Der Meister der Motive: Wim Wenders wird 75 - das sind seine bekanntesten Filme

Einer der bekanntesten deutschen Regisseure feiert 75. Geburtstag. Aufregende Spielfilme, Oscar-Nominierungen und Dokumentationen: Ein Rückblidk auf Wim Wenders' cineastische Meilensteine. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Wilhelm Ernst "Wim" Wenders erblickt am 14. August 1945 in Düsseldorf das Licht der Welt. Seinen ursprünglichen Plan, Priester zu werden, verwirft er unter dem Einfluss des Rock'n'Roll der 1950er und 1960er Jahre. In vielen seiner Werke nimmt Musik die Hauptrolle ein. Ein Road-Movie ohne Musik ist für den Regisseur "praktisch undenkbar".
Seinen ersten Kurzfilm "Same Player Shoots Again" dreht Wenders 1967. Der Film geht fast vollständig verloren, nur zwei Bilder sind erhalten.
1967 beginnt er ein Studium an der neu gegründeten Hochschule für Fernsehen und Film in München. 1970 dreht er den zweieinhalbstündigen Abschlussfilm "Summer in the City" auf 16-mm-Film.
1971 gründet Wim Wenders den Filmverlag der Autoren. Zu seinen ersten Werken zählen die Romanadaptionen "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" (Bild) von 1972 und "Der scharlachrote Buchstabe" von 1973.
1973 gelingt ihm mit dem Film "Alice in den Städten" (Bild) der Durchbruch. Zwei Jahre später wird ihm für "Im Lauf der Zeit" der internationale Kritikerpreis in Cannes verliehen. 1976 gründet er seine eigene Produktionsfirma Road Movies Filmproduktion, ein Jahr später wird Wenders mit "Der amerikanische Freund" auch in den USA bekannt.
Ein Film über den Tod: 1980 dreht Wenders mit Regisseur Nicholas Ray den Dokumentarfilm "Nick's Film – Lightning Over Water", in dem sie dem bevorstehenden Tod von Nicholas ins Gesicht blicken. Für den Film erhalten sie ein Filmband in Silber des Deutschen Filmpreises.
1984 erscheint der Film "Paris, Texas", der bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme erhält und nach dem Kinostart im Jahr 1985 zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filme von Wenders wird.
Das Fantasy-Drama "Der Himmel über Berlin" von 1987 ist neben "Paris, Texas" der erfolgreichste Film des Filmemachers. Wenders wird dafür beim Europäischen Filmpreis und den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für die beste Regie ausgezeichnet, erhält das Filmband in Gold und einen Independent Spirit Award.
1989 beginnen die Dreharbeiten zu "Bis ans Ende der Welt", das bereits seit 1977 in Planung ist – erst 1991 sind die anderthalbjährigen Dreharbeiten beendet.
In den Neunzigern veröffentlicht Wenders mehrere weniger erfolgreiche Filme, bis ihm 1999 mit der Musiker-Dokumentation "Buena Vista Social Club" ein Welterfolg gelingt. Der Film wird für einen Oscar nominiert und erhält den Europäischen Filmpreis als bester Dokumentarfilm sowie die Goldene Kamera als bester nationaler Film.
2008 ist Wim Wenders mit dem Spielfilm "Palermo Shooting" bereits zum neunten Mal in seiner Karriere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes dabei. Im Film spielen Campino von den Toten Hosen, Dennis Hopper und Gianna Mezzogiorno die Hauptrollen.
2011 veröffentlicht Wenders zum ersten Mal einen 3D-Film: "Pina – tanzt, tanzt sonst sind wir verloren", eine Hommage an die Choreografin Pina Bausch. 2012 erhält er eine Oscar-Nominierung als beste Dokumentation und den Deutschen Filmpreis in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm".
2014 dreht er den Dokumentarfilm "Das Salz der Erde", für den er den Spezialpreis der Jury bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes und einen César in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" erhält. Im darauffolgenden Jahr ist der Film für den Oscar nominiert.
Im Jahr 2018 dreht er den Dokumentarfilm "Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes" über das katholische Kirchenoberhaupt und erhält dafür den Ersten Ehrenpreis des Kirchlichen Filmfestivals Recklinghausen. Wenders selbst wächst katholisch auf, tritt jedoch 1968 aus der Kirche aus und konvertiert in den 1980er Jahren zum Protestantismus.
Im Juli 2020 feiert die Dokumentation "Wim Wenders, DESPERADO" von Eric Friedler und Campino ihre Premiere im Kino. Die Regisseure begleiten Wenders für den Film ein Jahr lang durch seinen bewegten Künstler-Alltag, um anlässlich seines 75. Geburtstags am 14. August ein atmosphärisches Porträt zu schaffen.