Visionär des Kinos: Das sind die besten Filme von Stanley Kubrick

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Stanley Kubrick (1929-1999) gehörte zu den größten Regisseuren des 20. Jahrhunderts. Er gewann zwar nie einen Regie-Oscar und drehte in fast 50 Jahren nur 13 Filme, galt aber wegen seiner technischen Raffinesse und dem inhaltlichen Tiefgang als Genie. Zu seinem 20. Todestag stellen wir seine Meilensteine vor. © spot on news

"Fear and Desire" (1953): Damit fing alles an. In dem Anti-Kriegs-Drama stürzt ein mit Soldaten bemannter Flieger sechs Meilen hinter den feindlichen Linien ab und zeigt den Weg der Soldaten zurück in ihr Lager. Später ließ sich Kubrik nur ungern auf diesen Film ansprechen, auch weil er ein für ihn künstlerischer Misserfolg war.
"The Killing – Die Rechnung ging nicht auf" (1956): Filmkennern wurde Kubrick mit diesem klassischen Film noir ein Begriff. Der Film ist vor allem wegen seines nicht linearen Handlungsablaufs und der Schilderung des Geschehens aus mehreren Blickwinkeln bekannt, was später Filmemacher wie Quentin Tarantino inspirierte.
"Wege zum Ruhm" (1957): Der während des Ersten Weltkriegs spielende Film mit Kirk Douglas in der Hauptrolle ist eine Parabel auf Herrschaftsstrukturen, ein Bekenntnis gegen die Todesstrafe und war zeitgleich auch Kubricks endgültiger Durchbruch.
"Spartacus" (1960): Kirk Douglas engagierte Stanley Kubrick als Regisseur, nachdem die Erstbesetzung Anthony Mann nach wenigen Drehtagen gefeuert worden war. Der Film über den gleichnamigen thrakischen Sklaven wurde zum kommerziellen Kassenerfolg.
"Lolita" (1962): In dem Filmdrama verliebt sich der geschiedene Literaturprofessor Humbert Humbert (James Mason) in die jugendliche Tochter seiner Vermieterin. Die Filmadaption des gleichnamigen Skandalromans konnte nur in den Kinos gezeigt werden, weil Kubrick die Hauptdarstellerin zwei Jahre älter machte.
"Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1964): Kubricks schwarze Komödie über das nukleare Wettrüsten während des Kalten Krieges. Das große Risiko, das Kubrick wegen der Thematik auf sich nahm, zahlte sich aus. Der Film kann heute auch als intelligente Antwort auf die James-Bond-Filme gesehen werden.
"2001: Odyssee im Weltall" (1968): Ein Jahr, bevor der erste Mensch den Mond betrat, brachte Kubrick seinen wohl legendärsten Film in die Kinos. Eine von ihm inszenierte, genresprengende Kosmologie und Schilderung der Evolution vom Affenmenschen zum Astronauten.
"Uhrwerk Orange" (1971): Der Film geht zurück auf den gleichnamigen Kultroman von Anthony Burges. Erzählt wird die Lebensgeschichte von Alexander DeLarge, einem gewaltbereiten Jugendlichen im London der Zukunft. Das Publikum machte den Film zu einem der größten kommerziellen Erfolge Kubricks.
"Barry Lyndon" (1975): Der Kostümfilm verfolgt die Geschichte eines irischen Abenteurers, der sich bemüht, einen Platz im englischen Hochadel zu finden. Auch wenn der Streifen ein Flop war, inspirierte die Machart später andere Filmemacher. Die NASA half Kubrick für Barry Lyndon sogar spezielle Linsen zu entwickeln, damit man einige Szenen ausschließlich bei Kerzenlicht drehen konnte.
"Shining" (1980): Mit Steadicam ausgerüstete, frei bewegliche Kameraleute filmten brutale, blutrünstige Szenen voller Kadaver und Horror in einem leerstehenden Hotel, die dem Plot von Stephen Kings Bestseller folgen. Bis heute ist "Shining" wohl der Film, mit dem man Stanley Kubrick am meisten identifiziert.
"Full Metal Jacket" (1987): Der Film zeigt Gefühle verwirrter Rekruten, die mit ihren Gewehren sprechen und abgestumpft durch die brutale Routine ihrer militärischen Ausbildung in Killermaschinen verwandelt werden. Als durchsickerte, dass Kubrick an einem Vietnam-Film drehte, brachte Oliver Stone "Platoon" vorzeitig in die Kinos, was "Full Metal Jacket" den eigentlich verdienten Rang ablief.
"Eyes Wide Shut" (1999): Beschämt gesteht eine Frau (Nicole Kidman) ihrem Mann (Tom Cruise) eine verborgene sexuelle Fantasie. Schon bald findet sich das Paar in maskierten Orgien wieder. Der letzte, posthum erschienene Film Kubricks ist an Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" angelehnt. Der Regisseur hat drei Jahre daran gearbeitet. Der Film war auch sien letztes Werk. Kubrick starb am 7. März 1999 in seinem Haus an den Folgen eines Herzinfarkts.