Vor Mobbing im Netz sind nicht mal weltberühmte Schauspieler gefeit. Gegen "Star Wars"-Star Kelly Marie Tran wurde der Hass so schlimm, dass sie auf Instagram nun verstummt ist.

Gut vier Jahrzehnte nach der ersten Episode können Frauen auch bei "Star Wars" mehr als "nur" Prinzessin werden, nämlich Ingenieurinnen oder Stormtrooper. So setzte Kelly Marie Tran als asiatische, weibliche "Rose Tico" in "Die letzten Jedi" ein Zeichen für die Vielfalt in dem fiktiven Universum.

Schamloser Rassismus und Sexismus

Doch die reale Welt scheint in der Hinsicht noch immer hinterherzuhinken, wie Kelly Marie Tran zu spüren bekam.

In den sozialen Netzwerken äußern einige Menschen seit Monaten unverhohlen ihren grundlosen Hass gegen Tran und feinden die Schauspielerin an. Dabei geht es ihnen nicht um Kritik an ihrer schauspielerischen Leistung oder ihrer Rolle, sondern meistens nur um ihre Herkunft, ihr Aussehen, ihre Kurven, ihr Geschlecht. Das ist klassischer Rassismus und Sexismus.

"Verängstigt, aber ich mache trotzdem weiter"

Der Druck hat nun dafür gesorgt, dass Kelly Marie Tran all ihre Instagram-Bilder gelöscht hat. Damit sind auch alle Kommentare auf einen Schlag verschwunden. Auf ihrem Profil ist nun lediglich zu lesen: "Verängstigt, aber ich mache trotzdem weiter." Das ist hoffentlich auf die Schauspielerei zu beziehen, die sie trotz Trolle weiter verfolgen wird.

Auch Regisseur Rian Johnson zeigte sich schockiert über den Hass, der der Asiatin im Netz entgegenschlägt. Dass das nichts mit konstruktiver Kritik zu tun habe, stellte er mit einem Tweet klar: "Ich bin fertig mit diesem geheuchelten Bullshit. Ihr wisst ganz genau, worin der Unterschied besteht, einen Film nicht zu mögen und eine Frau so lange zu belästigen, bis sie die sozialen Netzwerke verlässt. Und ihr wisst, über welche dieser beiden Möglichkeiten wir hier reden."

Star-Wars-Fanatiker schneidet alle Frauen aus dem Film

Tatsächlich scheinen einige Star-Wars-Fanatiker ein Problem damit zu haben, dass Frauen auch in ihren Lieblingsfilmen immer wichtigere Rollen übernehmen. So landete vor ein paar Monaten ein von der Emanzipation offensichtlich überforderter "Star-Wars-Fan" in den Schlagzeilen, weil er sich die Mühe machte, alle Frauen aus dem Film herauszuschneiden.

Crew und Schauspieler verspotteten ihn dafür zwar. Trotzdem zeigt dieses Beispiel und die aktuelle Debatte um das Mobbing gegen Kelly Marie Tran, dass der Kampf gegen Rassismus und Sexismus noch lange nicht gewonnen ist.


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