Burger-Attacke auf "McDonald’s", "Burger King" und Co.: Mit "Five Guys" drängt eine neue Fast-Food-Kette auf den deutschen Markt. Aber was unterscheidet sie von der Konkurrenz? Wir stellen die Burger-Kette vor.

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Eine bessere Werbung hätte sich "Five Guys" wohl nicht wünschen können: 2009 ging der damalige US-Präsident Barack Obama in eine Filiale der Burger-Kette. Für sich bestellte er einen Cheeseburger mit Salat, Tomaten, Jalapenos und Senf. Auch seinen Mitarbeitern brachte er Burger mit.

Hier bestellt Ex-US-Präsident Barack Obama 2009 in einer Filiale von Five Guys in Washington, D.C..

Videos und Bilder der volksnahen Bestellaktion des US-Präsidenten gingen um die Welt. Plötzlich waren die Burger von "Five Guys" in (fast) aller Munde.

Fast, denn 2009 gab es in Deutschland noch keine Filiale.

Mittlerweile ist Obamas Lieblings-Fast-Food-Kette auch hierzulande angekommen. Ende 2017 eröffnete die erste Filiale in Frankfurt am Main, danach drei weitere in Essen, Berlin und Oberhausen. Auch München soll bis Ende des Jahres eine Filiale bekommen.

Jörg Gilcher, Head of Germany von "Five Guys".

Über mögliche Neueröffnungen 2019 gibt der Deutschland-Chef von "Five Guys", Jörg Gilcher, im Gespräch mit unserer Redaktion noch keine Auskunft. Er beschäftige sich lieber erst mit anderen Fragen: "Wie der deutsche Gast 'Five Guys' aufnimmt und ob es regionale Unterschiede gibt."

So kam "Five Guys" nach Deutschland

1986 wurde das erste "Five Guys"-Restaurant in den USA eröffnet. Der Name geht auf das Gründer-Ehepaar Janie und Jerry Murrell zurück, das zu dieser Zeit vier Söhne hatte. Diese und der Vater bildeten dann die "Five Guys".

Mittlerweile gibt es weltweit rund 1.500 Filialen, auch in Ländern wie Kanada und Saudi-Arabien. Ursprünglich wollte die "Five Guys"-Familie gar nicht expandieren. Wegen des großen Interesses kam es aber anders.

Auch eine Expansion nach Europa sei nicht geplant gewesen. "Es gab aber einen Investor aus UK, der gerne sein Geld in etwas investieren wollte, das man nicht im Internet kaufen kann", so der Deutschland-Chef.

In Zusammenarbeit der "Five Guys"-Familie und dem Investor aus London wurde Mitte 2013 das erste europäische Restaurant in London eröffnet. Inzwischen gibt es in weiteren europäischen Ländern wie Frankreich und Irland Filialen.

Das macht "Five Guys" anders als "McDonald’s" und Co.

Hierzulande sind "McDonald’s" oder "Burger King" die Fast-Food-Marktmacht. Andere Franchise-Betriebe wie "Hans im Glück" bedienen eher gehobenere Ansprüche.

Nun drängt mit "Five Guys" ein weiterer Burger-Gigant auf den deutschen Markt, der sich dazwischen platzieren möchte.

Die Burger-Kette ist mit Holzstühlen und -tischen spartanischer als bei "McDonald's" oder "Burger King" eingerichtet. Die Atmosphäre erinnert ein wenig an eine Bahnhofshalle.

Doch "Five Guys" ist deutlich teurer und bewegt sich preislich eher im Segement von "Hans im Glück". Ein Cheeseburger mit einem Patty, Pommes frites und einem Getränk kostet Gilcher zufolge rund 14 Euro.

Bei "McDonald’s" und Co. bekommt man ein vergleichbares Menü für unter zehn Euro.

Darum ist "Five Guys" teurer

Der Preisunterschied liegt vor allem an der Zubereitung. "Five Guys" verzichtet eigenen Angaben zufolge vollständig auf Tiefkühlware, "Burger King" oder "McDonald's" hingegen nicht.

Auf Nachfrage unserer Redaktion gibt "McDonald's" an, dass "sämtliche Brote und alle Zutaten aus Fleisch und Fisch" tiefgekühlt angeliefert werden.

Die klassischen Fast-Food-Ketten sind zudem meist schneller bei der Zubereitung. Das liegt daran, dass es bei "Five Guys" keine fertigen Burger mit Namen wie "Big Mac" oder "Whopper" gibt, der bereits fertig produziert in der Wärmetheke liegt.

Der Kunde wählt die Zutaten wie Anzahl der Patties und Toppings sowie die Soße selbst aus, erst dann wird der Burger zubereitet. "Die Zubereitung der Bestellung dauert in der Regel sieben bis acht Minuten", erklärt "Five Guys"-Deutschland-Chef Gilcher.

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In Deutschland gibt’s Bier

Wer "Five Guys" aus den USA oder anderen Ländern kennt, findet sich auch in Deutschland schnell zurecht. Das Konzept unterscheidet sich nur im Detail.

Das fängt bei den Getränken an. Im Gegensatz zu den USA verkauft "Five Guys" in Deutschland auch Bier.

Bei den Zutaten gibt es ebenfalls Unterschiede. Die deutschen Filialen beziehen diese dem Deutschland-Chef zufolge hauptsächlich aus Europa statt aus den USA.

Das Rindfleisch stamme beispielsweise aus Irland. Kartoffeln, Tomaten und Co. kämen hingegen je nach Saison aus verschiedenen europäischen Ländern: "Five Guys bezieht sein Gemüse von deutschen Großhändlern. Diese kaufen ihre Waren innerhalb von Europa ein", heißt es auf Anfrage.

Die Gewürzgurken hingegen würden noch aus den USA angeliefert. Erst wenn ein Mitglied der "Five Guys"-Familie ein Produkt anderer Herkunft absegnet, werde es von dort bezogen, so Gilcher.

"McDonald's": Rindfleisch "zu 93 Prozent" aus Deutschland

Auch andere Fast-Food-Ketten wie "McDonald's" setzen nicht nur auf deutsche Produkte. Auf Nachfrage unserer Redaktion gibt die Kette an, dass das Rindfleisch "zu 93 Prozent" aus Deutschland stamme, der restliche Teil aus Europa.

Salat und Gemüse würden meist aus Reutlingen sowie aus Polen und den Niederlanden kommen, im Winter aus wärmeren Ländern wie Spanien, Frankreich oder Marokko.

Fokus liegt auf regionalen Märkten

"Five Guys" will aber an der Lieferkette noch Änderungen vornehmen. "Unsere Strategie ist schon, peu à peu möglichst viel aus Deutschland zu beziehen", sagt Deutschland-Chef Gilcher. Mit vier Restaurants sei das aber noch "nicht vollumfänglich" möglich.

Weitere Schritte in diese Richtung seien bereits getan worden. Seit Kurzem würde eine Bäckerei in Nürnberg die Berliner Filiale beliefern, die anderen beiden bekämen ihre Brötchen noch aus Frankreich.

Aber auch für diese sollen noch deutsche Bäckereien gefunden werden - jedoch nicht, bevor sie die "Five Guys"-Zentrale abgesegnet hat. Barack Obama soll ja bei einem zukünftigen Deutschland-Besuch seinen typischen "Five Guys"-Burger bekommen.

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