Oscars: Die größten Pannen und Skandale der Oscar-Geschichte

Ein Diktator auf dem roten Teppich, ein Flitzer, der Elizabeth Taylor amüsiert, und ein falscher Oscar-Gewinner: Das sind die größten Pannen und Skandale in der Geschichte der Oscarverleihung.

1940 wurde Hattie McDaniel als erste afroamerikanische Schauspielerin mit einem Oscar geehrt. Sie gewann den Goldjungen für ihre Nebenrolle in "Vom Winde verweht". Dennoch musste sie an diesem Abend von den weißen Schauspielern getrennt sitzen. Von der Premiere ihres Films war sie aufgrund ihrer Hautfarbe sogar ausgeschlossen worden.
Ein richtiger Skandal war Greer Garsons (links) Dankesrede bei den Oscars 1943 zwar nicht, dennoch ging sie in die Geschichte ein. Denn nachdem die Schauspielerin ihre Auszeichnung für die Hauptrolle in "Mrs. Miniver" entgegengenommen hatte, redete sie sich regelrecht in Rage. Über fünf Minuten dauerte ihre Dankesrede. Die Academy reagierte daraufhin und begrenzte die Redezeit der Preisträger.
Sieben Oscars konnte sich der Kriegsfilm "Patton - Rebell in Uniform" bei den Oscars 1971 sichern. Auch Hauptdarsteller George C. Scott wurde für seine Leistung ausgezeichnet. Scott hatte allerdings schon im Vorfeld der Verleihung an die Academy geschrieben, dass er den Preis im Falle seines Sieges nicht annehmen werde. Er soll die Veranstaltung unter anderem als "zweistündige Fleischparade" kritisiert haben. Scott wurde damit zum ersten Schauspieler überhaupt, der den Oscar ablehnte. Bei der Verleihung selbst nahm der Produzent des Films die Auszeichnung anstelle des Schauspielers entgegen.
Anstatt 1972 persönlich seinen Preis für "Der Pate" abzuholen, schickte Marlon Brando die Indianerin Sacheen Littlefeather auf die Bühne und lies verlauten, dass er den Preis ablehne. Als Grund gab er die Benachteiligung der Indianer im Filmgeschäft an.
Auch einen Flitzer gab es bei den Oscars schon. 1974 rannte ein Mann Namens Robert Opel nackt über die Bühne der Preisverleihung. Der Oscarmoderator David Niven und Elizabeth Taylor, die den Preis für den besten Film übergab, zeigten sich über den Zwischenfall höchst amüsiert.
Sorgen um die Goldjungen im Jahr 2000: Während des Transports von Chicago nach Los Angeles verschwanden alle 55 Trophäen kurz vor der Show. Sogar das FBI ermittelte. 53 Oscars tauchten rechtzeitig zur Verleihung wieder auf - zwei sind bis heute verschollen.
Regisseur Michael Moore nutzte seine Dankesrede bei den Oscars 2003 für ein politisches Statement: Er empörte sich über den Irak-Krieg und gab dem damaligen US-Präsidenten Folgendes mit auf den Weg: "Shame on you, Mr. Bush!"
Im Vorfeld der Oscars 2007 weigerte sich ein Teil der Jury, den Film "Brokeback Mountain" anzuschauen. Die Herrschaften fühlten sich von den homoerotischen Szenen abgestoßen. Drei Oscars gewann das Drama um zwei verliebte Cowboys dennoch - beim Hauptpreis "Bester Film" ging der Film aber überraschenderweise leer aus.
Als schlechter Verlierer machte sich Eddie Murphy 2007 einen Namen. Der Schauspieler hoffte auf einen Oscar für seine Nebenrolle in "Dreamgirls". Als nicht ihm, sondern seinem Kollegen Alan Arkin für "Little Miss Sunshine" die Trophäe überreicht wurde, verließ Murphy wütend den Saal und ging direkt nach Hause.
Comedian Sacha Baron Cohen erschien zur Oscar-Verleihung 2012 in der Uniform seiner Filmrolle General Aladeen und mit einer Urne, die angeblich die Asche des kurz zuvor verstorbenen nordkoreanischen Diktators Kim Jong-Il enthielt. Und natürlich verschüttete er den Inhalt am roten Teppich - über den US-Reporter Ryan Seacrest.
Ganz zum Schluss legten die Oscars 2017 noch eine satte Bauchlandung hin. Die Laudatoren Warren Beatty (r.) und Faye Dunaway stellten "La La Land" als Gewinner der Hauptkategorie bester Film vor - doch gewonnen hatte eigentlich ...
... das Drama "Moonlight". "Leute, wie kann das bitte passieren?", fragte sich nicht nur Moderator Jimmy Kimmel. Offenbar hatte ein falscher Umschlag den Weg auf die Bühne gefunden. Kurze Zeit später präsentierte Beatty den Beweis, dass tatsächlich "Moonlight" von Regisseur Barry Jenkins gewonnen hat.