Star-Komponist Ennio Morricone ist tot - seine bekanntesten Filme

Ennio Morricone ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Der italienische Filmkomponist und Oscar-Preisträger bereicherte zahlreiche Filme mit seiner Musik, darunter "Spiel mir das Lied vom Tod" und "The Hateful Eight". © 1&1 Mail & Media/spot on news

Wie ein Anwalt der Familie erklärte, ist Ennio Morricone in Rom verstorben. Der vierfache Vater legte eine grandiose Hollywood-Karriere hin, lebte aber dennoch in Italien. 1979 war er für seine Komposition zum Drama "In der Glut des Südens" (Bild) erstmalig für einen Oscar nominiert.
Seine Filmmusik zu diversen Italowestern ist unvergessen, die Morricone zu Beginn seiner Karriere schrieb. Vor allem Sergio Leones "Zwei glorreiche Halunken" (1966) mit Clint Eastwood (li.) in der Hauptrolle des Blonden brachte dem Italiener Bekanntheit - auch über die Grenzen Europas hinweg.
Schon kurze Zeit später legte er nach und komponierte die Musik für einen der erfolgreichsten Filme dieses Genres: "Spiel mir das Lied vom Tod", ebenfalls von Sergio Leone. Der Film zählt zu den bekanntesten Italowestern aller Zeiten.
1982 schieden sich die Geister am italienischen Komponisten. Für den Filmsong "It's Wrong For Me To Love You" aus "Butterfly" wurde er für einen Golden Globe nominiert. Andererseits ging auch eine Nominierung für eine Goldene Himbeere mit einher. Letztendlich bekam er keinen der beiden Preise.
1987 gewann er nach einigen Nominierungen endlich seinen ersten US-amerikanischen Preis. Für die Filmmusik zum Geschichtsdrama "Mission" mit Robert De Niro als Rodrigo Mendoza (Mitte) in der Hauptrolle wurde er mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Den Oscar konnte er allerdings nicht einheimsen.
Auch im Jahr darauf schien der Oscar wieder zum Greifen nah. Für seine Filmmusik zu "The Untouchables – Die Unbestechlichen" war Morricone erneut nominiert. Der Kriminalfilm verhalf hingegen Sean Connery (2. v. r.) zum Oscar – als bester Nebendarsteller. Letztendlich wurde dem Komponisten für die Filmmusik der BAFTA-Award verliehen.
Morricone setzte weiterhin auf Dramen und Kriminalfilme: 1990 komponierte er die Musik zu "Die Verdammten des Krieges"; 1992 folgte der Gangsterfilm "Bugsy" (Bild) mit Annette Bening und Warren Beatty.
Anfang der 90er sorgte der Star-Komponist mit "Cinema Paradiso" für einen weiteren Kracher: Der nostalgische, italienische Film wurde sogar mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.
Wieder ein voller Erfolg: "Wolf – das Tier im Manne". Für den Thriller mit Jack Nicholson als Werwolf (Bild) und Michelle Pfeiffer in den Hauptrollen komponierte der Musiker unheimliche und spannende Filmmusik.
1998 wich der Komponist von seinen üblichen Genres ab und komponierte die Musik für die Komödie "Bulworth" von Regisseur und Schauspieler Warren Beatty (re.). Die weibliche Hauptrolle übernahm Halle Berry (li.)
Nach etwa vier Jahrzehnten im Geschäft konnte sich Morricone erneut über einen Golden Globe freuen. Im Jahr 2000 erhielt er den begehrten Preis für seine Filmmusik zum italienischen Spielfilm "Die Legende vom Ozeanpianisten".
Ein weiterer italienischer Spielfilm, in dem Morricone mit seiner stimmungsvollen Musik überzeugen konnte, ist "Der Zauber von Malèna". Erneut wurde er für einen Oscar nominiert, ging allerdings wieder leer aus. Im Bild: Monica Bellucci als Maléna.
Nach fünf Oscar-Nominierungen für die Beste Filmmusik erhielt Morricone 2007 endlich einen Goldjungen. Der Komponist (li.) wurde mit dem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Überreicht wurde der Preis von Clint Eastwood (re.), der anschließend Morricones Dankesrede ins Englische übersetzte.
Einen großen Coup landete Morricone 2016: Endlich erhielt er einen Oscar für die Beste Filmmusik für "The Hateful Eight" von Regisseur Quentin Tarantino. Hierbei ging es für Morricone zu seinen Anfängen, dem Western, zurück. Auf dem roten Teppich posierte er zwischen dem Filmemacher (re.) und Schauspieler Kurt Russell (li.).