Zum 120. Geburtstag: 12 interessante Fakten rund um Erich Kästner

Egal ob "Das fliegende Klassenzimmer", "Emil und die Detektive" oder "Pünktchen und Anton": Erich Kästners Bücher und auch deren Verfilmungen sind legendär. Anlässlich seines 120. Geburtstages am 23. Februar haben wir 12 Fakten über den Autor, die man so nicht unbedingt kennt. © spot on news

Erich Kästner wusste offenbar schon früh, dass er Schriftsteller werden wollte. Der gebürtige Dresdner schrieb bereits während seines Studiums Buch- und Filmrezensionen und Theaterkritiken für mehrere Leipziger Zeitungen. Hier sieht man ihn mit Münchens damaligem Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel bei der Verleihung des kulturellen Ehrenpreises 1970.
Erich Kästner veröffentlichte nicht nur unter seinem Namen. Für Artikel in Zeitschriften und Zeitungen benutzte er zahlreiche Pseudonyme, wie z. B. Peter Flint, Klaus und Kläre, Khasanova, Eo Pejus und Bänkelsänger Urban. Hier sieht man ihn mit Autor Robert Neumann um 1945.
Erich Kästner, hier ca. 1962, konnte bereits früh Erfolge feiern. "Emil und die Detektive" war sein erster Roman für Kinder (1929) und so erfolgreich, dass es dazu sogar ein Brettspiel gab. Das Drehbuch für die Verfilmung 1931 verfasste Billy Wilder.
Erich Kästner, hier bei einem Vortrag in der Wiener Stadthalle im Oktober 1961, konnte aber nicht nur tolle Kinderbücher, sondern auch Romane schreiben. Interessant: Auf Wunsch seines Verlages musste er etliche "deutlich sexuelle und politisch provokante Passagen" aus seinem Roman "Fabian" streichen bzw. kürzen.
Sich einsperren, um kreativ zu sein, musste Erich Kästner nicht. Er schrieb oft in verschiedenen Berliner Cafés und Münchner Bars. Seine Manuskripte schrieb er meistens in Kurzschrift und diktierte sie später. Hier sieht man ihn rauchend im Juli 1969.
Die Dreharbeiten zu seinen Buchverfilmungen ließ sich Erich Kästner ungern entgehen. Hier sieht man ihn (li.) mit den Zwillingen Isa und Jutta Günther sowie Regisseur Josef von Bakyam im Jahr 1950 am Set von "Das doppelte Lottchen" in München. 1943 wurde ihm durch die Nationalsozialisten übrigens ein komplettes Berufsverbot erteilt.
Erich Kästner war zu Lebzeiten nicht nur beruflich, sondern auch politisch aktiv. Er beteiligte sich zum Beispiel Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre regelmäßig an Protesten gegen die atomare Aufrüstung. Hier sieht man ihn (mi.) 1958 mit dem Schriftsteller Erich Maria Remarque (re.).
Wer gute Kinderbücher schreibt, braucht selbst Nachwuchs. Erich Kästner hatte einen Sohn: Thomas Kästner. Ihm widmete er seine beiden letzten Kinderbücher "Der kleine Mann" und "Der kleine Mann und die kleine Miss", die als Gutenachtgeschichten für seinen Sohn gedacht waren. Hier sieht man den deutschen Schriftsteller bei seiner Ankunft am Flughafen Schwechat/Wien 1961.
Zwar musste Erich Kästner im Nazi-Deutschland klein bei geben, doch nach dem Krieg wurde ihm von der amerikanischen Besatzung der Posten des Feuilletonchefs der Neuen Zeitung in München angeboten. Von 1945 bis 1948 hatte er diesen Posten inne. Doch auch der Jugend blieb er treu, indem er die Jugendzeitschrift "Pinguin" herausbrachte. Hier ist Erich Kästner privat in seiner Wohnung in München im Jahr 1974 zu sehen.
Erich Kästner (hier 1961) und die Frauen: Das wohl innigste Verhältnis hatte er zu seiner Mutter Ida Kästner. Mit ihr fuhr er sogar allein, ohne den Stief-Vater Emil Kästner, in den Urlaub und schrieb sich auch im Erwachsenenalter noch nahezu täglich Briefe. Seine Liebschaften zu Ilse Julius, Luiselotte Enderle und Friedl Siebert sollten ihn nie vor der Traualtar ziehen, wenngleich auch letztere ihm aus einer Affäre heraus seinen Sohn Thomas schenkte.
Keine Frage: Erich Kästner, hier 1957 bei der Generalversammlung des PEN-Zentrum in Frankfurt, hatte ein erfülltes Leben. Er starb im Alter von 75 Jahren 1974 an Speiseröhrenkrebs. Seine Kinderbücher und auch die Erinnerung an ihn werden aber immer weiter leben…