Nach dem traurigen Unfalltod von Ena Kadic nehmen Verwandte, Freunde und Prominente in Tirol Abschied von der Miss Austria 2013. Die Hintergründe ihres Unfalls sind immer noch unklar - eine Auswertung ihres Handys könnte Wochen dauern.

Sechs Tage nach ihrem überraschenden Unfalltod ist Miss Austria 2013 Ena Kadic am Samstagnachmittag in Innsbruck beigesetzt worden. Die Bestattung der gebürtigen Bosnierin erfolgte nach islamischer Tradition, wie die Austria Presse Agentur (APA) meldet.

Neben Angehörigen, Freunden und Bekannten nahmen auch einige Prominente Abschied. ORF-Moderator Alfons Haider befand sich unter den Trauergästen, ebenso wie Miss Austria 2000 Patricia Kaiser sowie mehrere Gewinnerinnen der Miss-Tirol-Wahlen.

Zunächst wurde Kadics Sarg im islamischen Teil des Hauptfriedhofs Ost im Innsbrucker Stadtteil Pradl aufgebahrt. Es folgten ein Totengebet sowie eine Ansprache eines muslimischen Geistlichen auf Bosnisch und Deutsch. Anschließend wurde die 26-Jährige unweit der Stelle, wo sie aufgebahrt wurde, beigesetzt.

Bosnienkrieg brachte Ena Kadic nach Tirol

Der Geistliche erinnerte an den Lebensweg von Ena Kadic, der sie aufgrund des Bosnienkriegs im Alter von vier Jahren nach Tirol führte. Bis zum Jahr 2013 habe sie ein "ganz normales Leben" geführt. Mit der Wahl zur Miss Austria im selben Jahr habe sie ihren Durchbruch erlebt, zitiert die APA den Geistlichen. Trotzdem habe sie versucht "immer bodenständig" zu bleiben. Deshalb habe sie sich wahrscheinlich auch im vergangenen Jahr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Kadic war am 16. Oktober beim Joggen auf dem Bergisel verunglückt und von der Aussichtsplattform "Drachenfelsen" rund 40 Meter in die Tiefe gestürzt. Sie starb drei Tage später an ihren schweren Verletzungen.

Noch ist unklar, wie es zu dem Unfall kam. Fremdverschulden sowie einen Selbstmord schließt die Polizei aus. Eine Auswertung von Kadics Handy soll neue Hinweise liefern - könnte sich jedoch mehrere Wochen hinziehen. (ank)