Der Weinstein-Skandal hat längst auch die europäische Schauspielbranche erreicht. Nun meldete sich Nina Proll zu dieser Thematik zu Wort - allerdings hat sie wenig Verständnis für die #metoo-Klagen vieler ihrer Kolleginnen.

Schauspielerin Nina Proll, unter anderem bekannt aus "Keinohrhasen" und der Serie "Vorstadtweiber", empört sich über die #metoo-Belästigungsdebatte.

Männliche Avancen verstehe sie grundsätzlich eher als Kompliment und nicht als Belästigung, schreibt Proll in einem Facebook-Beitrag.

Unter dem Hashtag #metoo beklagen derzeit zahlreiche Frauen in den sozialen Netzwerken, Opfer sexueller Belästigung durch Männer geworden zu sein.

Für die österreichische Schauspielerin ist dieser Trend unverständlich. Auf Facebook schreibt sie unter dem Hashtag #notme, dass sie in 20 Jahren als Schauspielerin nie sexuell belästigt worden sei.

Gleichzeitig empfindet die 43-jährige Wienerin sexuelle Annäherungsversuche von Männern eher als erfreulich und "erstmal als Kompliment und nicht aus Belästigung".

Harte Worte gegenüber Schauspielkolleginnen

Dabei spart Proll nicht gerade an Zynismus: "Vielleicht bin ich nicht attraktiv genug, um von einem Mann sexuell belästigt zu werden. Oder nicht jung und erfolgreich genug."

Offensives Vorgehen der Männer beim Flirten scheint sie wenig zu stören: "Wollen wir einander nur noch anzeigen und vor Gericht bringen? Oder sind wir in der Lage auf Augenhöhe miteinander zu reden und 'Nein' zu sagen, wenn uns irgendetwas missfällt?"

Proll macht ihre Meinung mit sehr deutlichen Worten klar: "Wollen wir Männern verbieten, sexuelle Avancen zu machen? Oder können wir uns noch darüber freuen, wenn ein Mann versucht uns ins Bett zu kriegen?" Hier Prolls Beitrag im Detail:

US-Schauspielerin Alyssa Milano hatte die Debatte ausgelöst, als sie Hollywood-Produzent Harvey Weinstein vorwarf, sie sexuell missbraucht zu haben.

Zahlreiche andere Schauspielerinnen äußerten anschließend ähnliche Vorwürfe gegenüber Weinstein und anderen männlichen Hollywood-Persönlichkeiten. (luf)

In der aktuellen #metoo-Bewegung hat diese Woche auch die Schauspielerin Nina Proll ihre Stimme erhoben - allerdings eine Gegenstimme. Ihrem aufsehenerregenden Facebook-Posting zum Thema "sexuelle Annäherungsversuche" schickte sie nun ein weiteres hinterher. Doch ruderte sie dabei nicht zurück.