Mailand (dpa) - Mit einer nüchtern-eleganten Mischung aus schwarzem Samt und mal floralen, mal geometrischen Mustern will Stardesigner Giorgio Armani seine Kundinnen im nächsten Herbst und Winter ausstatten.

Der 81-Jährige zeigte am Montag zum Abschluss der Modemesse "Milano Moda Donna" eine bequeme und auch im Alltag tragbare Kollektion, in die er gekonnt grazile Abendroben und passende Accessoires einfließen ließ.

"Das durchgehende Thema war dieses Mal kein "roter Faden", sondern ein "schwarzer Faden"", scherzte der braun gebrannte Designer mit Blick auf das farbliche Leitmotiv seiner 70 Entwürfe.

Mit dem Defilee ging die Mailänder Modewoche nach über 70 Shows zu Ende. Die Vorführung von Grandseigneur Armani galt bereits im Vorfeld als einer der Höhepunkte des sechstägigen Events.

Die wild gelockten Models stolzierten in knöchellangen "Black Velvet"-Hosen über den Laufsteg, die teilweise an den Seiten farbige Einblicke zuließen und die Armani mit kurzen Jacken oder Blousons kombinierte. Bei den Abendkleidern setzte er ebenfalls auf Samt - teilweise im Nude-Look - und auf Blumenoptik. Bein habe er dieses Mal nicht zeigen wollen, so der Maestro. "Das wäre zu sexy gewesen und hätte nicht gepasst", meinte er. "Ich wollte Kleider zeigen, in denen sich die Frauen gut und elegant fühlen." Außerdem schmeichle Samt der Linie, was die Damenwelt an diesem Stoff besonders liebe.

Für Armani folgte seit Sonntag ein Erfolg auf den nächsten: In der Nacht hatte sich Leonardo DiCaprio seinen Oscar in Hollywood in einem Anzug des Designers abgeholt. "Was für ein Glück, dass DiCaprio den Oscar gewonnen hat - und was für ein Glück, dass er dabei in Armani gekleidet war", lächelte der Norditaliener zufrieden.

Am Sonntag hatte das Duo Dolce & Gabbana das Publikum bereits in eine Märchenwelt entführt. Die Modeschöpfer zeigten eine Kollektion mit vielen Stickerei-Motiven: Frauen als Prinzessinnen.

Kräftige Farben zu grafischen Mustern - Streifen oder Zick-Zack - zusammengeführt, prägten dagegen die Show von Salvatore Ferragamo. Stufig angelegte Ensembles und Mäntel mit vertikal laufenden goldenen Reißverschlüssen unterstrichen die Linearität der Kollektion.

Dicke Wollmützen, lange Schals und voluminöse Stolas garnierten die Mode von Missoni, oft als Kontrast zu sommerlich wirkenden kurzen Kleidern oder Leggings. Nach Tradition des Hauses liegt ein Fokus auf grafisch gemusterten Strickteilen. Lurexfäden bringen Glanz.

Marni führte Elemente wie Ballonärmel, farbig besprayte Glencheck-Ensembles und Frack-Capes zusammen und demonstrierte eindrucksvoll, wie modern eine sehr vielschichtige Kollektion aussehen kann.  © dpa