Sir Sean Connery stirbt mit 90 Jahren: Seine Karriere, seine Filme

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Ohne Sean Connery hätte die James-Bond-Filmreihe vermutlich nicht den Kultstatus erreicht, den sie heute hat. Wie die Figur James Bond wurde auch Connery selbst inzwischen eine Legende. Ende Oktober starb der Schauspieler im Alter von 90 Jahren. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Sean Connery wurde am 25. August 1930 im schottischen Edinburgh geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, verlässt frühzeitig die Schule und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Der junge Sean begann mit professionellem Bodybuilding und erreicht 1950 beim "Mister Universum"-Wettkampf sogar den dritten Platz. Sein durchtrainierter Körper und natürlich sein Charisma verhalfen ihm zum Sprung in die Filmbranche. 1962 wurde Connery zum ersten Bond.
Für die Agenten-Rolle im ersten Bond-Film "James Bond jagt Dr. No" (1962) setzte sich der damals noch unbekannte Connery gegen Hollywood-Legenden wie Cary Grant durch. Die gerade mal 1,1 Millionen teure Produktion nach der populären Roman-Serie von Ian Fleming wurde ein großer Erfolg – und Connery über Nacht zum Star.
Bei den Frauen kam Connery ebenfalls gut an. Seine erste Ehe mit der australischen Schauspielerin Diane Cilento hielt von 1962 bis 1973. Aus dieser Beziehung ging der gemeinsame Sohn Jason Connery hervor, der heute als Schauspieler und Regisseur tätig ist.
1963 wurde der zweite Bond, "Liebesgrüße aus Moskau“, gedreht. Der Film, in dem 007 damit beauftragt wird, eine russische Dechiffriermaschine an sich zu bringen, übertraf die Einspielergebnisse des ersten Teils. Auch die "Bond-Girl-Kultur" nahm Fahrt auf. Hier im Bild: Die russische Spezialagentin Tatiana "Tanja" Romanova (Daniela Bianchi), mit der Bond am Schluss nach Venedig fliehen kann.
"Goldfinger" (1964) löste schließlich endgültig eine weltweite Bond-Manie aus. Bis heute gilt der Film als der Bond, an dem sich alle späteren 007-Filme messen lassen müssen – auch durch die schauspielerische Darbietung Sean Connerys. Ebenfalls unvergessen: Gert Fröbe als größenwahnsinniger Bond-Schurke Goldfinger.
"Man lebt nur zweimal" war der erste Bond-Film, bei dem Queen Elizabeth II. am Londoner Leicester Square zur Premiere erschien. Im Jahr 2000 traf Connery die Queen erneut: Sie schlug ihn am 5. Juli für seine Verdienste zum "Knight Bachelor", was ihm fortan das Adelsprädikat "Sir" einbrachte. Die Zeremonie fand in seiner Heimatstadt Edinburgh statt.
1975 heiratete Connery die Malerin Micheline Roquebrune. Die Ehe hielt bi zus einem Tod, das Paar blieb kinderlos. Roquebrune brachte allerdings drei Kinder mit in die Beziehung.
In den 60er-Jahren konnte Connery außer den Bond-Filmen mit keinem weiteren Streifen einen Kassenhit landen. Trotzdem wollte er nicht ewig Bond bleiben. In den 70er-Jahren schärfte er nach und nach sein Profil als Charakterdarsteller in Filmen wie "Verflucht bis zum jüngsten Tag" (1970) oder wie hier im Bild in der Agatha-Christie-Verfilmung "Mord im Orient-Express" (1974).
In "Sag niemals nie" erlebten die Zuschauer mit Sean Connery 1983 einen gealterten und ergrauten Bond. Es ist die siebte und letzte 007-Rolle, die er übernahm. Der Film wurde erwartungsgemäß zum Erfolg. Für viele Bond-Fans ist Connerys Darbietung mit Abstand die beste und ausgereifteste Interpretation des legendären Geheimagenten.
Auch nach der Bond-Ära verbuchte Sean Connery zahlreiche Erfolge: In Europa wurde der Film "Der Name der Rose" (1986) besonders erfolgreich, in dem er den detektivisch begabten Mönch William von Baskerville verkörperte. Für seine Rolle des Streifenpolizisten Jim Malone im Gangster-Thriller "The Untouchables – Die Unbestechlichen" (1987, Bild) erhielt er dann den Oscar als bester Nebendarsteller.
Als es an die Planung des dritten Indiana-Jones-Films "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989) ging, wollte Steven Spielberg von Anfang an, dass Connery den weltfremden Professor Jones spielte. So schnitt er die Rolle genau auf Connery zu. Der Film wurde zu einem der Kinohits des Jahres und ist bis heute Kult. Interessanter Aspekt: "Indiana Jones"-Darsteller Harrison Ford ist nur zwölf Jahre jünger als sein Film-Papi.
In den 90er-Jahren trug Sean Connery dazu bei, dass Filme wie "Jagd auf Roter Oktober" (1990), "Die Wiege der Sonne" (1993) oder "The Rock – Fels der Entscheidung" (1996) noch heute gerne gesehene Streifen sind. Zudem wurde er 1999 vom "People"-Magazin zum "Sexiest Man of the Century" gewählt. Zum bislang letzten Mal als Schauspieler war er in "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" (2003, Bild) zu sehen.
Connery, der sich als schottischer Patriot bezeichnete und sich seit jeher für die Belange seiner Heimat und Landsleute einsetzte, blieb der Öffentlichkeit weitestgehend fern. Allerdings besuchte er leidenschaftlich gerne Tennis-Turniere, so wie hier die US Open in New York im Jahr 2015.