Für die meisten (Hobby-) Sportler ist Skifahren wohl die leichteste Übung. Bei so mancher Piste dürfte aber selbst erfahrenen Skifahrern das Lachen vergehen.

Blau, rot und schwarz: In diese drei Kategorien werden die Abfahrten für gewöhnlich eingeordnet. Blaue Pisten eignen sich für Kinder und Anfänger, rote für erfahrene Skifahrer und schwarze für echte Könner ihres Fachs.

Es gibt allerdings Pisten, für die eine neue Farbe eingeführt werden sollte, denn die Bezeichnung "schwarz" trifft es nicht einmal ansatzweise.

Brutales Gefälle, Lawinengefahr oder steile Klippen schreien regelrecht: "Amateure haben hier nichts zu suchen!"

Kandahar, Garmisch-Partenkirchen (Deutschland)

3.300 Meter lang, Höhenunterschied von 940 Metern, bis zu 92 (!) Prozent Gefälle: Die Kandahar-Abfahrt in den bayerischen Alpen ist definitiv nichts für schwache Nerven.

Seit Jahrzehnten macht auch der FIS-Weltcup hier Halt. Wie heimtückisch die Piste sein kann, beweist die Tatsache, dass hier bereits mehrere Profis während der Rennen ihr Leben lassen mussten.

Hahnenkamm, Kitzbühel (Österreich)

Natürlich darf in dieser Auflistung die "Streif" nicht fehlen. Selbst abgebrühte Ski-Experten sprechen teilweise von "Todesängsten", nachdem sie die 3.300 Meter hinter sich gebracht haben.

Das Gefälle beträgt in der sogenannten "Mausefalle" 85 Grad. Sprünge von bis zu 60 Metern sind während der Rennen keine Seltenheit.

Hobby-Skifahrer sollten auf Sprünge verzichten und sich lieber auf das heile Herunterkommen konzentrieren.

Delirium Dive, Sunshine Village (Kanada)

Hier ist der Name Programm: Um auf die Piste zu gelangen, kann von einer Felsklippe gesprungen werden. Weniger Wagemutige können auch eine Treppe benutzen.

Ohne Partner, Schaufel und Lawinenpiepser darf die Abfahrt erst gar nicht angetreten werden.

Das durchschnittliche Gefälle beträgt an dieser Stelle der Rocky Mountains 39 Grad, teilweise geht es allerdings auch 50 Grad nach unten.

Corbet's Couloir, Jackson Hole (USA)

Ebenfalls mit einem Sprung in die Tiefe beginnt die wilde Fahrt im US-Bundesstaat Wyoming. Unmittelbar danach geht es 50 Grad nach unten.

Wer nicht schnell genug reagiert, kommt den Felswänden gefährlich nahe.

Im Anschluss "flacht" das Gelände zwar auf 40 Grad ab. Trotzdem sind brennende Oberschenkel und jede Menge Adrenalin nach dieser Abfahrt garantiert.

Le Mur Suisse, Pas de Chavanette (Schweiz)

Die sogenannte "Schweizer Mauer" macht ihrem Namen alle Ehre. Mit gut einem Kilometer Länge zählt sie vergleichsweise zu den kurzen Pisten, doch die wenigen Meter haben es in sich.

Wer sie bewältigen will, muss bei Neuschnee mit bis zu zwei Meter hohen Buckeln rechnen.

In Kombination mit 37 Grad Gefälle eine unfassbar anspruchsvolle Aufgabe.

Harakiri, Mayrhofen (Österreich)

"Hau di runter" lautet das offizielle Motto dieser Piste. Bei bis zu 78 Prozent Gefälle ist das aber durchaus eine Herausforderung.

Der Hang ist so steil, dass er nur mit Hilfe einer Seilwinde präpariert werden kann.

Außerdem sind die 1,5 Kilometer extrem rutschig. Wer hier ohne Sturz runterkommt, darf sich mit Fug und Recht als hervorragender Skifahrer bezeichnen.

Holzriese, Sexten (Italien)

Auch im Hochpustertal geht es rasant zu. Der Holzriese gilt mit bis zu 71 Prozent Gefälle als die steilste Piste Südtirols. Auf 1,5 Kilometern geht es stolze 500 Höhenmeter nach unten.

Hierher verirren sich nur wenige Hobby-Skifahrer - und das hat einen Grund. Die Piste ist für ihre schwer einsehbaren Eisplatten bekannt. (leo)© spot on news

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