Von zarten Pastelltönen, über raffinierte "Cut-Outs" bis hin zu ultraknappen Micro-Shorts: Wir zeigen Ihnen fünf Trends, die in diesem Frühling in keinem Kleiderschrank fehlen dürfen.

Goth-Look und Grunge-Style sind out - es lebe die Weiblichkeit und der Glamour! So sehen es zumindest die Designer.

Die Zeiten, in denen Frauen ihre Kurven in lässigen Boyfriend-Jeans versteckten, gehören endgültig der Vergangenheit an. Für den Mode-Frühling 2012 stehen raffinierte "Cut-Outs", ultraknappe Micro-Shorts, zarte Pastellfarben und der glamouröse Look der "Flapper-Girls" ganz weit oben.

Wir stellen fünf Top-Modetrends des Frühjahrs vor.

Mut zur Lücke: Cut-Outs

Wer sexy Haut zeigen, aber bei den kühlen Frühjahrstemperaturen nicht gleich erfrieren will, setzt auf raffiniert platzierte Gucklöcher, "Cut-Outs". Die Stoff-Aussparungen an eng anliegenden Kleidern, Tops und Röcken geben den Blick auf nackte Haut frei, ohne dabei zu viel zu verraten: für ganz subtile, unaufdringliche Sexyness eben.

Ob schulterfrei etwa bei Hakaan oder Thierry Mugler (Bild links), taillenfrei bei Etro (Mitte) oder auf die Spitze getrieben bei Prabal Gurung (Bild rechts) - "Cut-Outs" sind ein wichtiger Bestandteil der architektonischen Mode und dominierten bei den Frühjahr-/Sommer-Kollektionen 2012 die Laufstege.

Um das Fashion-Statement vom Runway auf die Straße zu holen, bedarf es allerdings ein paar Regeln:

  • Am unkompliziertesten sind "Cut-Outs" an den Schultern, da die Stoff-Ausschnitte hier dezent sind und die Looks so alltagstauglich werden.
  • "Cut-Outs" lieben klare Schnitte und schlichte Farben - hier können die Gucklöcher ihre Wirkung am besten entfalten. Bunt gemusterte Blümchendrucke kombiniert mit "Cut-Outs" sind schnell zu viel des Guten. Auch mit Accessoires sollte man sich zurückhalten.

Ob Schulter, Bauch oder Taille - Sie entscheiden, welches Körperteil Sie freilegen möchten. Aber Vorsicht: Durch die partielle Peep-Show wird das entsprechende Körperteil noch stärker betont. Deshalb vorher überlegen, ob wirklich Ihre Schokoladenseite und nicht etwa Ihre Problemzone im Rampenlicht steht.

Edle (Farb-)Blässe: Pastell

Die Modewelt schlägt leise Töne an - zumindest gilt das in Sachen Farbtrend für das Frühjahr 2012. Zarte Nuancen wie Apricot, Mint, Flieder, Rosé und Vanillegelb beherrschten die Fashion-Shows von Paris bis New York.

Pastellfarben im Frühjahr - an sich nichts Neues. Doch üblicherweise kriegen die leisen Töne nur eine Nebenrolle im Modezirkus zugeteilt. 2012 jedoch ist alles anders: Von Kopf bis Fuß bestimmen sanfte Sorbet-Nuancen unseren Look. Ob Ton in Ton wie bei Vera Wang (Bild links) oder im angesagten "Color-Blocking"-Trend (gesehen unter anderem bei Phillip Lim, Diane von Furstenberg und Luca Luca), Hauptsache Pastell.

Dabei können die unschuldig-süßen Farben vielseitig inszeniert werden: Durch grafische Schnitte verliert zartes Pastell seinen lieblichen Charme und bekommt einen modernen, eleganten Touch. Zarte Stoffe wie Seide, Organza oder Spitze unterstreichen dagegen die feminine Wirkung. Lochstickereien, weich fließende Chiffonblusen mit Volants oder verspielte Rüschendetails zaubern sofort einen mädchenhaft-romantischen Look. Kombiniert zu derben Biker-Jacken oder Accessoires in grellen Neonfarben (beispielsweise eine XL-Clutch), werden zarte Pastell-Outfits lässig und cool.

In der Kürze liegt die Würze: Micro-Shorts

Extrem kurze Shorts, sogenannte Micro-Shorts, sind wohl der heißeste Trend, den der Frühling 2012 in Sachen Mode zu bieten hat. Ob ganz schlicht wie bei Louis Vuitton (Bild links), edel wie bei Balmain (Mitte) oder bunt gemustert wie bei Richard Chai, es gilt: Hauptsache schön knapp.

Was die heißen Höschen unten an Stoff zu wenig haben, gewinnen sie oben dazu: Mit ihrem hohen Schnitt erinnern die neuen Micro-Shorts an sexy Miederhöschen.

Styling-Tipp: Die ultraknappen Shorts sind schon sexy genug - beim restlichen Outfit also besser schön bedeckt halten. Am besten sehen die Itsy-Bitsy-Höschen zu locker fallenden Oberteilen aus, die in die Hose gesteckt werden. Dass makellose Beine Pflicht sind, versteht sich von selbst.

Wem der Trend zu heiß ist, darf sich trösten: Bermudas kommen auch wieder.

Der Kurvenstar: Schößchen

Den weiblichen Kurven, allen voran den Hüften, huldigen die Designer in diesem Jahr mit Schößchen. Seit Raf Simmons für Jil Sander zuerst die weiblichen Hüften mit Extra-Stoff betonte, sieht man sie immer wieder auf dem Catwalk (unter anderem bei Givenchy, Jason Wu, Yves Saint Laurent, Alexander McQueen oder Dries van Noten - um nur ein paar wenige zu nennen). Ob an der Taille kunstvoll ausgestellte Oberteile oder Volants an Kleidern, Röcken und sogar Hosen - den sexy Rundungen der Körpermitte gehört 2012 die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Damit das auch so bleibt, sollte das restliche Outfit dazu schlicht sein. Skinny Jeans, Zigarrenhosen oder Pencilskirts und eng anliegende Tops bleiben schön im Hintergrund und überlassen den kurvigen Hüften den großen Auftritt.

Daumen hoch: Grazile Frauen mit knabenhafter Figur können sich dank der neuen weiblichen Silhouette sexy Sanduhrkurven à la Beyoncé schummeln.

Daumen runter: Frauen mit ein paar Kilos zu viel auf den Hüften sollten diesen Trend besser auslassen, denn das Schößchen trägt zusätzlich auf und lenkt den Blick nur unnötig auf die Problemzone.

Die Goldenen Zwanziger sind zurück

2012 lebt das Jazz Age wieder auf. Nicht nur auf der Kinoleinwand erleben die Goldenen Zwanziger mit Baz Luhrmanns Neuverfilmung von "The Great Gatsby" ein Comeback, auch auf den Straßen heißt es jetzt: Die Roaring Twenties sind zurück.

In Mode übersetzt bedeutet das: schwingende Flapper-Kleidchen mit Pailletten, grafische Art-Déco-Muster, schimmernde Metallic-Elemente, Fransen und Federn. Und nicht zu vergessen natürlich der Garçon-Stil.

Anders als die "Flapper-Girls" der 20er mit Federboas, pomadisierten Locken und roten Kussmündern in Herzform, üben wir uns im Frühjahr 2012 jedoch mehr in Zurückhaltung. Das Make-up ist dezent, die Haare werden mit Gel zurückgekämmt, offen gelassen oder zu einem einfachen Pferdeschwanz hochgebunden. Auch beim Schmuck ist weniger mehr: Der Twenties-Look wird höchstens noch mit langgliedrigen, schmalen Ketten und einer Clutch komplettiert.

Die Outfits der Goldenen Zwanziger sind aber nicht nur etwas für den großen Auftritt am Abend. Wie die alltagstaugliche Variante aussieht, zeigten etwa Marc Jacobs oder Etro (Bild rechts). Der Look mit weit geschnittener Garçon-Hose, wie ihn Ralph Lauren präsentierte (Mitte), wird mit Cardigan im Nu sogar bürotauglich.