Gastfreundschaft hat irgendwann ein Ende. Übernachtungsgäste zu umsorgen oder eine Feier mit Freunden und Familie zu veranstalten, ist eine tolle Sache – wären da nicht die Gäste, die einfach nicht wieder gehen wollen.

Ähnlich beliebt machen sich Spontanbesucher, die unangekündigt vor der Tür stehen und kurzerhand die Tagesplanung über den Haufen werfen.

All jenen, die die Tür nicht einfach wieder zuschlagen wollen, stellt sich die Frage: Wie wird man ungebetene Gäste charmant wieder los?

"Es ist aber spät geworden..."

Agnes Anna Jarosch, Leiterin des Deutschen Knigge-Rats, rät ausdrücklich zum Einläuten des Partyendes: "Man kann einen Absacker anbieten mit dem Hinweis, dass dieser als solcher gedacht ist."

Hilfreich könne es auch sein, in der Vergangenheit zu sprechen: "Zum Beispiel: "Es war schön heute Abend."" Auch der dezente Hinweis "Es ist aber spät geworden" sei durchaus erlaubt.

Ein weiterer Tipp: Schon bei der Einladung konkrete Ansagen machen. "Das könnte sein: "Wir beginnen schon um 18.00 Uhr, damit es nicht zu lange wird, weil ich morgen früh raus muss"", erklärt Jarosch. "Damit haben die Gäste eine Orientierung."

Die Knigge-Expertin weiß, dass es vielen schwer fällt, verbal Grenzen zu setzen. Sie appelliert jedoch, hinter der Gastfreundlichkeit nicht die eigene Selbstfürsorge zu vergessen: "Unser althergebrachtes Verständnis von Höflichkeit spricht dagegen. Damit schaden wir aber nur uns selbst."

Lieber nicht lügen

Aber: "Notlügen helfen uns nicht weiter, man verstrickt sich nur", sagt Jarosch.

So sollte man zum Beispiel einem Nachbarn, der ein Gespräch beginnen möchte, nicht sagen, man müsse dringend weg. "Lieber direkt sagen, dass es einem gerade nicht passt."

Ist der Nachbar gekränkt, rät die Expertin: "Beim nächsten Treffen gerne besonders höflich sein, Blickkontakt halten und Fragen stellen."  © dpa

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