidl nach dem Schlagwort "Vatertag", erscheint ein Bollerwagen. Die Werbemaßnahmen erscheinen daher nicht viel weniger diskriminierend als zum Muttertag.

Gleiche Antwort von Lidl

Das Social-Media-Team von Lidl hat es sich einfach gemacht und antwortete eine Zeit lang auf jeden Nutzerkommentar mit dem gleichen Textbaustein: "Wir bedauern, wenn wir mit den aktuellen Aktionsangeboten bei einigen Kunden für Unmut sorgen und nehmen das Feedback sehr ernst." In einer Facebook-Antwort verweist Lidl darauf, dass man lediglich saisonale Anlässe oder Feiertage für Marketingmaßnahmen nutzt.

Am zweiten Sonntag im Mai ist es Zeit allen Müttern zu danken. Woher der Muttertag kommt erklären wir hier.